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„Gute Planerinnen und Planer entwickeln nicht nur fachliche Kompetenz, sondern auch Haltung“

Eine Frage – mehrere Meinungen: Zukunft gestalten, aber womit? Für Andreas Reiser zählt Persönlichkeit statt Anerkennung und der Mut zum Fehler.

Porträt eines Mannes
© Privat

Andreas Reiser

Architekt

Andreas Reiser studierte an der Hochschule München Architektur und arbeitete als Projektleiter bei Dietrich I Untertrifaller in München. Seit 2024 leitet er das Tiefbauamt Mittenwald. 

23.09.2026 2min

Zukunft gestalten, aber womit? Junge Köpfe sind gefragt. Welche Fähigkeiten sind nötig, um die zentralen Zukunftsaufgaben zu bewältigen, die sich in Architektur, Stadt- und Landschaftsplanung stellen?


Die Zukunft der Architektur, Stadt- und Landschaftsplanung wird nicht allein durch neue Technologien oder digitale Werkzeuge gestaltet, sondern vor allem durch die Fähigkeiten der Menschen, die sie einsetzen. Entscheidend sind Teamfähigkeit, Empathie und Kommunikationsstärke, denn komplexe Herausforderungen wie Klimawandel, Ressourcenknappheit oder sozial gerechte Stadtentwicklung lassen sich nur gemeinsam und interdisziplinär lösen. Ebenso wichtig sind Neugier, Mut zum Experimentieren und die Bereitschaft, aus Fehlern zu lernen. Gute Planerinnen und Planer entwickeln nicht nur fachliche Kompetenz, sondern auch Haltung: Sie hinterfragen Bestehendes, übernehmen Verantwortung und behalten den Menschen im Mittelpunkt ihres Handelns.  

Architektinnen und Architekten suchen häufig nach Anerkennung und Bestätigung. Dieses Streben führt meines Erachtens zu einer falschen Herangehensweise im Studium und kann im Berufsleben Ausbeutung begünstigen. Für uns junge Planerinnen und Planer geht es vor allem darum, eine Persönlichkeit zu entwickeln, eigenständig zu denken und seine Meinung zu äußern. Architektur ist etwas Fundamentales, etwas Nahbares, etwas Begreifliches, lasst es uns auch weiterhin verständlich halten.

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Fazit

In einer Zeit, in der wir durch Normierungen, Vorschriften und Lobbyismus großer Firmen immer weiter in eine Spirale der Angst vor Fehlern und damit einhergehenden Haftungen rutschen, liegt es an uns, es auch mal wieder einfacher zu halten. Gelöster, befreiter und manchmal auch logischer.  

 


Zuerst erschienen in der Printversion des Deutschen Architekt:innenblatts, Ausgabe Q3/2026 für Bayern.

Person mit lockigem Haar hält ein großes Blatt mit technischen Zeichnungen oder Plänen vor sich.
Mann in blauem Hemd hält zwei Papprollen und steht in einem Büro mit Computer und Kleidung im Hintergrund.
Person mit weißem Schutzhelm und orangefarbener Warnweste hält ein Tablet in einer Baustellenumgebung mit Gerüst im Hintergrund.

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