Deutsches Architektenblatt Logodab-logo
Finden Sie genau die Themen,
die Sie interessieren

Die beliebtesten Themen:

Deutsches Architektenblatt Logodab-logo Deutsches Architektenblatt Logodab-logo-description

Kann KI auch Baukultur?

Künstliche Intelligenz eröffnet Chancen für Planung und Baukultur. Julia Holzemer-Thabor, Vorstandsmitglied der Architektenkammer Rheinland-Pfalz, zeigt, welche Chancen für Planende in der KI stecken.

Julia Holzemer-Thabor
28.01.2026 2min
Eine abstrakte digitale Visualisierung zeigt eine Stadtlandschaft aus leuchtenden Punkten, Linien und Datenstrukturen in Blau-, Grün- und Violetttönen vor schwarzem Hintergrund, Hochhäuser und Straßenzüge erscheinen als digitale Raster, wodurch das Bild die Verschmelzung von Stadt, Daten und Technologie darstellt und für die Rolle von Künstlicher Intelligenz, Simulation und digitalen Werkzeugen in der Planung und Gestaltung zukünftiger Städte steht.
© koiguo / Getty Images

Künstliche Intelligenz ist fester Bestandteil unseres täglichen Lebens geworden und wird von immer mehr Menschen genutzt. „Frag doch schnell mal ChatGPT“, ist mittlerweile in aller Munde!

Der Einsatz von KI ist nicht mehr aufzuhalten, doch welchen Einfluss wird KI auf die Baukultur haben?

KI wird die Planungsprozesse durch alle Leistungsphasen verändern, auch in den Leistungsphasen, in denen baukulturelle Qualitäten bestimmt werden. Als Werkzeug eingesetzt, wird KI optimierte Lösungen im Entwurf, in der Planung, Ausschreibung, der Bauausführung bis hin zur Dokumentation liefern. Hier liegen enorme Chancen, Entwurfs- und Planungsprozesse zu optimieren und zu beschleunigen.  

Gerade mit Blick auf Nachhaltigkeit, Klimaschutz und die Verantwortung für den Umgang mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen werden sich durch den Einsatz von KI innovative Lösungen eröffnen, was natürlich sehr zu begrüßen ist.  

Auch auf behördlicher Ebene kann KI wichtige Leistungen erbringen. Die Dauer von Genehmigungsprozessen, häufig durch Fachkräftemangel in den Bauverwaltungen begründet, kann durch den Einsatz von KI beschleunigt werden. Voraussetzung ist, dass KI-Tools genutzt werden, die einen Datenaustausch zwischen Planenden und Behörden flächendeckend und sicher ermöglichen.  

Auch in den Bauabläufen selbst werden sich durch KI neue Möglichkeiten eröffnen: Ein hoher Vorfertigungsgrad von Bauteilen, ressourcensparendes, reversibles oder serielles Bauen sind nur einige Stichworte.  

Doch wer behält bei all diesen neuen Möglichkeiten den Überblick darüber, wie sich kreative und innovative KI-generierte Einzelplanungen zu einem großen Ganzen zusammenfügen und sich in einen baukulturellen, bauhistorischen oder regionaltypischen Kontext einfügen?  

ANZEIGE
ANZEIGE

Baukultur umfasst per Definition die gesamte gebaute Umwelt. Hierzu gehören neben der Landschaftsarchitektur, der Stadtplanung und der Architektur auch der Ingenieurbau, Straßenbau und das Handwerk, eben alle Bereiche, die mit Bauen zu tun haben. Die Verantwortung für die gebaute Qualität liegt, wie bisher auch, bei allen am Planungsprozess beteiligten Akteurinnen und Akteuren. KI kann in diesem Zusammenhang nur das unterstützende Planungsinstrument sein. 

Dadurch werden sich auch weiterhin sehr gute Chancen für unseren Berufsstand ergeben. Gute Planungen erfordern neben klar definierten architektonischen und städtebaulichen Vorgaben auch weiterhin sehr gut ausgebildete Planerinnen und Planer, die in der Lage sind, die mit künstlicher Intelligenz erzeugten Einzelplanungen einzuordnen, sensibel und mit Weitblick zu hinterfragen, zu bewerten und in einen baukulturellen Kontext zu stellen.  

Ein Porträt zeigt eine Person vor hellem, neutralem Hintergrund in formeller Kleidung, mit ruhigem Blick und freundlichem Ausdruck, die klare Bildkomposition lenkt den Fokus auf Präsenz und Professionalität, wodurch das Bild für fachliche Verantwortung, Expertise und die menschliche Perspektive innerhalb von Architektur, Planung und institutioneller Arbeit steht.

Julia Holzemer-Thabor

Vorstandsmitglied der Architektenkammer Rheinland-Pfalz
Person mit lockigem Haar hält ein großes Blatt mit technischen Zeichnungen oder Plänen vor sich.
Mann in blauem Hemd hält zwei Papprollen und steht in einem Büro mit Computer und Kleidung im Hintergrund.
Person mit weißem Schutzhelm und orangefarbener Warnweste hält ein Tablet in einer Baustellenumgebung mit Gerüst im Hintergrund.

Bauen Sie Ihre
Zukunft – jetzt
Stellen entdecken

Das könnte Sie auch interessieren

„Suffizienz ist kein ergänzendes Randthema“

Eine Frage – mehrere Meinungen: Wie verändert Suffizienz die Lehre? Sind Effizienz, Konsistenz und Suffizienz die Hauptkriterien auf dem Weg zur großen Transformation in den Hochschulen?

Berufspolitik Niedersachsen
24.07.2026
Eine architektonische Visualisierung zeigt einen zentralen Platz mit einem massiven Neubau aus hellem Mauerwerk, der sich zwischen historische Gebäude mit Satteldächern einfügt, große Öffnungen und Einblicke lassen Nutzung und Aktivität erkennen, während Menschen den Platz durchqueren oder sich versammeln, wodurch das Bild die Schaffung eines neuen öffentlichen Zentrums verdeutlicht, das Bestand und Neubau verbindet und Raum für kulturelle, soziale und gemeinschaftliche Aktivitäten bietet.

Sanierung von Schloss Köthen: Architekturwettbewerb entschieden

Schloss Köthen in Sachsen-Anhalt soll zu einem zeitgemäßen Museums- und Kulturstandort weiterentwickelt werden. Ein Wettbewerbsverfahren liefert dafür architektonische und freiraumplanerische Impulse.

Meldungen Sachsen-Anhalt
27.01.2026
"Porträt einer Frau mittleren Alters mit schulterlangenm dunklem Haar und Brille mit schwarzem Rahmen. Sie trägt einen leuchtend roten Anzug aus Hemd und Hose mit Perlmuttknöpfen. Sie steht aufrecht in einem hellen Wohnraum mit Holzboden. Im Hintergrund sind ein beige gefülltes Bücherregal auf der linken Seite und großflächige Fenster mit braunem Holzrahmen auf der rechten Seite sichtbar. Ein Beistelltisch und weitere Einrichtungselemente sind unscharf im Hintergrund erkennbar."

Stringenz in allen Maßstäben: Zu Gast bei Prof. Andrea Wandel

Studiobesuch: Die erste Frau, der der Saarländische Kunstpreis zuerkannt wurde, öffnet ihre Ateliertür und gibt Einblicke in mehr als 35 Jahre Architekturpraxis.

Büropraxis Saarland
08.10.2026
Mann mit dunklem Hemd und beiger Hose steht vor einer Glasfront mit Blick auf Garten und Bäume.
Geschwungene Holzstruktur mit parallelen Linien, die eine organische, fließende Form bilden.
Freitreppe mit grasbedeckten Seitenflächen vor einem modernen, geschwungenen Gebäude mit weißer Fassade und dunklem Unterbau.
Blick über eine große, gepflasterte Fläche auf ein modernes Gebäude mit schrägen Stützen und Glasfassade, im Hintergrund Stadtgebäude und Bäume.

Neues Wissen,
smarte Projekte und
inspirierende Ideen

Entdecken Sie die Welt der Architektur – 
jetzt im exklusiven Newsletter!

Bitte gültige E-Mail-Adresse eingeben. Bestätigung der Datenschutzerklärung ist erforderlich.