„Gründen ist ein fortlaufender Entwurfsprozess“
Eine Frage – mehrere Meinungen: Wie geht erfolgreiches Gründen? Persönliche Überzeugung, belastbares Netzwerk, fachliche Kompetenz – welche Weichen entscheiden über den Erfolg?
Mit einer Gründung verbinden viele zunächst einen formalen Schritt: Ein Name wird gewählt, eine Rechtsform eingetragen und damit beginnt der Weg, auf dem sich Erfolg irgendwann messen lässt oder nach außen sichtbar wird. Für mich begann Gründung bereits früher mit der Frage, welche Organisationsform zu einer bereits gelebten Zusammenarbeit passt.
Unsere Planungsgenossenschaft war nicht der Ausgangspunkt, sondern die Konsequenz aus mehreren Jahren gemeinsamer Praxis. Mit unseren Projekten entwickelte sich eine Haltung zum Planen, Bauen und zum Umgang mit Ressourcen. Mit den Projekten wuchs auch die Organisation. Unsere Struktur ermöglicht es, sich je nach persönlicher Situation, Zeit und Rolle unterschiedlich einzubringen und flexibel auf neue Situationen zu reagieren. In unseren Projekten hinterfragen wir Standards im Umgang mit Gebautem und auch die Strukturen und Prozesse, in denen Planung und Bauen stattfinden. Gründen ist deshalb kein einmaliger Moment, sondern ein fortlaufender Entwurfsprozess.
Fazit
Gründen bedeutet, Verantwortung für die eigene Arbeitsweise zu übernehmen. Für uns heißt das, Strukturen schaffen, die mit den Menschen und den Projekten wachsen dürfen.
Zuerst erschienen in der Printversion des Deutschen Architekt:innenblatts, Ausgabe Q3/2026 für die Region Berlin, Brandenburg.
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