Neue Wissensplattform für einfaches und experimentelles Bauen
Plattform-E bündelt praxiserprobtes Wissen rund um einfaches und experimentelles Bauen und schafft damit einen Orientierungsraum für alle Akteurinnen und Akteure der Branche.
Ziel von Plattform-E ist es, einfaches und experimentelles Bauen systematisch sichtbar, anwendbar und skalierbar zu machen. Die Plattform wurde 2025 von der Nachhaltigkeitsberatung BuildSystems initiiert und durch die Stiftung Built by Nature gefördert. In einer ersten Machbarkeitsphase wurden gemeinsam mit relevanten Zielgruppen Bedarfe und Formate entwickelt. Der vollständige Plattformausbau ist für 2026 geplant.
Hintergrund ist das Konzept des Gebäudetyps E: Bauherren und Planende weichen bewusst von Normen und Regelwerken ab – dort, wo es sinnvoll erscheint und die Sicherheit der Gebäude und Bewohner nicht beeinträchtigt wird. Vereinfachte Haustechnik, reduzierter Schallschutz oder alternative Baustoffe sollen kostengünstigere und ressourcenschonendere Gebäude ermöglichen. Für die Pilotprojekte in Bayern werden die Auswirkungen auf Kosten und Qualität von der TU Braunschweig wissenschaftlich begleitet und ausgewertet.
Was bietet die Plattform?
Plattform-E verknüpft technische, planerische und rechtliche Dimensionen des einfachen Bauens in einem zielgruppenorientierten Informationsangebot. Im Mittelpunkt stehen analysierte Referenzprojekte, darunter das „Haus fast ohne Heizung“ in Ingolstadt, das erste Mehrfamilienhaus nach dem Gebäudetyp E in Deutschland, das Morellenquartier nach dem Hamburg-Standard und das Low-Tech-Bürogebäude RESI. Für jedes Projekt werden konkrete Entscheidungsparameter aufbereitet. Welche Standards wurden reduziert? Welche technischen Vereinfachungen wurden umgesetzt? Welche rechtlichen Spielräume wurden genutzt?
Ergänzend stellt die Plattform operationalisierbare Inhalte bereit, darunter Planungsunterlagen, konstruktive Details, Vertragsauszüge, standardisierte Projektkennzahlen zu Kosten, CO2 und Betrieb sowie Ablaufdiagramme zu Genehmigungs- und Planungsprozessen. Ein KI-gestützter Assistent ermöglicht den interaktiven Zugang zur Wissensbasis und beantwortet individuelle Fach- und Rechtsfragen direkt.
Plattform-E versteht sich jedoch nicht nur als Informationsplattform, sondern auch als kollaboratives Netzwerk. Workshops, interdisziplinäre Runde Tische und Community-Formate wie Video-Interviews oder eine „Fuck Up Show“ fördern den offenen Austausch über Erfahrungen, Fehler und neue Wege. Ein Novum, wie der Gebäudetyp E.
Faktenkasten
Faktenkasten
Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Mitwirkung unter: www.plattform-e.org
DAB Redaktion
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