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Ausstellungseröffnung „PlatzHirschIn“ und Filmvorführung „ACT NOW“

Nachwuchs-Kolumne: Es ist der 25. Juni 2026, ein heißer Sommertag mit über 30 Grad geht zu Ende. Im BHROX bauhaus reuse auf der Mittelinsel des Ernst-Reuter-Platzes treffen sich zahlreiche Gäste zur Eröffnung der Fotoausstellung „PlatzHirschIn“ und zur Preview des Films „ACT NOW“. Im Mittelpunkt des Abends steht die Frage, wie Landschaftsarchitektur auf Klimaanpassung und gesellschaftlichen Wandel reagieren kann. 

Luisa Richter-Wolf
29.07.2026 3min
Pflanzenbestimmung einiger Wildblumen während der Führung über den klimagerecht umgestalteten Ernst-Reuter-Platz.
© Erik-Jan Ouwerkerk / Institut für Landschaftsarchitektur TU Braunschweig

Der Film ACT NOW blickt auf den deutschen Beitrag zur 19. Architekturbiennale Venedig im Jahr 2025 zurück. Für die Landschaftsarchitektur war dies ein besonderer Moment, denn erstmals war sie auf einer Architekturbiennale so stark vertreten.

Das vierköpfige Kuratorinnen- und Kuratorenteam bestand aus den Architektinnen und Architekten Nicola Borgmann, Elisabeth Endres und Daniele Santucci sowie der Landschaftsarchitektin Gabriele G. Kiefer. Unter dem Titel „STRESSTEST“ machte der deutsche Pavillon die Folgen des Klimawandels unmittelbar erfahrbar. Der nun veröffentlichte Film dokumentiert nicht nur den Biennalebeitrag. In Interviews mit Vertreterinnen und Vertretern aus den Bereichen Landschaftsarchitektur und Architektur wird anhand konkreter Projekte deutlich, wie dringend klimaresiliente Planung geworden ist.  

Vom Biennale-Pavillon zur Verkehrsinsel

Für die Preview hätte es wohl kaum einen passenderen Ort geben können. Rund um das bauhaus reuse rauscht der Verkehr des Ernst-Reuter-Platzes vorbei. Gleichzeitig wird hier sichtbar, wie ein denkmalgeschützter, einst autogerecht geplanter Verkehrsknoten Schritt für Schritt klimaresilient umgestaltet wird. Die Hitze des Tages ist noch deutlich spürbar – wir befinden uns tatsächlich auf einer Insel mitten im Berliner Verkehr. Dadurch wirkt die Filmvorführung wie eine Fortsetzung der Rauminstallation aus Venedig. 

Im Innern des BHROX bauhaus reuse: die Fotografie-Ausstellung „PlatzHirschIn“
© Erik-Jan Ouwerkerk / Institut für Landschaftsarchitektur TU Braunschweig
Eröffnende Worte von Gabriele G. Kiefer, Initiatorin der Veranstaltung, Institut für Landschaftsarchitektur, TU Braunschweig
© Erik-Jan Ouwerkerk / Institut für Landschaftsarchitektur TU Braunschweig
Führung über den klimagerecht-umgestalteten Ernst-Reuter-Platz mit Pflanzenführung in den Wildblumenwiesen
© Erik-Jan Ouwerkerk / Institut für Landschaftsarchitektur TU Braunschweig

Eine Disziplin bekommt ein Gesicht

An diesem Abend wurde außerdem die Fotoausstellung „PlatzHirschIn“ eröffnet. Die Fotoserie von Erik-Jan Ouwerkerk wurde von Gabriele G. Kiefer und dem Institut für Landschaftsarchitektur der TU Braunschweig initiiert und begleitet. Porträtiert werden Menschen aus der Landschaftsarchitektur an öffentlichen Orten und in Grünräumen. Die Bilder geben der Disziplin ein Gesicht und zeigen zugleich, wie wir öffentliche Räume nutzen, prägen und uns aneignen.

Das Besondere für mich persönlich: Auch ich wurde fotografiert und bin gleich zweimal Teil der Ausstellung. Ein unglaublich verrücktes Gefühl!

Die Ausstellung soll weiter wachsen. Kontinuierlich werden neue „PlatzHirschInnen“ hinzukommen. Vom 25. Juni bis 2. Juli war sie im bauhaus reuse zu sehen. Künftig soll sie an weiteren Orten in Deutschland gezeigt werden. Das langfristige Ziel ist eine Ausstellung mit 100 Platzhirschen im kommenden Jahr.

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Denkmalschutz trifft auf Klimaanpassung

Nach der Filmvorführung führten Jochen Flenker, der Leiter des Grünflächenamts Berlin-Charlottenburg-Wilmersdorf, und Bezirksbürgermeister Oliver Schruoffeneger über den Ernst-Reuter-Platz. Sie erläuterten die Herausforderungen, die sich aus der Verbindung von Denkmalschutz und Klimaanpassung an diesem Ort ergeben, wie die Umgestaltung entstanden ist und welche Maßnahmen bereits umgesetzt wurden. 

Konservieren oder weiterentwickeln

Auf dem trotz der sommerlichen Hitze noch immer erstaunlich grünen Platz wurde deutlich: Wenn wir jetzt handeln – ACT NOW –, können wir unsere Städte an den Klimawandel anpassen. Dafür müssen wir vielleicht auch hinterfragen, wie wir Denkmalschutz künftig verstehen wollen. Offiziell sieht das Denkmal einen regelmäßig gemähten Rasen vor. Wollen wir lebensfeindliche, überhitzte und vertrocknete Orte, die für die autogerechte Stadt entworfen wurden, um jeden Preis konservieren? Oder wollen wir die gestalterischen Qualitäten solcher Orte bewahren und sie zugleich so weiterentwickeln, dass sie auch für kommende Generationen lebenswert bleiben? 

© privat

Luisa Richter-Wolf

Kolumnistin

Luisa Richter-Wolf schreibt über Landschaftsarchitektur an den Unis, im Beruf und im Alltag. Sie absolvierte ihren Bachelor in der Landschaftsarchitektur an der Technischen Universität Berlin und studiert dort nun im Master weiter. Sie engagiert sich in der Bundesfachschaft Landschaft. Seit 2023 bringt sie das Thema Landschaftsarchitektur in unsere wöchentlichen Nachwuchs-Kolumnen ein.

Person mit lockigem Haar hält ein großes Blatt mit technischen Zeichnungen oder Plänen vor sich.
Mann in blauem Hemd hält zwei Papprollen und steht in einem Büro mit Computer und Kleidung im Hintergrund.
Person mit weißem Schutzhelm und orangefarbener Warnweste hält ein Tablet in einer Baustellenumgebung mit Gerüst im Hintergrund.

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