„Der Prozess endet oft vor der Umsetzung“
Eine Frage – mehrere Meinungen: Wie wirksam ist Architekturvermittlung? Sie schafft Zugänge zu Baukultur – doch knappe Zeit und Ressourcen begrenzen oft ihre nachhaltige Wirkung
Das Format „DorfDialog – Ortsgestaltung mit Architekten“ wird seit 2018 von der Heimvolkshochschule am Seddiner See und der Brandenburgischen Architektenkammer angeboten. Nach Interessenbekundung begleitet ein Team aus Architektur und Landschaftsarchitektur den Prozess über etwa sechs Monate.
Auf eine Startphase mit Dorfrundgang und Themenklärung folgt die Arbeitsphase mit einem lokalen Kernteam aus engagierten Bürger:innen sowie Ortsvorsteher:innen oder Bürgermeister:innen. Typische Themen sind ortsbildprägende Gebäude und Freiräume wie Dorfanger oder Straßen. Entwürfe werden gemeinsam diskutiert und weiterentwickelt.
In einer Abschlussveranstaltung werden Ergebnisse vorgestellt und erste Schritte zur Umsetzung besprochen. Die weitere Realisierung erfolgt meist ohne fachliche Begleitung. Das Format wird positiv aufgenommen, jedoch wird der fehlende Support in der Umsetzungsphase häufig kritisiert. Das Landesbudget ist als pauschale Aufwandsentschädigung angelegt und ersetzt keine reguläre Honorierung.
Fazit
Bürgerschaftliches Engagement im Dorf braucht fachliche Begleitung. Der Dorfdialog zeigt, wie die Kooperation mit Architekt:innen eine erfolgreiche Ortsentwicklung anstoßen kann.
Zuerst erschienen in der Printversion des Deutschen Architekt:innenblatts, Ausgabe Q2/2026 für die Region Berlin, Brandenburg
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