Erfahrung trifft Zukunft: Neue Wege für die Büronachfolge
Mit „Erfahrung trifft Zukunft“ bringt die Architektenkammer Thüringen junge Planer:innen und Büroinhaber:innen zusammen. Das neue Austauschformat zeigt, wie Nachfolge im Dialog gelingen kann.
Am 12. Mai 2026 kamen in Erfurt Studierende, junge Planer:innen, Büroinhaber:innen und Geschäftsführer:innen aus Architektur und Ingenieurwesen zusammen, um sich über berufliche Perspektiven, Formen der Zusammenarbeit und die Zukunft bestehender Büros auszutauschen. Bereits zu Beginn zeigte sich das große Interesse an einem generationenübergreifenden Dialog zwischen erfahrenen Büroverantwortlichen und potenziellen Nachfolger:innen. Veranstaltet wurde der Abend von der Architektenkammer Thüringen gemeinsam mit der AG Junge Planende Thüringen und der Fachhochschule Erfurt.
Nach einer Einführung durch Erik Hupke von der Arbeitsgruppe Junge Planende Thüringen sowie kurzen Impulsen der Veranstalter:innen begann der moderierte Austausch. Zum Einstieg standen persönliche Beweggründe und Erfahrungen im Berufsalltag im Mittelpunkt: Was führte die Teilnehmenden zur Veranstaltung? Welche Erwartungen bestehen an die eigene berufliche Entwicklung? Welche Herausforderungen prägen den Alltag im Planungsbüro? Die Gesprächsimpulse erleichterten den Einstieg und machten unterschiedliche berufliche Perspektiven sichtbar.
Eine anschließende „Eisbrecher“-Übung verdeutlichte verschiedene Sichtweisen innerhalb der Gruppe und leitete in das zentrale Format des Abends über. Im Rahmen eines Speed-Datings kamen die Teilnehmenden in kurzen Gesprächsrunden miteinander in Kontakt. Der intensive Austausch entwickelte schnell eine hohe Dynamik und dauerte schließlich rund anderthalb Stunden an.
Im weiteren Verlauf rückten Fragen der Büro- und Unternehmensnachfolge stärker in den Fokus. Diskutiert wurden mögliche Modelle der Zusammenarbeit, Erwartungen an zukünftige Partnerschaften sowie Perspektiven für die kommenden Jahre. Dabei wurde deutlich, dass Nachfolgeprozesse im Planungswesen selten standardisiert verlaufen. Persönliche Zielvorstellungen, wirtschaftliche Rahmenbedingungen und die jeweilige Bürokultur prägen die Übergabeprozesse maßgeblich und erfordern individuelle Lösungen.
Besondere Aufmerksamkeit galt zudem den Anforderungen, die mit der Führung und Weiterentwicklung eines Planungsbüros verbunden sind. Neben der eigentlichen Planungsarbeit wurden Themen wie Mitarbeiter:innenführung, Projektmanagement, Akquise, Kommunikation, Buchhaltung, Datenorganisation sowie rechtliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen angesprochen. Auch der Wunsch nach Mentoring, kollegialem Austausch und praxisnaher Begleitung wurde mehrfach formuliert.
Die Gespräche machten deutlich: Erfolgreiche Nachfolgeprozesse hängen nicht allein von organisatorischen Fragen ab, sondern vor allem von Vertrauen, gemeinsamen Werten und der passenden Konstellation zwischen Büro und Nachfolge. Die Veranstalter sehen darin den Auftakt für einen langfristigen Austausch zur Zukunft der Planungsbüros in Thüringen – weitere Vernetzungsformate sind bereits geplant.
Sarah Maria Rothe
Fortbildung und Öffentlichkeitsarbeit Architektenkammer Thüringen DAB Redaktion ThüringenDas könnte Sie auch interessieren
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