Einsatz für die Nachwuchsförderung in NRW
Wie geht gute Nachwuchsarbeit und Baukulturvermittlung? Antworten dazu liefert die Stiftung Deutscher Architekten SDA – und das seit über 40 Jahren.
Die Stiftung wurde 1985 als gemeinnützige Einrichtung von der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen (AKNW) gegründet – und ist rund vier Jahrzehnte später noch immer tätig: In der ersten Jahreshälfte 2026 feierte die SDA ihr 40-jähriges Jubiläum – mit einem Festakt im Düsseldorfer Medienhafen.
Doch wie geht die Stiftungsarbeit weiter? Was sind neue Ziele? Und was lernen wir aus den vergangenen 40 Jahren? Ein Rückblick.
Inhaltsverzeichnis
Was steht auf dem Programm der SDA? Eine Übersicht
Die SDA richtet sich an alle, die sich für die Baukultur in NRW und darüber hinaus begeistern. Angebote, insbesondere für junge Planer:innen, stehen dabei im Fokus.
Das unterstrich Prof. Rolf-Egon Westerheide (Vorstand SDA) im Rahmen des Festaktes zum 40-jährigen Bestehen, der im März in der Geschäftsstelle der AKNW in Düsseldorf stattfand: „Die Arbeit der Stiftung Deutscher Architekten betrifft die Nachwuchsförderung – auf akademische, aber auch auf persönliche Art und Weise.“
Wirft man einen Blick in die zahlreichen Veröffentlichungen und News-Meldungen der Stiftung Deutscher Architekten, wird schnell deutlich, wie breit die Themen und Angebote der Stiftung aufgestellt sind: von Selbstbauprojekten über Diskussionsforen bis hin zu Förderpreisen für Abschlussarbeiten sowie Promotionsstipendien.
Darunter finden sich Projekte für all diejenigen, die praktisch „mit anpacken“ möchten; sowie Angebote, die eher Theorie und Konzeption sowie das wissenschaftliche Arbeiten fokussieren.
Einige Projekte gehören seit Gründung der SDA zum Programm und wurden über vier Jahrzehnte hinweg weiterentwickelt.
Die Arbeit der Stiftung Deutscher Architekten betrifft die Nachwuchsförderung – auf akademische, aber auch auf persönliche Art und Weise.
Prof. Rolf-Egon Westerheide
Dauerbrenner: Förderpreis und Stipendien
Los ging es im Jahr 1986: Vor rund 40 Jahren wurde der erste Förderpreis der SDA ausgelobt. Absolvent:innen aus Nordrhein-Westfalen der Studiengänge Architektur, Innenarchitektur, Landschaftsarchitektur sowie Stadtplanung präsentierten ihre Entwurfsarbeiten; im Frühjahr 1987 wurden dann – in der Düsseldorfer Tonhalle – erstmals drei Förderpreise und neun Anerkennungen durch die SDA an den Planungsnachwuchs vergeben.
Bis heute wird der Förderpreis durch die SDA ausgelobt und alle zwei Jahre an Absolventen und Absolventinnen vergeben, die mit frischen Ideen und starken Impulsen auf die (neuen) Herausforderungen unserer Zeit reagieren. Und es geht weiter: Im Jahr 2027 wird der nächste Förderpreis vergeben. Informationen dazu folgen zeitnah auf den Kanälen der SDA.
Die Stiftung fördert auch die Wissenschaft: Seit 2008 vergibt die SDA spannende Promotionsvorhaben auf den Gebieten rund um die Themenschwerpunkte Stadtplanung und Architektur. Bereits realisiert wurden Forschungsarbeiten zu vielfältigen Themen, etwa zur „Internationalen Bauausstellung Emscher Park (IBA)“ sowie zu namhaften Architekt:innen und Planern.
1986
Vor rund 40 Jahren wurde der erste Förderpreis der SDA ausgelobt. Absolvent:innen aus Nordrhein-Westfalen der Studiengänge Architektur, Innenarchitektur, Landschaftsarchitektur sowie Stadtplanung präsentierten ihre Entwurfsarbeiten.
Darüber hinaus ist die SDA eine von vier Trägerinnen des „Baukunstarchivs NRW“ (BKA NRW) in Dortmund. Das BKA NRW in der Dortmunder Innenstadt hat sich als Ort der Dokumentation, aber auch der Präsentation und baukulturellen Debatte etabliert.
Die Sammlung sichert Bestände von Planerinnen und Planern, die das Land nachhaltig geprägt haben, und arbeitet diese wissenschaftlich auf. Ausstellungen und Veranstaltungen bieten Zugang für alle Interessierten; für Planerinnen und Planer, aber auch für Laien, die sich mit Baukultur beschäftigen wollen. Die SDA richtete in den letzten Jahren zahlreiche ihrer Veranstaltungen in den Räumlichkeiten des BKA NRW in Dortmund aus. Baukulturvermittlung traf dabei unmittelbar auf Baukunst.
Reisen mit der Stiftung
„Wenn man die Welt verändern will, wenn man bauen will, dann muss man diesen Planeten auch kennen. Eine der Berufsaufgaben ist daher das Reisen. Auch das bieten wir den jungen Planerinnen und Planern an – in verschiedene Kulturen und Länder“, sagte Markus Lehrmann, Geschäftsführung SDA, im Rahmen der Jubiläumsfeier.
Auch hier liefert die SDA ein breites Programm – und darunter nicht bloß Angebote in Nordrhein-Westfalen: Los ging es vor vielen Jahren mit Sommerseminaren, die vor allem regionale Themenschwerpunkte und baukulturelle Fragen behandelten. Nachwuchsplaner:innen aller Fachrichtungen waren aufgerufen, mit Unterstützung erfahrener Kolleginnen und Kollegen aus Architektur, Innenarchitektur, Stadtplanung und Landschaftsarchitektur konkrete Lösungsansätze zu formulieren – und so auf baukulturelle Fragen der Zeit zu reagieren. Später zeigte sich: Die Stiftung kann auch international. In der Projektreihe „Think-on“ werden etwa theoretische Bauaufgaben bearbeitet. Eine wiederkehrende Anregung ist die Architekturbiennale in Venedig.
„Mit Think-on sollen in der kurzen Projektzeit stegreifartig Impulse formuliert werden; und möglicherweise auch radikale Ideen“, führte Rolf-Egon Westerheide (Vorstand SDA) im Rahmen des letzten Think-on-Projektes aus, das die Teilnehmer:innen für rund eine Woche im Herbst 2025 nach Italien führte. Diskutiert und mit Entwürfen bearbeitet wurden beispielsweise Fragestellungen zu verlassenen Inseln in der Lagune sowie zum Over-Tourism: Wie können brachliegende Flächen rund um Venedig genutzt werden – ohne Tourismus?Die Antworten der jungen Planerinnen und Planer werden jeweils im Nachgang dauerhaft in Publikationen dokumentiert, die kostenfrei bei der AKNW bestellt werden können und online einsehbar sind. Der Blick in die Veröffentlichungen der Stiftung lohnt sich: Neben Dokumentationen zu Think-on finden sich hier auch Bücher zu den weiteren Projekten der SDA der vergangenen Jahre.
Bauprojekte international – Förderung lokal
„Die Stiftung ist eine wunderbare Möglichkeit, Erfahrung und neue Entwicklungen zusammenzuführen“, so Geschäftsführer Markus Lehrmann. Dies zeigen Stiftungsprojekte, die sich über die Grenzen von Europa hinaus erstrecken und baukulturelle Fragen mit konkreten Bauaufgaben verbinden. Mit den „Hands-on“-Projekten etwa haben junge Architektinnen und Architekten sowie Nachwuchskräfte in den vergangenen drei Jahren immer wieder Schulräume für Flüchtlingskinder in Thailand geplant und in kurzer Zeit realisiert. Dabei packten die jungen Planerinnen und Planer vor Ort mit an, lernten den Umgang mit lokalen Baumaterialien kennen und hinterließen gute Architektur.
Auch im kommenden Jahr wird Hands-on weitergeführt: 2027 geht es erneut nach Südostasien. Diesmal soll ein Trainingscenter für Frauen und Kinder gebaut werden. Das Auswahlverfahren läuft bereits – ein Lehmbauworkshop zum Thema fand Anfang August 2026 in Neuss statt (Nachbericht hier verlinken, sobald online). Das Projekt Hands-on der SDA wird auch 2027 wieder in Zusammenarbeit mit Jan Glasmeier (Simple Architecture) und dem Verein social architecture realisiert werden.
Einmal Stiftung, immer Stiftung?!
Deutlich wird: Das Programm der SDA ist vielfältig und hat sich über die Jahre immer weiterentwickelt. Das zeigte sich auch beim Festakt 2026, bei dem das 40-jährige Bestehen gefeiert wurde – mit Rückblicken und Ausblicken. Neben Mitgliedern des Vorstands der SDA nahmen zahlreiche junge Planer:innen sowie Gäste aus Politik und Baukultur an dem Festakt teil. Nicht zuletzt zeigte sich, dass die SDA verbindet – den Planungsnachwuchs untereinander, aber auch Kolleg:innen über die Generationen hinweg.
Doch wie geht es mit der SDA? – Exkursionen, neue Selbstbauprojekte und auch offene Diskussionsrunden zu aktuellen Themen wie Nachhaltigkeit, Klimawandel oder Bauen im Bestand stehen auf der Agenda, kündigte SDA-Geschäftsführer Markus Lehrmann im Rahmen des Festaktes in Düsseldorf an. Also – weiter geht es mit einem breiten Programm, und ganz gemäß dem Motto: Die Stiftung ist für alle da!
Über die Stiftung
Über die Stiftung
Seit 40 Jahren fördert die Stiftung Deutscher Architekten den Planungsnachwuchs in NRW – mit Preisen, Stipendien, Exkursionen, Diskussionsformaten und konkreten Bauprojekten. Dabei verbindet sie Theorie und Praxis, regionale Baukultur und internationale Erfahrungen. Ihr Programm zeigt: Nachwuchsförderung bleibt eine zentrale Aufgabe – und entwickelt sich mit den Herausforderungen der Zeit weiter.
Einblicke und Ausblicke zu „40 Jahre Stiftung Deutscher Architekten“ bietet eine umfassende Publikation, die über die Architektenkammer NRW kostenfrei bestellt werden kann und auch online (siehe PDF) einsehbar ist.
Ein Video auf dem YouTube-Kanal der AKNW gibt weitere Einblicke zum Jubiläum und zeigt Impulse zum Thema. Jetzt reinschauen!
Melina Beierle
Mitarbeiterin Medien, Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit Architektenkammer Nordrhein-Westfalen DAB Redaktion Nordrhein-WestfalenDas könnte Sie auch interessieren
Neues Wissen,
smarte Projekte und
inspirierende Ideen
Entdecken Sie die Welt der Architektur –
jetzt im exklusiven DAB Update!