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Auf die Sprache kommt es an

Studiobesuch:  Architekt Markus Schmale aus Grevenbroich verfolgt vielfältige Ansätze bei der Vermittlung des Themas Architektur.

 

Frank Maier-Solgk
13.08.2026 3min
Studiobesuch Baukultur Nordrhein-Westfalen
Ein Mann mit kurzem grauem Haar und schwarzem Hemd steht in einem hellen Büro. Neben ihm befindet sich eine große Gruppe grüner Zimmerpflanzen, darunter eine Monstera und eine Palme. Im Hintergrund sind gläserne Türen, ein Sitzbereich mit blauem Sofa und weiße Büroschränke zu sehen.
Markus Schmale, Dipl.-Ing. Architekt
© Schmale Architekten

Architekturvermittlung ist ein vielfach unterschätztes Thema. Nicht so für Markus Schmale. Der Architekt aus Grevenbroich zeigt den Nutzen auf, den Architekturvermittlung für alle Beteiligten mit sich bringt. Seine Aktivitäten reichen von der Lehre an Hochschulen über Fachexkursionen und die Anwendung digitaler Tools bis zu Inhouse-Weiterbildungen.

Der Standort ist beschaulich: eine fast dörflich wirkende Ortschaft namens Hemmerden im Rhein-Kreis Neuss. Direkt an der Hauptstraße liegen hinter den erneuerten Fassaden eines historischen Bauernhofs die Büroräume von Schmale Architekten. Nach Tätigkeit in Büros in Köln und Neuss hatte das Architekten-Ehepaar Schmale zum Start der Selbstständigkeit einen Ort gesucht, der ausreichend Platz bot, um Beruf und privates Domizil unter einem Dach unterzubringen. „Vor 20 Jahren stießen wir auf diesen Hof, eine damals abbruchreife Ruine, die wir dann unter Wahrung der historischen Elemente erneuert haben.“ Vorne zur Straße liegen die Büros, im hinteren Teil, der von der Familie bewohnt wird, öffnen sich die Räume zu einem lang gestreckten Garten.

Kommunikation ist als Bestandteil architektonischen Denkens zu verstehen.

Markus Schmale

Dipl.-Ing. Architekt
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Was Architekturvermittlung für ihn bedeute, fragen wir. Da sei zunächst die Lehre, so Schmale. Über ein Jahrzehnt unterrichtete er an der Bergischen Universität Wuppertal, der TH Köln und an der TU Darmstadt. Um Architekturvermittlung gehe es auch in seiner Tätigkeit als Gestaltungsbeirat in Bergisch-Gladbach. Und schließlich sei da seine Tätigkeit als Vorstandsvorsitzender der Stiftung Kunst und Baukultur, die er von den Gründern und Namensgebern der Stiftung, dem befreundeten, inzwischen verstorbenen Ehepaar Findeisen übernehmen konnte. Die unter anderem auf dem Feld des Denkmalschutzes fördernd tätige Stiftung hat eine Fachbibliothek für Studierende in Köln aufgebaut. „Ein Highlight unserer Stiftungsarbeit war“, so Schmale, „der Bau und die Etablierung des Cubity Atelierhauses in Merzenich, das als temporärer Arbeits-, Forschungs- und Wohnort für Forscher:innen und Studierende dient, die sich mit dem Thema Transformation und nachhaltige Architektur befassen.“

Schmales besonderes Verständnis von Architekturvermittlung zeigt sich auch in einer weiteren Aktivität, die der Architekt seit einigen Jahren sowohl für die Architektenkammer NRW als auch für die Wochenzeitung „Die Zeit“ anbietet. Es sind Fachexkursionen, die ihn – als langjährigen Kenner der Länder – immer wieder nach Singapur und Kuala Lumpur führen. „Auf solchen Reisen nehmen in der Regel Fachleute oder interessierte Menschen mit Vorkenntnissen teil”, so Schmale. „Für sie habe ich ein digitales Tool entwickelt, das einer vertieften, übersichtlichen Wissensvermittlung im Vorfeld wie in der Nachbereitung dient.“ Hierbei komme es vor allem darauf an, je nach Zielgruppe bestimmte Keywords einzusetzen. „Ich habe festgestellt“, so Markus Schmale zum Hintergrund, „dass es in der Architekturvermittlung nicht zuletzt auf die Sprache ankommt – auf Begriffe, die Sachverhalte komprimieren, damit man sie sich leichter merken kann.“ Junge Architekt:innen, so Schmale, sollten die Vermittlungstätigkeit wichtig nehmen. „Es geht um ein präzises Narrativ, das die einzelnen Projekte der Büros in eine lesbare Entwicklungslinie bringt.“

Diese Kommunikationsarbeit könne sich in einem strategischen Webauftritt niederschlagen oder bei Präsentationen vor Bauherr:innen angewendet werden. Schmale sieht auf dem Feld der Vermittlung Handlungsbedarf. „Kommunikation und Vermittlung sind keine nachgelagerten Schritte, sondern sind als Bestandteil des architektonischen Denkens selbst zu verstehen. Wir selbst machen in unserem Büro beispielsweise Sprech- und Vortragsübungen mit den Mitarbeiter:innen.“ Keine Frage: Schmale ist Überzeugungstäter in Sachen Architekturvermittlung.

Ein Mann mit kurzem grauem Haar und schwarzem Hemd steht in einem hellen Büro. Neben ihm befindet sich eine große Gruppe grüner Zimmerpflanzen, darunter eine Monstera und eine Palme. Im Hintergrund sind gläserne Türen, ein Sitzbereich mit blauem Sofa und weiße Büroschränke zu sehen.
© Schmale Architekten
Zur Person

Markus Schmale

Dipl.-Ing. Architekt

Sein Büro Schmale Architekten GmbH in Grevenbroich-Hemmerden steht für ästhetische Architektur mit funktionalem Anspruch, geprägt von einfachen, klaren, konstruktiven Grundsätzen.

schmale-architekten.com


Zuerst erschienen in der Printversion des Deutschen Architekt:innenblatts, Ausgabe Q2/2026 für Nordrhein-Westfalen

© privat

Frank Maier-Solgk

Düsseldorf / München

Frank Maier-Solgk ist von der Gartenkunst auf die Architektur gekommen. Er hat Kunstgeschichte, Literaturwissenschaften und Philosophie in München und Heidelberg studiert und mit einer Arbeit über den Österreicher Robert Musil promoviert. Nach Tätigkeiten als Berater von Institutionen und Unternehmen im kulturellen Bereich schreibt er seit vielen Jahren für überregionale Tageszeitungen sowie für Kunst- und – natürlich und hauptsächlich für Architekturmagazine.

Für das DAB schreibt Frank Maier-Solgk sowohl überregional als auch für den NRW-Teil. Das Spektrum seiner Themen reicht von Städtebau über Landschaftsarchitektur bis zum zirkulären Bauen. Er hat ferner Lehraufträge über journalistisches Arbeiten in Berlin und Düsseldorf wahrgenommen.

Eigentlich hat sich Frank Maier-Solgks Interesse für Architektur aus einer Leidenschaft für die europäische Gartenkunst entwickelt. Mehrere Bücher zum Beispiel über englische Landschaftsgärten in Deutschland, Renaissancegärten in Italien und französische Gärten in und um Paris sind dazu erschienen. Seine jüngste Publikation behandelt Skulpturengärten und Kunst in grünen Umfeldern („Green Fields“). Er lebt und arbeitet in Düsseldorf sowie gelegentlich in München.

Person mit lockigem Haar hält ein großes Blatt mit technischen Zeichnungen oder Plänen vor sich.
Mann in blauem Hemd hält zwei Papprollen und steht in einem Büro mit Computer und Kleidung im Hintergrund.
Person mit weißem Schutzhelm und orangefarbener Warnweste hält ein Tablet in einer Baustellenumgebung mit Gerüst im Hintergrund.

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