Sanierung von Schloss Köthen: Architekturwettbewerb entschieden
Schloss Köthen in Sachsen-Anhalt soll zu einem zeitgemäßen Museums- und Kulturstandort weiterentwickelt werden. Ein Wettbewerbsverfahren liefert dafür architektonische und freiraumplanerische Impulse.
Im Herzen Köthens steht auf einer fünf ha großen Insel das Schloss Köthen – eine über 900 Jahre alte Anlage. Mit der Entscheidung im Wettbewerb zur Sanierung ist ein wichtiger Schritt für seine Zukunft getan.
Die Kulturstiftung Sachsen-Anhalt plant als Eigentümerin des Schlosses Köthen eine umfassende Sanierung der inneren Schlossflügel sowie die kulturtouristische Weiterentwicklung zu einem modernen Museums- und Kulturstandort. Dafür wurde ein nichtoffener architektonisch-freiraumplanerischer Realisierungswettbewerb mit Ideenteil ausgelobt.
Geplant sind die denkmalgerechte Sanierung zentraler Schlossbereiche, eine barrierefreie Besucherführung und die bessere Verknüpfung aller Museumsbereiche. Der Schlosshof soll als öffentlicher Freiraum neu geordnet und gestaltet werden. Auch der Neubau eines Besucherzentrums zur Schließung der Baulücke wurde als Ideenteil geprüft; seine Umsetzung hängt von der Finanzierung ab.
Aus 14 Entwürfen empfahl das Preisgericht unter Vorsitz von Prof. Volker Staab den Beitrag von Kister Scheithauer Gross Architekten und Stadtplaner GmbH, Köln, mit ST Raum a., Berlin. Das Konzept überzeugte durch eine klare Haltung: Respekt vor der Geschichte, Offenheit für Neues. Die Schlossinsel wird als lebendiger Ort gedacht, der Aufenthaltsqualität und Raum für Veranstaltungen bietet. Das neue Besucherzentrum schließt als ruhiger, zeitgenössischer Baukörper die Lücke zwischen Torhaus und Steinernem Haus.
Den zweiten Preis erhielten Chestnutt_Niess Architekten mit Kuula Landschaftsarchitekten, der dritte ging an Springer Architekten mit Marcel Adam Landschaftsarchitekten. Zwei weitere Beiträge erhielten Anerkennungen.
Der Wettbewerb ist Teil des Sonderinvestitionsprogramms von Bund und Land, das rund 200 Millionen Euro für ausgewählte Schlösser und Burgen bereitstellt; bis zu 22 Millionen Euro sind für Schloss Köthen vorgesehen. Die Umsetzung soll in den kommenden Jahren schrittweise in Abstimmung mit dem Gewinnerbüro erfolgen.