Hambacher Schloss verbindet Baukultur, Demokratie und Moderne
Lieblingsort: Im Wettbewerb um den Eingang zum Hambacher Schloss holte Joachim Becker, Architekt aus Neustadt, den zweiten Preis. Heute schätzt er, wie Max Dudler den Ort weitergebaut hat.
Hoch über Neustadt an der Weinstraße, im Pfälzer Wald, thront das Hambacher Schloss auf 376 m Höhe. Ein geschichtsträchtiger Ort mit spannender Architektur: Im Mittelalter als Burg erbaut, zerfiel das Schloss im 17. Jahrhundert und wurde erst im 20. und 21. Jahrhundert umfassend restauriert und modernisiert. Heute zählt das Hambacher Schloss zu den bedeutendsten touristischen Zielen in Rheinland-Pfalz und gilt als Wiege der deutschen Demokratie.
Für uns Architekten heißt es jedes Jahr „Hinauf, hinauf zum Schloss“. Denn in den historischen Mauern finden seit 2014 die Hambacher Architekturgespräche statt. Die Veranstaltung der Architektenkammer Rheinland-Pfalz in Kooperation mit der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz widmet sich der Zukunft des baukulturellen Erbes. Und das unter ganz unterschiedlichen Gesichtspunkten wie Resilienz, Nachhaltigkeit, Nachkriegsmoderne und Digitalisierung. 2026 liegt der Fokus auf der Umnutzung von Denkmälern zu Wohnraum.
Doch nun zur faszinierenden Architektur, mit der ich mich intensiv im europaweiten Wettbewerb „Entreesituation Hambacher Schloss“ beschäftigt habe und zusammen mit Landschaftsarchitekt Bernd Hofmann den zweiten Preis erzielen konnte. Mit der Neugestaltung des Hambacher Schlosses (2005–2018) ist dem Schweizer Architekten Max Dudler ein Meisterwerk gelungen. Dudler schuf eine Ringerschließung, die den Aufgang zum Schloss neu inszeniert und den historischen Charakter bewahrt, während sie gleichzeitig moderne Akzente setzt.
Ergänzt wurden ein Besucherzentrum und ein Restaurant, das sich harmonisch an die alten Wehrmauern anschmiegt. Der Einsatz von ortstypischem Sandstein und die zeitgemäße Interpretation der Fassaden sind ein gelungenes Beispiel für die Symbiose von Historie und Moderne – ein Ort, der zu meinen Lieblingsplätzen zählt.
Zuerst erschienen in der Printversion des Deutschen Architekt:innenblatts, Ausgabe Q1/2025 für die Region Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland.
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