Deutsches Architektenblatt Logodab-logo
Finden Sie genau die Themen,
die Sie interessieren

Die beliebtesten Themen:

Deutsches Architektenblatt Logodab-logo Deutsches Architektenblatt Logodab-logo-description

„Architektur ist kein Produkt, sondern bildnerische Praxis“

Eine Frage – mehrere Meinungen: Zukunft gestalten, aber womit? Sophie Ramm plädiert für Architektur als bildnerische Praxis statt als optimiertes Produkt.

Porträt einer Frau
© Privat

Sophie Ramm

Architekturtheoretikerin und Malerin

Sophie Ramm lehrt und promoviert am Forschungsbereich für Architekturtheorie und Technikphilosophie der Technischen Universität Wien. 

22.09.2026 2min

Zukunft gestalten, aber womit? Junge Köpfe sind gefragt. Welche Fähigkeiten sind nötig, um die zentralen Zukunftsaufgaben zu bewältigen, die sich in Architektur, Stadt- und Landschaftsplanung stellen?


Die Frage nach den Fähigkeiten zur Bewältigung der Zukunftsaufgaben verweist zugleich auf das Vermögen der Architektur selbst und darauf, wie dieses in der Gegenwart kultiviert werden kann. Architektur erschöpft sich weder im Hervorbringen von Gebäuden noch in der Reaktion auf Gegenwartsprobleme – sie entfaltet ihr Potenzial in den fortwährenden Übersetzungen zwischen Wahrnehmen, Denken, Zeichnen, Schreiben und Entwerfen. In diesen Bewegungen werden Informationen nicht lediglich verarbeitet, sondern gewichtet, geordnet und in räumliche Beziehungen übersetzt. 

Gerade weil Technologien immer leistungsfähiger werden, erscheint es umso wichtiger, dieses Potenzial der Architektur nicht mit der Effizienz ihrer Werkzeuge zu verwechseln. Architektur ist weniger als optimiertes Produkt denn als eine bildnerische Praxis zu verstehen. Ihre Eigenständigkeit ergibt sich aus der Auseinandersetzung mit komplexen Referenzen und der Fähigkeit, sie in eine sinnstiftende architektonische Sprache zu übersetzen. 

ANZEIGE
ANZEIGE

Fazit

Diese Übersetzungsleistungen sind für Architekturschaffende unabdingbar, weil sich in ihnen das Vermögen der Architektur kultiviert, technische, räumliche und gesellschaftliche Anforderungen auszutarieren und Zukunft im Entwerfen zu vergegenwärtigen.


Zuerst erschienen in der Printversion des Deutschen Architekt:innenblatts, Ausgabe Q3/2026 für Bayern.

Person mit lockigem Haar hält ein großes Blatt mit technischen Zeichnungen oder Plänen vor sich.
Mann in blauem Hemd hält zwei Papprollen und steht in einem Büro mit Computer und Kleidung im Hintergrund.
Person mit weißem Schutzhelm und orangefarbener Warnweste hält ein Tablet in einer Baustellenumgebung mit Gerüst im Hintergrund.

Bauen Sie Ihre
Zukunft – jetzt
Stellen entdecken

Das könnte Sie auch interessieren

Hamburger Architekturbüro gestaltet den Deutschen Pavillon bei der 20. Architekturbiennale Venedig

Türschwellen, Treppenhäuser, Höfe – banale Übergänge oder Orte des Zusammenlebens? KAWAHARA KRAUSE ARCHITECTS geben mit vier Hochschulen eine Antwort. 

Meldungen Bundesweit, Hamburg
04.09.2026
Eine architektonische Visualisierung zeigt einen zentralen Platz mit einem massiven Neubau aus hellem Mauerwerk, der sich zwischen historische Gebäude mit Satteldächern einfügt, große Öffnungen und Einblicke lassen Nutzung und Aktivität erkennen, während Menschen den Platz durchqueren oder sich versammeln, wodurch das Bild die Schaffung eines neuen öffentlichen Zentrums verdeutlicht, das Bestand und Neubau verbindet und Raum für kulturelle, soziale und gemeinschaftliche Aktivitäten bietet.

Sanierung von Schloss Köthen: Architekturwettbewerb entschieden

Schloss Köthen in Sachsen-Anhalt soll zu einem zeitgemäßen Museums- und Kulturstandort weiterentwickelt werden. Ein Wettbewerbsverfahren liefert dafür architektonische und freiraumplanerische Impulse.

Meldungen Sachsen-Anhalt
27.01.2026
"Rückansicht einer Frau mit langem, graumeliertem Haar in schwarzem Oberteil. Sie steht vor einer großen rostfarbenen, strukturierten Metallplattenwand mit horizontalen Fugen und silbernen Befestigungsschrauben. Die Frau berührt die Wand mit ihrer rechten Hand."

Gebautes erklärt sich nicht von selbst

Baukultur betrifft alle, aber kaum jemand redet darüber. Dabei ist baukulturelle Bildung keine Frage des Geschmacks, sondern eine Frage der Demokratie.

Berufspolitik Bundesweit
01.06.2026
Mann mit dunklem Hemd und beiger Hose steht vor einer Glasfront mit Blick auf Garten und Bäume.
Geschwungene Holzstruktur mit parallelen Linien, die eine organische, fließende Form bilden.
Freitreppe mit grasbedeckten Seitenflächen vor einem modernen, geschwungenen Gebäude mit weißer Fassade und dunklem Unterbau.
Blick über eine große, gepflasterte Fläche auf ein modernes Gebäude mit schrägen Stützen und Glasfassade, im Hintergrund Stadtgebäude und Bäume.

Neues Wissen,
smarte Projekte und
inspirierende Ideen

Entdecken Sie die Welt der Architektur – 
jetzt im exklusiven DAB Update!

Bitte gültige E-Mail-Adresse eingeben. Bestätigung der Datenschutzerklärung ist erforderlich.