Die Materialwende im Bauwesen – erneuerbare Baumaterialien als Kohlenstoffspeicher
Schon viele Jahrzehnte dauert das Negieren der enormen Auswirkungen des unnachhaltigen Handelns im Bauwesen an. Es zählt nach wie vor zu den größten Treibhausgasemittenten in Deutschland und jährlich steigt der Ressourcenverbrauch auf Kosten nachfolgender Generationen weiter an, nur um heutige Bedürfnisse zu befriedigen. Eine zukunftsfähige Neuaufstellung des Bauens und der Disziplin der Architektur ist gefragt.
Wir tun im Bauen gerne so, als sei Zirkularität ein nettes Extra. Ein bisschen mehr Recycling, ein paar zusätzliche Zertifikatspunkte und schon fühlt sich das Projekt zukunftsfähig an. Tatsächlich läuft das System Bauwesen aber weiter linear: erst entwerfen, dann ausschreiben, dann bauen und am Ende entsorgen. Genau deshalb bleibt die Wiederverwendung tragender Bauteile häufig das, was sie heute ist: ein Pilotprojekt mit guter Story statt gelebter Entwurfsroutine.
Rückbaubarkeit als Nebeneffekt: Beim Neubau der Salzburg AG in Seekirchen führte das Streben nach Klimaaktiv Gold zu sortenreinen Lösungen, ohne dass dies zum Dogma erhoben wurde.
Mehr als Material: Wie Kreislaufwirtschaft im Bau konkret wird
Kreislauffähiges Bauen braucht mehr als recyclinggerechte Materialien. Forschungsprojekte zeigen, wie Bewertung, Logistik, Bauteilwiederverwendung und Planung zusammenspielen müssen, damit der Kreislauf funktioniert.
Im Bauwesen klafft häufig eine Wissenslücke. Sie zeigt sich dort, wo ambitionierte Leitbilder auf regulatorische Anforderungen und konkrete Projektentscheidungen treffen. An dieser Stelle setzt der KI-Chatbot des Circular Construction Hub der IBA’27 an.