Überzeugen mit Bildern und Effizienz
Studiobesuch: Im Dortmunder Büro bjp | bläser jansen partner werden Quartiere und Städte mit neuen Ideen geplant – und zwar ohne die Nächte durchzuarbeiten.
Nächte durcharbeiten, um die Präsentation für die Bauherrschaften zu perfektionieren? Nein – so stellen sich Daniel Bläser und Hendrik Jansen die Arbeitskultur bei sich im Büro nicht vor. Vielmehr setzen die Inhaber auf ausgeruhtes und gut strukturiertes Arbeiten. „Wir versuchen, uns am Anfang kompakt Zeit zu nehmen, um Varianten durchzudenken“, sagen die beiden Stadtplaner. „Dann legen wir uns früh auf einen konzeptionellen Gedanken fest und arbeiten diesen aus.“
So kann das Team seine Arbeitskraft zielgerichtet einsetzen. Für die Mitarbeiter:innen setzen die Büroinhaber also auf Orientierung: Timelines mit Puffern, ein hoher Digitalisierungsgrad.
Spielerische Anfänge
Seit fast 15 Jahren erarbeiten Daniel Bläser und Hendrik Jansen mit ihrem Büro in Dortmund Ideen für Quartiere und Städte in ganz Deutschland. Kennengelernt haben sich die beiden als Wissenschaftler an der Universität Duisburg-Essen am Institut für Stadtplanung und Städtebau. „Da haben wir gemerkt, dass wir gut zusammenarbeiten können und eine ähnliche Idee von städtebaulicher Gestaltung haben“, sagt Hendrik Jansen.
Der Anfang sei „eher spielerisch“ gewesen. Neben ihrer Tätigkeit an der Uni haben sich die beiden für erste Projekte beworben, anfangs viel in Kooperationen mit größeren Büros. „Das Problem ist, dass man zu Beginn noch keine Referenzen vorweisen kann. Und im Städtebau dauert es Jahre, bis Projekte wirklich umgesetzt sind“, nennt Daniel Bläser eine Schwierigkeit für junge Planungsbüros.
Effizienz, digital unterstützt
In manchen Ausschreibungen seien spezifische Referenzen selbst heute noch ein Problem. Das zehnköpfige Team von bjp arbeitet in den Bereichen Städtebau, Stadtplanung und Strategie – und das sehr digital. „Das Büro muss sich unseren Lebensrealitäten anpassen. Unser gesamtes Team hat sich Agilität und Flexibilität auf die Fahnen geschrieben“, betont Daniel Bläser.
Dieses effiziente Arbeiten, das viel durch digitale Tools unterstützt und beschleunigt wird, sei ein entscheidender Erfolgsfaktor des Büros. Wichtig ist den beiden Stadtplanern außerdem ein sehr visuelles Arbeiten mit einer bildhaften Sprache.
Wohnquartier in Mainz
Ein Projekt, das die Planer seit Langem begleitet, ist das Wohnquartier „Am Medienberg“ in Mainz. Hier erhielt bjp den ersten Preis im Team mit dem Stockholmer Büro Mandaworks für seinen Entwurf. Da viel Wohnraum gebraucht wird, plante bjp urbane Blockrandbebauung mit Höhenstaffelungen und Rücksprüngen im Kernbereich.
Die Jury lobte die „spannungsvollen, sich öffnenden bzw. verjüngenden Binnenräume“ und die hohen städtebaulichen und freiraumplanerischen Qualitäten. „Jetzt können wir diese Freiräume im Detail planen. Es ist schön, so intensiv weitermachen zu können“, freuen sich Bläser und Jansen.
Talachse und Klimasiedlung
Was die beiden auszeichnet: „Wir trauen uns immer, den Blick zu weiten.“ Als es in Wuppertal um die Gestaltung der Talachse ging, war bjp das einzige Büro, das die Hügel an den Seiten mit betrachtete. Für die Klimasiedlung in Herne, wo sie den ersten Preis für den Rahmenplan errangen, entwarfen sie kleine Hofgemeinschaften mit gemeinschaftlichen Nutzungen, verteilt im Grünraum. So kann die Luft dazwischen durchströmen.
„Unsere Projekte orientieren sich immer am Kontext, wir erarbeiten individuelle Lösungen, die zum Ort passen“, betont Hendrik Jansen. Mobilität und sozialer Kontext werden ebenso bedacht wie Folgebedarfe, etwa Kitas und Schulen.
Nah dran am Nachwuchs
Auch die Tätigkeit von Daniel Bläser und Hendrik Jansen in der Lehre gibt frischen Input. So forscht Hendrik Jansen, seit 2024 an der Universität Rostock, aktuell zu kreislauffähigen Materialien und Ressourceneinsatz im Bauwesen. Daniel Bläser lehrt seit 2025 an der Jade Hochschule in Oldenburg.
Beide sind also nah dran am Berufsnachwuchs. „Wir sind analytisch und manchmal herausfordernd“, stellt Bläser fest. Oft helfe es, mit konkreten Daten argumentieren zu können. Die jungen Mitarbeitenden sehen die beiden dabei als Korrektiv, die Ideen mit unvoreingenommenem Blick prüfen und Themen wie Umbau und Substanzerhalt vorantreiben.
Zuerst erschienen in der Printversion des Deutschen Architekt:innenblatts, Ausgabe Q3/2026 für Nordrhein-Westfalen.
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