„Architektur ist kein Produkt, sondern bildnerische Praxis“
Eine Frage – mehrere Meinungen: Zukunft gestalten, aber womit? Sophie Ramm plädiert für Architektur als bildnerische Praxis statt als optimiertes Produkt.
Zukunft gestalten, aber womit? Junge Köpfe sind gefragt. Welche Fähigkeiten sind nötig, um die zentralen Zukunftsaufgaben zu bewältigen, die sich in Architektur, Stadt- und Landschaftsplanung stellen?
Die Frage nach den Fähigkeiten zur Bewältigung der Zukunftsaufgaben verweist zugleich auf das Vermögen der Architektur selbst und darauf, wie dieses in der Gegenwart kultiviert werden kann. Architektur erschöpft sich weder im Hervorbringen von Gebäuden noch in der Reaktion auf Gegenwartsprobleme – sie entfaltet ihr Potenzial in den fortwährenden Übersetzungen zwischen Wahrnehmen, Denken, Zeichnen, Schreiben und Entwerfen. In diesen Bewegungen werden Informationen nicht lediglich verarbeitet, sondern gewichtet, geordnet und in räumliche Beziehungen übersetzt.
Gerade weil Technologien immer leistungsfähiger werden, erscheint es umso wichtiger, dieses Potenzial der Architektur nicht mit der Effizienz ihrer Werkzeuge zu verwechseln. Architektur ist weniger als optimiertes Produkt denn als eine bildnerische Praxis zu verstehen. Ihre Eigenständigkeit ergibt sich aus der Auseinandersetzung mit komplexen Referenzen und der Fähigkeit, sie in eine sinnstiftende architektonische Sprache zu übersetzen.
Fazit
Diese Übersetzungsleistungen sind für Architekturschaffende unabdingbar, weil sich in ihnen das Vermögen der Architektur kultiviert, technische, räumliche und gesellschaftliche Anforderungen auszutarieren und Zukunft im Entwerfen zu vergegenwärtigen.
Zuerst erschienen in der Printversion des Deutschen Architekt:innenblatts, Ausgabe Q3/2026 für Bayern.
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