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Junge Menschen in der Berufspolitik? – Auf jeden Fall!

Nachwuchs-Kolumne: Als ich Anfang des Jahres als Junior-Stadtplanerin neu in den Vorstand der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen (AKNW) gewählt wurde, fragte mich eine Kollegin an der Hochschule ganz erstaunt, was ich denn als junge Planerin in der Kammer machen würde?

Hanna Potulski
19.08.2026 2min
Gruppe von elf Personen auf einer Dachterrasse mit Turm und Stadthintergrund.
Neu formierter Junior-Mitglieder Ausschuss der AKNW NRW (Ausschussvorsitzende: Architektin Junior-Stadtplanerin, M. Sc. Hanna Potulski)
© AKNW

Damals und heute kann ich betonen, dass es gerade als junge Planer:in wichtig ist, sich berufspolitisch zu engagieren und für den Berufsstand einzusetzen. Jahrzehnte der Berufspraxis liegen vor uns, die es gilt, mit jungen Ideen und Vorstellungen mitzugestalten und zu prägen. Im Studium habe ich „Kammer“ mit Titelschutz, Bauvorlageberechtigung und Versorgungswerk verbunden. Heute weiß ich, dass Kammern viel mehr sind, dass sie den Diskurs pflegen, was unseren Berufsstand ausmacht und wie wir uns selbstverwaltet weiterentwickeln wollen. Gleichzeitig sind Kammern vor allem große berufliche Netzwerke. Netzwerke sind es, die junge Planer:innen erst noch aufbauen.

Baukammergesetz öffnet Kammer für Absolvent:innen

Mit der Sag JA*-Kampagne bestehen schon lange umfangreiche Informationsmöglichkeiten zur Junior-Mitgliedschaft in NRW. Mit dem neuen Baukammergesetz wurde 2022 in Nordrhein-Westfalen die Möglichkeit geschaffen, sich als Junior-Mitglied bereits als Absolvent:in in die Architektenkammer NRW eintragen zu lassen. In allen vier Fachrichtungen – Architektur, Stadtplanung, Landschaftsarchitektur bis hin zur Innenarchitektur – kann man nun schon während seiner zweijährigen berufspraktischen Zeit Teil der Kammer werden und von den Leistungen der Kammer profitieren.  

Unsere gebaute Umwelt zu planen und mitzugestalten, ist für mich einer der schönsten Berufe der Welt. Ich möchte mich für die Belange von Junior-Planer:innen in der Architektenkammer einsetzen und interdisziplinäre Netzwerke bauen.

Hanna Potulski

Wachsendes Gewicht der Nachwuchsvertretung

Aktuell sind bereits rund 1.800 eingetragene Junior-Mitglieder in der AKNW dabei. Seither haben sich mehrere Verbände und Untergruppen gegründet, aus denen vier Junior-Listen zur Kammerwahl 2025 angetreten sind. Ich bin Gründungsmitglied von Junior:innen NRW – wir tragen die Junior:in im Namen und sind bewusst eine interdisziplinäre Gruppe aller vier Fachrichtungen, die junge Planer:innen in NRW vernetzen will. Wir waren überrascht, dass wir uns nun direkt einbringen können.

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Erster Ausschuss für den Berufsnachwuchs

Seit der letzten Kammerwahl im Herbst 2025 besteht in NRW der neu gegründete Junior-Mitgliederausschuss. Dort treten nun auch Junior-Architekt:innen, Junior-Stadtplaner:innen, Junior-Innenarchitekt:innen sowie Junior-Landschaftsarchitekt:innen auf AKNW-Ebene in den gemeinsamen Austausch. Themen, die alle Gruppen aus junger Perspektive einen, sind die Herausforderungen für junge Menschen beim Berufseinstieg, Interdisziplinarität sowie die zukunftsweisende Entwicklung des Berufs und der Kammer.

NRW ergänzt damit den Juniorausschuss der Bundesarchitektenkammer und bietet jungen Planer:innen die Möglichkeit der Partizipation. Dieses Erfolgsmodell sollte eine Vorlage für die Bundesländer sein, die bisher noch kein Nachwuchsangebot in dieser Form bieten. Zur Stärkung des Berufsstands und unter Berücksichtigung zunehmend standortungebundener Berufsbiografien wäre eine Vereinheitlichung der Junior-Mitgliedschaften über alle Bundesländer hinweg zukünftig wünschenswert.  

Konkrete Vorhaben für die neue Amtszeit

Fünf spannende Jahre liegen in NRW mit unserem ersten Junior-Mitgliederausschuss nun vor uns. Wir wollen unter anderem einen eigenen Juniortag einführen, uns für Weiterbildungsangebote für Juniormitglieder einsetzen und Themen der Nachhaltigkeit in der Kammer diskutieren. Wir haben jetzt die Chance, uns für den jungen Berufsstand und die Fragen unserer Zeit einzusetzen. Ich freue mich auf die Zeit mit gemeinsamen Ideen, Projekten und Diskussionen für eine junge plurale Planer:innenschaft in Nordrhein-Westfalen. 

Hanna Potulski

Architektin und Stadtplanerin

Studium der Architektur und Stadtplanung an der RWTH Aachen sowie an der École Polytechnique Fédérale de Lausanne. Seit 2019 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Städtebau und Entwerfen der RWTH Aachen. Berufliche Stationen bei rha reicher haase architekten + stadtplaner, seit 2024 Junior-Stadtplanerin. Mitglied der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen und im Juniorausschuss der Bundesarchitektenkammer.

Person mit lockigem Haar hält ein großes Blatt mit technischen Zeichnungen oder Plänen vor sich.
Mann in blauem Hemd hält zwei Papprollen und steht in einem Büro mit Computer und Kleidung im Hintergrund.
Person mit weißem Schutzhelm und orangefarbener Warnweste hält ein Tablet in einer Baustellenumgebung mit Gerüst im Hintergrund.

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