„Künstliche Intelligenz, Hyperrealität und die Rolle der Gestaltung“
Jean Baudrillard veröffentlichte „Simulacres et Simulation“ 1981, zu einem Zeitpunkt, an dem das Fernsehprogramm in den Nachtstunden noch von einem Testbild unterbrochen wurde, und zwei Jahre bevor die Einführung der TCP/IP-Protokolle den Grundstein für das legten, was wir heute als Internet kennen. In diesem Buch argumentiert er bereits damals, dass Zeichen keine Wirklichkeit mehr repräsentieren. Sie ersetzen sie. In vier Phasen beschreibt Baudrillard, wie ein Bild zunächst eine Wirklichkeit widerspiegelt, sie dann verschleiert, dann deren Fehlen kaschiert und schließlich zu einem reinen Simulacrum wird, das keine Referenz außerhalb seiner selbst mehr kennt.
Unsichtbarer Wohnraum: Wohnungen schaffen ohne Neubau
Die Diskussion um Wohnflächensuffizienz wird in der Architekturszene bereits seit geraumer Zeit geführt. Auch bei Vermieterinnen und Vermietern von Wohnraum gibt es zaghafte Ansätze, um nicht genutzten Wohnraum zu aktivieren. Als erfolgversprechend gelten die Unterstützung von Haushalten, die sich verkleinern wollen, und das Modell „Wohnen für Hilfe“.
Wie und wo entsteht heute Baukultur? In einem ehemaligen Spielsalon in der Kölner Altstadt. In einem leer stehenden Ladengeschäft in einer mecklenburgischen Kleinstadt. Im nüchternen Flur eines bayerischen Staatsministeriums. Oder auf der Baustelle eines Parks in Riad, der fünfmal größer werden soll als der New Yorker Central Park.
Während KI-Anwendungen digitale Perfektion zur Massenware machen, könnte ausgerechnet menschliches Scheitern, Irren und Abweichen zum wertvollsten Rohstoff der Zukunft werden.