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Prinzipiell interdisziplinär: Axel-Bundsen-Studienpreis 2025 verliehen

In gemischten Teams entwickelten Studierende aus Schleswig-Holstein Konzepte für die Markedshallen Nykøbing auf der dänischen Insel Falster. Sechs von ihnen erhielten einen Preis.

Architekten- und Ingenieurkammer Schleswig-Holstein
23.01.2026 4min
Weiterbauen Awards Studium Schleswig-Holstein
Luftaufnahme eines ehemaligen Industrieareals mit langem Backsteingebäude und angrenzenden Straßen.
Die Markthalle liegt im Hafen von Nykøbing an der Schnittstelle von Innenstadt und Wasser und ist ein zentraler Baustein der Quartiersentwicklung Kajen mit klarem Fokus auf junge Menschen. © Markedshallen/Guldborgsund Kommune

Jährlich lobt die Axel-Bundsen-Stiftung den Axel-Bundsen-Studienpreis aus. Die Stiftung wurde 1994 von der Architekten- und Ingenieurkammer Schleswig-Holstein gemeinsam mit dem Land Schleswig-Holstein ins Leben gerufen; ihr Zweck ist die Förderung der Aus- und Fortbildung des Berufsnachwuchses von Architekt:innen und am Bau tätigen Ingenieur:innen. Zur Teilnahme am Axel-Bundsen-Studienpreis sind Studentinnen und Studenten bauausbildender Hochschulen eingeladen. Die wechselnden Aufgabenstellungen greifen aktuelle Herausforderungen des Bauens auf und bieten den Teilnehmenden Gelegenheit, interdisziplinäre Zusammenarbeit, konzeptionelles Denken und praxisnahe Entwurfsprozesse unter realitätsnahen Bedingungen einzuüben. 

Im Frühjahr 2025 wurde die diesjährige Aufgabe ausgelobt: die Konzeptentwicklung für die „Markedshallen“ in der süddänischen Stadt Nykøbing Falster. Ziel war die planerische Auseinandersetzung mit einer komplexen Umnutzungssituation im Bestand, und das in einem internationalen, grenzüberschreitenden Kontext. Die Projektteams, bestehend aus Studierenden der Architektur, des Bauingenieurwesens sowie der nachhaltigen Gebäudetechnik der Technischen Hochschule Lübeck, arbeiteten intensiv an integrativen Entwürfen. Fachlich betreut wurden sie durch Lehrende der TH Lübeck; der Arbeitsprozess begann mit einer Exkursion an den Ort des Geschehens. 

Schwarz-weiß-Fotografie der historischen Markedshallen mit Hafen- und Lagerbauten im Hintergrund.
Historische Aufnahme der 1916 von Architekt Paul Andersen errichteten Markthalle mit klar gegliederter Backsteinfassade und großzügigem, stützenarmem Hallenraum. © Markedshallen/Guldborgsund Kommune

Interdisziplinäres Arbeiten als Leitprinzip 

Zentrales Kennzeichen des Axel-Bundsen-Studienpreises ist stets die interdisziplinäre Zusammenarbeit – und auch in diesem Jahr prägte sie maßgeblich die Qualität der eingereichten Arbeiten. Die Studierenden entwickelten ihre Konzepte gemeinsam in Teams, in denen Architektur, Bauingenieurwesen und Technische Gebäudeausrüstung nicht nur additiv, sondern integrativ und auf Augenhöhe zusammenarbeiteten. Diese enge Abstimmung über Fachgrenzen hinweg wurde von der Jury ausdrücklich gewürdigt. 

Neben architektonischem Entwurf, städtebaulichem Kontext und Nutzungskonzept wurden konstruktive Details, technische Systeme, Energieversorgung, Wartung und Nachhaltigkeit konsequent in die Planung integriert. So entstanden ganzheitliche Konzepte, die sich nicht nur durch gestalterische Qualität, sondern auch durch technische Plausibilität und gesellschaftliche Relevanz auszeichneten. Die Jury würdigte insbesondere die Tiefe der interdisziplinären Bearbeitung sowie das ernsthafte Bemühen um die Auseinandersetzung mit den lokalen Gegebenheiten in Nykøbing Falster. Die prämierten Beiträge lieferten konkrete, qualitätsvolle und verantwortungsbewusste Antworten auf zentrale Fragen des Planens im Bestand.  

Innenraum einer alten Halle mit Ausstellungstischen, Architekturplänen und Modellen.
Arbeiten im Bestand: Studierende entwickelten 2025 in der Markthalle von Nykøbing Falster im Rahmen des Axel-Bundsen-Studienpreises Konzepte zur Umnutzung. © Markedshallen/Guldborgsund Kommune
Detailaufnahme eines Architekturmodells auf einem Tisch, im Hintergrund hängen Entwurfspläne.
Projekt Umnutzung: Maßstäbliche Setzung von Baukörpern und Freiräumen, erarbeitet 2025 von Studierenden der Architektur, des Bauingenieurwesens sowie der nachhaltigen Gebäudetechnik an der Technischen Hochschule Lübeck. © Markedshallen/Guldborgsund Kommune
Gruppe von Menschen geht über ein ehemaliges Industriegelände entlang eines Backsteingebäudes.
Zwischen Backstein, Brachflächen und Spuren früherer Hafennutzung: Das Areal rund um die Markthalle in Nykøbing Falster zeigt sich heute als offener, nur teils genutzter Stadtraum. © Markedshallen/Guldborgsund Kommune

Offizielle Preisverleihung im Rahmen des Loungeabends auf der NordBau 

Am 11. September 2025 wurden die Preisträger im Rahmen des Loungeabends auf dem Messestand der „Initiative Bauwesen“ feierlich bekannt gegeben. Die prämierten Entwürfe sowie die dazugehörigen Modelle wurden während der gesamten Messe am Stand der „Initiative Bauwesen“ ausgestellt und stießen dort auf großes Interesse bei Fachpublikum und Messebesuchern. Die Vielfalt der Ansätze und die gestalterische sowie technische Qualität der Entwürfe regten zu zahlreichen Gesprächen an. Da der Hauptausschuss seine turnusmäßige Sitzung ebenfalls am 11. September auf der NordBau abhielt, konnten auch die Mitglieder dieses Gremiums umfassend Einblick in die Arbeiten nehmen und im Rahmen des Loungeabends direkt mit den Preisträgerinnen und Preisträgern ins Gespräch kommen. Tatsächlich ermöglicht die Preisverleihung im Rahmen des Loungeabends allen Beteiligten einen echten Mehrwert. Die Studentinnen und Studenten können ihre Auszeichnung auf großer Bühne genießen und Kammermitglieder haben die Gelegenheit, engagierte und kreative Kolleginnen und Kollegen von morgen kennenzulernen. So lassen sich wertvolle Kontakte knüpfen – schließlich wird der Fachkräftemangel immer wieder als großes Problem genannt. 

Große Gruppe von Teilnehmenden und Preisträger:innen auf einer Bühne bei einer Veranstaltung.
Die Preisträgerinnen und Preisträger 2025 mit Prof. Michael Herrmann (l.) und Anton Brodmann (2. v. l.) © SIXCONCEPT

Dank an alle Beteiligten 

Die Axel-Bundsen-Stiftung dankt allen Beteiligten für das außergewöhnliche Engagement, das zur hohen Qualität dieses Wettbewerbs beigetragen hat. Ein besonderer Dank gilt der Technischen Hochschule Lübeck sowie den betreuenden Professorinnen und Professoren aus den beteiligten Fachbereichen, die den Wettbewerb mit großem Engagement begleitet haben, allen weiteren Mitwirkenden in Organisation, Betreuung und Jury. Ein herzlicher Dank geht außerdem an die Investitionsbank Schleswig-Holstein, die den Wettbewerb nicht nur erneut mit einem Preisgeld in Höhe von 3.000 Euro unterstützt hat, sondern auch an der Jurysitzung mitwirkte und bei der Auswahl der Preisträger unterstützte. Weitere 2.000 Euro steuerte die Architekten- und Ingenieurkammer Schleswig-Holstein bei, sodass in diesem Jahr insgesamt 5.000 Euro Preisgeld ausgeschüttet werden konnten. Darüber hinaus danken wir der Messe NordBau und den Holstenhallen Neumünster herzlich für die Möglichkeit, die ausgezeichneten Arbeiten einem breiten Publikum im Rahmen der Messe präsentieren zu dürfen. 

Gruppe von Preisträger:innen mit Urkunden auf einem Messestand der Initiative Bauwesen.
Erster Preis · Projekt „Fællesform“ · Lea-Marie Krause, Erik Kreuzfeldt, David Stromeier und Marieke Wallenhorst © SIXCONCEPT
Mehrere Personen präsentieren gerahmte Auszeichnungen vor einem Informationsstand zur Architektur.
Zweiter Preis · Projekt „Mursten & Mynte“ · Lisa Schöller und Franziska Hammecke © SIXCONCEPT
Preisträger:innen stehen nebeneinander und halten Urkunden bei einer Preisverleihung.
Dritter Preis · Projekt „gangART“ · Cosima Lüllau und Malin Ditschker © SIXCONCEPT
Kleine Gruppe mit Auszeichnungen posiert vor einer Ausstellungswand zum Thema Bauen und Planen.
Anerkennung · Projekt „Byens Hjerte“ · Jann Aden, Jasmin Tüxen, Leif Bernabei und Nico Hansen © SIXCONCEPT
Mehrere Personen zeigen Urkunden und Anerkennungen auf einem Messestand.
Anerkennung · Projekt „Hostelhallen“ · Jana Klattenberg und Lena Härtel © SIXCONCEPT

Architekten- und Ingenieurkammer Schleswig-Holstein

Team Presse- und Öffentlichkeitsarbeit