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Expert:innen unterstützen Gründende bei Honorar- und Vertragsfragen

Der Einstieg in die Selbstständigkeit bringt viele Unsicherheiten mit sich. Ein Expertinnen- und Expertenpool der Architektenkammer Berlin bietet praxisnahe Unterstützung.

Dr. Venetsiya Dimitrova
13.05.2026 4min
Porträt: Person mit kurzem braunen Haar im grauen Blazer steht mit verschränkten Armen vor einer rauen Betonwand und blickt ruhig in die Kamera.
Die Berliner Architektin Carolin Reibel © Dinko Verzi

Der Schritt in die Selbstständigkeit ist für viele Planerinnen und Planer ein bedeutender Meilenstein – verbunden mit großen Chancen, aber auch mit erheblichen wirtschaftlichen Unsicherheiten und Herausforderungen. Insbesondere Honorar- und Vertragsfragen sind dabei von zentraler Bedeutung. Gleichzeitig fehlen gerade in der Gründungsphase häufig belastbare Erfahrungswerte. Viele Entscheidungen müssen erstmals getroffen werden – ohne gewachsene Routinen oder Vergleichswerte aus der eigenen Praxis. 

Kollegiale Unterstützung bei Honorar- und Vertragsfragen

Hier kann der Expertinnen- und Expertenpool für Honorar- und Vertragsfragen der Architektenkammer Berlin helfen. „Mein Antrieb, ein Teil davon zu sein, ist es, Kolleginnen und Kollegen dabei zu unterstützen, fundierte und auskömmliche Honorare zu erreichen und die Sorge zu nehmen, es sei zu viel oder unangebracht“, sagt Carolin Reibel, als junge Gründerin bereits in der Gruppe aktiv und bereit, ihre Erfahrungen weiterzugeben. 

„Gerade als Innenarchitektin habe ich zu Beginn meiner Selbstständigkeit 2015 selbst die Erfahrungen gemacht, wie herausfordernd es ist, die eigenen Honorare sicher zu kalkulieren und selbstbewusst gegenüber dem Kunden zu vertreten. Diese Phase war prägend – und ich hätte mir damals sehr gewünscht, auf kollegialen Austausch und erfahrene Perspektiven zurückgreifen zu können. Heute weiß ich, wie viele Stellschrauben es gibt und wie differenziert Planungsleistungen betrachtet werden müssen.“ 

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Praxisnahe Perspektiven aus dem Berufsalltag

Mit inzwischen rund zehn Jahren Erfahrung in Kalkulation und Vertragsgestaltung als selbstständige Planerin bringt Carolin Reibel eine wertvolle und praxisnahe Perspektive in den Pool ein. Gemeinsam mit den anderen Expertinnen und Experten werden Kolleginnen und Kollegen vertraulich, praxisnah und auf Augenhöhe unterstützt. Im Kern geht es um eine kollegiale Orientierungshilfe – der direkte Austausch hilft dabei, eigene Ansätze zu reflektieren, Argumentationslinien zu schärfen und mehr Sicherheit im Umgang mit Honorar- und Vertragsfragen zu gewinnen. Ziel ist es, Handlungssicherheit aufzubauen und tragfähige Entscheidungen treffen zu können. 

Honorare als Ausdruck der eigenen Expertise verstehen

Für Carolin Reibel hat sich mit der Gründung des eigenen Studios im Jahr 2021 der Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge noch einmal deutlich geschärft. „Das hat mir geholfen, Angebote zu erstellen, die meinen Werdegang und mein Können repräsentieren. Heute verstehe ich Angebote als ein System – als eine Art Baukasten, der sowohl die eigene Expertise als auch projektspezifische Anforderungen abbildet. Für Leistungen wie ‚Bauen im Bestand‘ oder ‚zirkuläres Entwerfen‘ arbeite ich beispielsweise bewusst mit Pauschalen, weil der tatsächliche Aufwand hier oft schwer kalkulierbar und regelmäßig höher ist.“ Viele Berufskolleginnen und -kollegen nutzen solche Möglichkeiten nicht oder sind sich ihrer nicht bewusst – genau hier kann der Austausch im Pool ansetzen.

Gerade für Gründerinnen und Gründer kann dieser kollegiale Austausch entscheidend sein: Er unterstützt dabei, typische Fehler zu vermeiden, wirtschaftliche Risiken besser einzuschätzen und die eigene Position im Markt zu stärken. Gleichzeitig trägt das Angebot dazu bei, ein gemeinsames Verständnis für angemessene Honorare und faire Vertragsbedingungen zu fördern. 

Dialogwerkstatt erweitert das Angebot um Vernetzung und Diskussion

Ergänzt wird der Expertinnen- und Expertenpool durch die neue Berliner Dialogwerkstatt „Wie kommen wir gemeinsam zu einer auskömmlichen Honorierung?“ am 6. Oktober 2026. Das Format ist eine konsequente Erweiterung der kollegialen Beratung: Es schafft Raum für direkten Austausch und aktive Vernetzung im Berufsstand. Aktuelle Herausforderungen aus der Praxis werden gemeinsam diskutiert und eingeordnet. 

Gerade für Gründerinnen und Gründer bietet die Dialogwerkstatt die Möglichkeit, eigene Erfahrungen einzubringen und unterschiedliche Herangehensweisen zu reflektieren. Aus diesem Austausch können neue Impulse und konkrete Anregungen für die eigene Praxis entstehen – und nicht zuletzt mehr Sicherheit in Verhandlungen sowie eine stärkere Grundlage für die wirtschaftliche Entwicklung des eigenen Büros.

Der Expertinnen- und Expertenpool bei der Architektenkammer Berlin

Dr. Venetsiya Dimitrova

DAB Redaktion Berlin

Dr. Venetsiya Dimitrova, Berufspolitische Referentin für die Themen Wettbewerbswesen, Vergaben, Vertrags- und Honorarfragen der Architektenkammer Berlin 

Person mit lockigem Haar hält ein großes Blatt mit technischen Zeichnungen oder Plänen vor sich.
Mann in blauem Hemd hält zwei Papprollen und steht in einem Büro mit Computer und Kleidung im Hintergrund.
Person mit weißem Schutzhelm und orangefarbener Warnweste hält ein Tablet in einer Baustellenumgebung mit Gerüst im Hintergrund.

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