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Starke Impulse für das Bauen im ländlichen Raum

In drei bayerischen Gemeinden diskutierten Fachleute, wie Ortsentwicklung gelingen kann – trotz knapper Haushalte, steigender Baukosten und komplexer Planungsaufgaben.

Katrin Schmitt-Pütz
20.01.2026 2min
Land und Kleinstadt Baukultur Bayern
Ein freistehendes historisches Gebäude mit Satteldach, verputzter Fassade und kleinem Holzbalkon steht in einer ländlich geprägten Umgebung mit Bäumen und Sträuchern, wodurch das Bild ein erhaltenes oder umgenutztes Schul- oder Wohnhaus zeigt und für den behutsamen Umgang mit regionaler Baukultur, Bestandspflege und lokaler Identität steht.
Bei der Veranstaltung wurde auch das Projekt Alte Schule Bühl vorgestellt. Das Gebäude aus dem Jahr 1867 wird von einer Genossenschaft wiederbelebt, die für die Dach-, Fassaden- und Fensterinstandsetzung 100.000 Euro von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz einwarb © Julia Pohl / Deutsche Stiftung Denkmalschutz

Mehrere Hundert Gäste folgten der Einladung der Bayerischen Architektenkammer (ByAK), der Verwaltung für Ländliche Entwicklung und des Bayerischen Gemeindetags zur Veranstaltungsreihe „Gestalten statt abwarten“. Das Ziel: Impulse für eine innovative, verantwortungs- und qualitätsvolle Gestaltung ländlicher Räume zu setzen. Die Tagungen fanden am 13., 18. und 20. November in den Schulen der Dorf- und Landentwicklung von Plankstetten, Thierhaupten und Klosterlangheim statt.  

Weichenstellung in der Phase 0

Ariane Jungwirth, Vorständin der ByAK, leitete die Auftaktveranstaltung mit einem Grußwort ein und stellte einen zentralen Aspekt der Reihe klar heraus: Zukunftsfähige Ortsentwicklung sei nur durch enge Kooperation und partnerschaftliches Handeln zwischen Kommunen, Planenden, Behörden und der Bürgerschaft umsetzbar. Architektin Stefanie Seeholzer (Orte gestalten) vertiefte dieses Thema mit ihrem Beitrag „Zukunftsweisendes Planen und Bauen“. Sowohl Jungwirth als auch Seeholzer betonten die entscheidende Bedeutung der vorbereitenden Planungsphase – der sogenannten Phase 0 – im Hinblick auf Qualität, Wirtschaftlichkeit und langfristige Tragfähigkeit von Projekten. Ebenso wichtig sei der sorgsame Umgang mit dem Bestand, denn so werde nicht nur graue Energie eingespart, sondern auch die „goldene Energie“ unserer kulturellen Identität bewahrt. 

Musterbeispiele für erfolgreiche Ortsentwicklung

An allen drei Vortragstagen stellten die Standorte eigene Praxisbeispiele aus der Region vor. In Plankstetten beeindruckte die prämierte Umnutzung eines alten Stadels zum Dorfgemeinschaftshaus ebenso wie die Sanierung einer Arztpraxis in Egglham, die die medizinische Versorgung vor Ort sichert. Thierhaupten zeigte innovative Wohnlösungen vom Wohnraum über dem Supermarkt bis zur genossenschaftlich wiederbelebten Alten Schule Bühl. In Klosterlangheim wurde deutlich, dass erfolgreiche Ortsentwicklung nur mit aktiver Beteiligung von Gemeinderäten und Bürgerschaft gelingt – und durch das konsequente Nutzen regionaler Netzwerke.

Entscheidend für das Gelingen der Projekte sei eine gute Balance zwischen Schnelligkeit und Qualität gewesen. Gestaltungskraft entsteht dort, wo Kommunen, Architektinnen und Architekten sowie ihre Partner Verantwortung übernehmen, klug priorisieren und entschieden handeln. Die Beispiele machten deutlich, wie Gemeinden trotz der bestehenden Herausforderungen eigene Vorhaben umsetzen können – durch klare planerische Ziele, Instrumente wie städtebauliche Verträge und einen entschlossenen Fokus auf kompakte Siedlungsentwicklung.  

Die „Schulen der Dorf- und Landentwicklung“ veranstalteten am 13., 18. und 20. November ihre Herbsttagungen unter dem Motto „GESTALTEN statt abwarten. Ideen entwickeln und Lösungen umsetzen in ländlichen Orten“. 

Eine Podiumssituation zeigt mehrere Personen hinter Stehtischen vor einem sitzenden Publikum, im Hintergrund ist eine Präsentationsfläche mit grafischen Inhalten sichtbar, wodurch das Bild eine moderierte Diskussion oder Fachveranstaltung dokumentiert und für Austausch, Meinungsvielfalt und öffentliche Debatte zu gesellschaftlichen oder planerischen Themen steht.
Podiumsdiskussion zum ländlichen Bauen mit Fachleuten aus Kommunen, Verwaltung, Architektur und Planung © SDL Thierhaupten
Ein Porträt zeigt eine einzelne erwachsene Person vor neutralem Hintergrund, frontal zur Kamera ausgerichtet und ruhig lächelnd, wodurch das Bild eine professionelle Darstellung vermittelt und für Autorenschaft, fachliche Kompetenz oder eine persönliche Stimme innerhalb eines kulturellen oder fachlichen Kontextes steht.

Katrin Schmitt-Pütz

Architektin und Stadtplanerin

Dipl.-Ing. Katrin Schmitt-Pütz arbeitet im Referat „Technik, Stadt-, Raum- und Flächenplanung“ der Bayerischen Architektenkammer.

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