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Klimaanpassung in Saarbrücken: Grün gegen Hitze und Starkregen

Die Hauptstadt des Saarlandes hat Risikoräume für extreme Wetterereignisse kartiert und daraus 49 konkrete Maßnahmen für klimaresiliente Quartiere abgeleitet. 

Jan-Hendrik Jochens
18.08.2026 2min
Gruppe von Menschen betrachtet gemeinsam einen großen Stadtplan im öffentlichen Raum von Saarbrücken.
Der Autor Jan-Hendrik Jochens ist Saarbrückens Klimaanpassungsmanager und hier bei einem der öffentlichen Klimaspaziergänge zu sehen.
© Nathalie Merscher

Hitzewellen gehören längst nicht mehr zu den Ausnahmefällen unter den Wetterphänomenen und auch Starkregenereignisse stellen uns zunehmend vor Herausforderungen. Die Folgen des Klimawandels machen deutlich, dass neben dem essenziellen Klimaschutz auch die Anpassung an veränderte klimatische Bedingungen an Bedeutung gewinnt.

Dies stellt Kommunen vor die wachsende Aufgabe, Siedlungs- und Freiraumplanung widerstandsfähiger gegen Wetterextreme zu gestalten. Die Anpassung an den Klimawandel ist dabei eine Gemeinschaftsaufgabe von öffentlicher Hand, Wirtschaft und Bevölkerung. Auf kommunaler Ebene bilden unter anderem Klimaanpassungskonzepte und Hitzeaktionspläne wichtige strategische Instrumente, die beide kürzlich in der Landeshauptstadt Saarbrücken erstellt wurden.  

Karte von Saarbrücken mit farblich dargestellter thermischer Außenraumbelastung von geringer bis extremer Belastung und vergrößertem Ausschnitt der Innenstadt.
Grafik thermische Außenraumbelastung
© LHS

Datengrundlage für 49 Maßnahmen

Das Klimaanpassungskonzept (2025) analysiert die bisherigen und die zu erwartenden klimatischen Entwicklungen und identifiziert räumliche Hotspots sowie besonders vulnerable Personengruppen wie ältere Menschen, Kinder oder chronisch Kranke. Basierend darauf wurden 49 Maßnahmen entwickelt, um Saarbrücken klimaresilienter zu gestalten.

Einhergehend mit dem weltweiten Trend sind auch in Saarbrücken die Durchschnittstemperaturen in den vergangenen Jahrzehnten gestiegen. Ein Trend, der sich in den Prognosen fortsetzt und in zunehmenden Hitzewellen, Dürren und Überschwemmungen mündet.

Die Auswirkungen dieser Klimagefahren unterscheiden sich räumlich: Während Hitze insbesondere im dicht bebauten Stadtzentrum zu hohen Belastungen führt, werden Starkregen- und Hochwassergefahren maßgeblich durch die Topografie geprägt. Im Zusammenhang mit vulnerablen Personengruppen und kritischen Infrastrukturen wurden daraufhin Risikoräume im Stadtgebiet identifiziert.

Balkendiagramm zur Entwicklung von Sommertagen und heißen Tagen in Saarbrücken-Ensheim von 1971 bis 2024 mit steigenden Trendlinien.
Sommertage und heiße Tage in Saarbrücken (Ensheim) 1971-2024 (Quelle: eigene Darstellung auf Basis von DWD 2024)
© LHS

Grünvernetzung als städtebauliche Antwort

Diese Erkenntnisse bilden die Grundlage für langfristig wirksame Anpassungsmaßnahmen. Kernpunkte sind die Schaffung und Vernetzung von Grünflächen, die Entsiegelung von Flächen, die klimaresiliente Gestaltung von Straßenräumen und Quartieren sowie der Schutz und die Weiterentwicklung von Freiräumen. Weitere Handlungsfelder umfassen die Verringerung der Verwundbarkeit der Bevölkerung und den vorsorgenden Umgang mit kritischen Infrastrukturen.  

Mit dem Hitzeaktionsplan (2026) bereitet sich die Landeshauptstadt konkret auf Hitzeereignisse vor. Kurzfristige Maßnahmen greifen unmittelbar bei amtlichen Hitzewarnungen: Die Stadt informiert die Bevölkerung über verschiedene Kanäle, koordiniert interne Abläufe und unterstützt besonders gefährdete Menschen wie Seniorinnen und Senioren, Kinder oder Obdachlose. Tagesabläufe in Kitas und bei städtischen Veranstaltungen werden beispielsweise angepasst.  

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Trinkwassersäule in einem Park in Saarbrücken an einem gepflasterten Weg, umgeben von Bäumen und Grünflächen.
Eine Maßnahme umfasst den Ausbau der öffentlichen Trinkbrunnen …
© LHS
Blick auf ein begrüntes Flachdach der Rathausspange mit historischen Gebäuden und einem Kirchturm im Hintergrund.
… eine andere die Schaffung von Grünflächen.
© LHS

Vorsorge über den Akutfall hinaus

Saisonale Maßnahmen sorgen dafür, dass die Stadt den ganzen Sommer über gut vorbereitet ist. Dazu gehören unter anderem Informationskampagnen, mobiles Stadtgrün und die Sensibilisierung vulnerabler Gruppen in Netzwerken. Langfristig wird eine hitzeangepasste Stadtplanung verfolgt, die durch städtische Förderprogramme auch Bürgerinnen und Bürger zur Begrünung und Entsiegelung privater Flächen motiviert. Gleichzeitig wird die Anzahl öffentlicher Trinkbrunnen kontinuierlich ausgebaut und das Informationsangebot verbessert.

Porträt eines jungen Mannes mit kurzen braunen Haaren und kariertem gelb-blauem Hemd vor einer Backsteinmauer.
© LHS

Jan-Hendrik Jochens

Klimaanpassungsmanager Landeshauptstadt Saarbrücken
Person mit lockigem Haar hält ein großes Blatt mit technischen Zeichnungen oder Plänen vor sich.
Mann in blauem Hemd hält zwei Papprollen und steht in einem Büro mit Computer und Kleidung im Hintergrund.
Person mit weißem Schutzhelm und orangefarbener Warnweste hält ein Tablet in einer Baustellenumgebung mit Gerüst im Hintergrund.

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