Bayern wählt: 799 Kandidierende zwischen 28 und 89 Jahren
Ein Blick auf die Zusammensetzung der Listen zeigt, wie sich die Bewerber:innen nach Tätigkeitsart, Fachrichtung, Alter und regionaler Herkunft verteilen.
799 Kandidierende, verteilt auf 15 Wahllisten mit je vier bis 125 Namen. Für die noch bis zum 30. April laufende Wahl zur Vertreterversammlung geht ein breites Kandidat:innenfeld ins Rennen. Über alle Listen hinweg stellen freischaffend Tätige mit 53 % eine Mehrheit der Kandidat:innen. Damit sind sie im Vergleich zu den 40,5 % freischaffenden Mitgliedern der Kammer auf den Listen etwas überrepräsentiert. Das gilt auch für die 14,4 % verbeamteten Kandidat:innen, die unter den Gesamtmitgliedern nur 3,9 % ausmachen. Dementsprechend etwas unterrepräsentiert sind dagegen die angestellten Kammermitglieder auf den Wahllisten.
Architekt:innen dominieren, Stadtplaner:innen stark vertreten
Unter den auf den Listen aufgeführten Fachrichtungen ergibt sich auf den ersten Blick eine Dominanz der Architekt:innen, die 84,1 % der Kandidat:innen stellen. Damit liegen sie allerdings sogar leicht unter ihrem Anteil von 86,5 % der Kammermitglieder. Deutlich aktiver als im Kammerdurchschnitt zeigen sich die Stadtplaner:innen: Während sie insgesamt nur 5,9 % der Mitglieder ausmachen, finden sie sich auf den Wahllisten mit 23,7 % fast viermal so häufig wieder. Allerdings ist die Stadtplanung dabei relativ selten als erste, für die Wahl maßgebliche Fachrichtung genannt, nämlich nur bei 5,6 % der Kandidierenden. Der hohe Gesamtwert kommt also vor allem dadurch zustande, dass vor allem die kandidierenden Architekt:innen häufig zugleich auch Stadtplaner:innen sind. Innenarchitekt:innen und Landschaftsarchitekt:innen sind mit jeweils 7 % auf den Listen vertreten, was weitestgehend ihren Anteilen an der Gesamtmitgliedschaft von 6 % bzw. 7,6 % entspricht. Das Durchschnittsalter der Bewerber:innen liegt bei 54 Jahren. Dabei ist die Altersspanne beachtlich und reicht vom 28-jährigen Nachwuchs bis zum erfahrenen Senior mit 89 Jahren. Auch beim Geschlechterverhältnis zeigt sich die Liste ausgewogen: Mit 41,2 % weiblichen Kandidatinnen liegt deren Anteil leicht über dem Frauenanteil in der gesamten Kammer von 39,3 %. Auf den einzelnen Listen gibt es dabei Frauenanteile zwischen 23,1 % und 100 %.
Oberbayern und München besonders präsent
Regional betrachtet ergibt sich ein deutlicher Schwerpunkt. 62 % aller Bewerber:innen kommen aus Oberbayern, was den Anteil der Gesamtmitglieder in diesem Regierungsbezirk von 53,5 % noch etwas übertrifft. Die weiteren Regierungsbezirke verteilen sich dahinter, angeführt von Mittelfranken, Schwaben und der Oberpfalz, während Niederbayern das Schlusslicht bildet. Die Dominanz Oberbayerns ergibt sich vor allem aus den vielen Kandidat:innen aus der Landeshauptstadt: Allein 45,4 % aller Kandidat:innen wohnen in München, hier spielt wohl auch die Nähe zum Sitz der Kammer eine Rolle. Mit weitem Abstand folgt Nürnberg auf dem zweiten Platz, das mit 5,9 % der Bewerber:innen vertreten ist. Insgesamt bedeutet diese Konzentration auf die Metropolen aber nicht, dass der ländliche Raum unter den Kandidat:innen nicht repräsentiert wäre: So finden sich auf den Listen Bewerber:innen aus insgesamt 211 verschiedenen Wohnorten.
Letztlich zeigt sich: Auf den Wahllisten sind zwar etwa Beamt:innen, Stadtplaner:innen und Münchner:innen leicht überrepräsentiert. Im Großen und Ganzen bilden die Kandidat:innen aber den ganzen Facettenreichtum des Berufsstands ab.
Jakob Irler
Volontär Kommunikation Bayerische ArchitektenkammerDas könnte Sie auch interessieren
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