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Eine Botschaft an Hochschulen, Kammern, Politik

Nachwuchs-Kolumne: Die BuFaLa hat ihren Forderungskatalog 2026 aktualisiert. Chancengleichheit im Studium, einheitlicher Kammerzugang und Dachbegrünung – was Studierende der Landschaftsstudiengänge fordern.

Luisa Richter-Wolf
17.06.2026 4min
Ein Lehrsaal mit mehreren Studierenden, die auf eine Leinwand schauen
Bearbeitung des Forderungskatalogs auf der LASKO in Dresden © Bundesfachschaft Landschaft (BuFaLa), Jona Muser

Die Bundesfachschaft Landschaft (BuFaLa) ist die Vertretung aller Studierenden in Landschaftsstudiengängen im deutschsprachigen Raum. Somit vertritt sie nicht nur Studierende der Landschaftsarchitektur, sondern auch der Landschaftsplanung, der Landschaftsökologie oder des Landschaftsbaus. Im Oktober 2022 nahm ich zum ersten Mal an einem ihrer jährlichen Treffen, den Studierendenkonferenzen Landschaft (LASKO), teil. Hier entstand die Idee für einen Forderungskatalog, in dem Positionen, Wünsche und Forderungen, die aus der Studierendenschaft kommen, gemeinsam formuliert und veröffentlicht werden. Nach der ersten Version aus dem Jahr 2024 wurde dieser Katalog im Mai 2026 aktualisiert. Zeit für einen Einblick in den aktuellen Stand des lebendigen Dokuments. 

Gleiche Chancen beginnen im Seminarraum 

Wir fordern, dass Hochschulen alle Ressourcen bereitstellen, die für verpflichtende Studienleistungen erforderlich sind. Gerade in den Bereichen Landschaftsarchitektur und Landschaftsplanung sind Modelle und großformatige Pläne üblich. Wer die Kosten dafür nicht aufbringen kann, jobbt mehr, studiert länger – oder bricht sogar ab. Wer wohlhabende Eltern hat, ist im Vorteil. Das verstärkt ungleiche Chancen. 

Konkret fordern wir jederzeit zugängliche Werkstätten und Arbeitsräume für Studierende, frei verfügbare Materialien, Werkzeuge und Literatur sowie institutionell bereitgestellte Software und Hardware. Auch Open-Source-Software sollte in der Lehre zum Standard werden, um zusätzliche finanzielle Belastungen zu vermeiden. 

Wer sich hochschulpolitisch engagiert, verlängert dadurch oft sein Studium. Wir fordern deshalb einen Aufwandsausgleich für Gremienarbeit, zum Beispiel in Form einer Anrechnung als ECTS-Punkte. Zudem fordern wir eine Vertretung der Studierendenschaft in allen relevanten Gremien sowie angemessene Raumgrößen und Infrastruktur für studentische Vertretungen. Von unseren Hochschulen fordern wir außerdem nachhaltige Mobilität an den Hochschulstandorten, Doppelabschlussprogramme, Inklusion und Chancengleichheit sowie datenschutzgerechte und sozial gerechte Regelungen zur Prüfungsanmeldung. 

Es braucht verbindliche Instrumente zur Sicherung der Lehrqualität und spürbare Konsequenzen aus Evaluationen. Darüber hinaus fordern wir, dass das Studium zukunftsfähig bleibt: eine inter- und transdisziplinäre Erweiterung, kritische KI-, Daten- und Methodenkompetenz, die Verankerung zukunftsrelevanter Inhalte sowie deren stetige Weiterentwicklung. Dazu gehört auch ein strukturierter Übergang vom Studium in die Praxis mit beruflicher Orientierung in möglichen Arbeitsfeldern sowie Informationen zu relevanten Institutionen, Weiterbildungsmöglichkeiten und dem Honorarsystem. 

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Von der Kammer bis zur Dachbegrünung 

Die BuFaLa richtet auch berufsständische Forderungen an die Architektenkammern und Verbände. Der Zugang hängt heute davon ab, in welchem Bundesland jemand studiert hat. Das ist nicht gerecht. Die BuFaLa fordert daher einen deutschlandweit einheitlichen Zugang zu den Architektenkammern, eine einheitliche Juniormitgliedschaft für Studierende in allen Kammern sowie eine Aufklärung über die Aufgaben und Funktionen der Kammern im Studienverlauf. Zudem soll die inter- und transdisziplinäre Zusammenarbeit systematisch gefördert werden – nicht nur zwischen den Fachrichtungen, sondern auch in Formaten, die Verwaltung, Politik, Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Praxis einbinden. 

Konkrete fachbezogene Forderungen werden an Politik und Entscheidungsträger adressiert: Vorhandene Flächen müssen genutzt werden, bevor neue versiegelt werden. Bestehende Infrastruktur muss gepflegt statt umgebaut werden. Die ökologische Resilienz darf nicht verhandelt werden. Konkret fordert die BuFaLa eine Dachnutzungspflicht, die mindestens eine extensive Begrünung oder eine Kombination aus Begrünung und Solar vorsieht, wobei eine intensive Begrünung mit Nutzungsmöglichkeiten bevorzugt wird. 

Außerdem fordert sie den Vorrang des Schutzes bestehender Natur-, Frei- und Grünflächen gegenüber der Ausweisung neuer Baugebiete. Die Pflege vorhandener Freiräume soll Vorrang vor Um- und Neubau haben – nachhaltig, ressourcenschonend und ökologisch, sozial sowie ästhetisch wertvoll. Zudem muss die verpflichtende Verankerung ökologisch resistenter räumlicher Entwicklung erfolgen.   

Im Oktober geht es weiter 

Der Forderungskatalog der Bundesfachschaft Landschaft wird auch auf der nächsten Studierendenkonferenz Landschaft vom 11. bis 17. Oktober 2026 an der Ostschweizer Fachhochschule (OST) in Rapperswil-Jona in der Schweiz weiterbearbeitet werden. Es lohnt sich also, die Forderungen der Studierendenschaft im Auge zu behalten. Solltest du selbst in einem der Landschaftsstudiengänge studieren und weitere Forderungen einbringen wollen, dann wäre ein Besuch der LASKO in Rapperswil im Oktober deine Chance dazu. 

Luisa Richter-Wolf

Kolumnistin

Luisa Richter-Wolf schreibt über Landschaftsarchitektur an den Unis, im Beruf und im Alltag. Sie absolvierte ihren Bachelor in der Landschaftsarchitektur an der Technischen Universität Berlin und studiert dort nun im Master weiter. Sie engagiert sich in der Bundesfachschaft Landschaft. Seit 2023 bringt sie das Thema Landschaftsarchitektur in unsere wöchentlichen Nachwuchs-Kolumnen ein.

Person mit lockigem Haar hält ein großes Blatt mit technischen Zeichnungen oder Plänen vor sich.
Mann in blauem Hemd hält zwei Papprollen und steht in einem Büro mit Computer und Kleidung im Hintergrund.
Person mit weißem Schutzhelm und orangefarbener Warnweste hält ein Tablet in einer Baustellenumgebung mit Gerüst im Hintergrund.

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