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Studierende suchen nach einer ressourceneffizienten Elbquerung

Nach dem Einsturz der Carolabrücke gibt es viele Diskussionen um die Planung einer neuen Elbquerung. Ein Wettbewerb der Technischen Universität Dresden präsentiert studentische Entwürfe.

Institut für Massivbau
16.01.2026 2min
Infrastruktur Studium Ressourcen und Recycling Sachsen
Mehrere Personen stehen in einem Innenraum vor Ausstellungstafeln und einem Holzmodell, das eine Brücke und ihr Umfeld zeigt, die Präsentation ist sachlich und konzentriert, wodurch das Bild die Bewertung und Diskussion eines Entwurfs dokumentiert und für fachlichen Austausch, Wettbewerbsverfahren und kollektive Entscheidungsfindung in der Baukultur steht.
Die Jury vor dem Siegerentwurf: (v. l.) Prof. Richard Stroetmann, Bart Halaczek, Prof. Yvonne Ciupack, Prof. Steffen Marx. © Institut für Massivbau – TU Dresden (Jakob Vogt)

Nach dem Einsturz der Carolabrücke gibt es viele Diskussionen um die Planung einer neuen Elbquerung. Ein Wettbewerb der Technischen Universität Dresden präsentiert studentische Entwürfe.

Die Carolabrücke war ein herausragendes Ingenieurbauwerk und eine der zentralen Elbquerungen Dresdens und spielte eine entscheidende Rolle im städtischen Verkehrsnetz. Sie verband die Altstadt mit der Neustadt und wurde täglich von Tausenden genutzt.

 

1. Platz

Eine Ansicht unterhalb der Brücke zeigt großzügige Treppenanlagen, geneigte Tragstrukturen und Aufenthaltsbereiche direkt am Wasser, Menschen gehen, sitzen oder verweilen auf den Stufen, wodurch das Bild die Unterseite der Brücke als nutzbaren Stadtraum interpretiert und für neue räumliche Qualitäten jenseits reiner Verkehrsfunktion steht.
Ferdinand Schulte zu Sodingen, Hans Bolz, Linus Witzel, Marc Lilienthal © Institut für Massivbau – TU Dresden
Eine Visualisierung zeigt einen erhöhten Fuß- und Radweg, der sich durch eine begrünte Parklandschaft schlängelt und an die Brücke anschließt, Menschen bewegen sich durch den baumbestandenen Raum, wodurch das Bild die Verbindung von Brücke, Park und Erholung sichtbar macht und für durchgängige Freiraum- und Bewegungsnetze steht.
Ferdinand Schulte zu Sodingen, Hans Bolz, Linus Witzel, Marc Lilienthal © Institut für Massivbau – TU Dresden
Eine Perspektive auf der Brücke zeigt getrennte Bereiche für Straßenbahn, Radverkehr und Fußgänger, zahlreiche Menschen bewegen sich entlang der klar geführten Wege, wodurch das Bild die Brücke als Ort des täglichen Gebrauchs darstellt und für sichere, gleichberechtigte Mobilität verschiedener Verkehrsteilnehmender steht.
Ferdinand Schulte zu Sodingen, Hans Bolz, Linus Witzel, Marc Lilienthal © Institut für Massivbau – TU Dresden
Eine abstrahierte, axonometrische Darstellung zeigt den Verlauf der Brücke über den Fluss mit farblich markierten Verkehrs- und Nutzungszonen im städtischen Umfeld, wodurch das Bild planerische Zusammenhänge verdeutlicht und für Transparenz, Analyse und strategische Entwurfsarbeit im Infrastrukturbau steht.
Ferdinand Schulte zu Sodingen, Hans Bolz, Linus Witzel, Marc Lilienthal © Institut für Massivbau – TU Dresden

Untersuchungen zur Einsturzursache ergaben, dass der sukzessive Ausfall von Spanngliedern infolge wasserstoffinduzierter Spannungsrisskorrosion hauptverantwortlich war. Der Schädigungsprozess wurde bereits während der Bauzeit von Ende der 1960er-Jahre bis 1971 initiiert und blieb über Jahrzehnte unbemerkt. Aufgrund der umfassenden und fortgeschrittenen Schäden war ein Erhalt der heute noch stehenden Brückenzüge a und b nicht möglich, weshalb ein vollständiger Abriss der Brücke unausweichlich war. Mit der Entscheidung für den vollständigen Rückbau der Carolabrücke muss auch die Planung einer neuen Elbquerung beginnen.

 

2. Platz

Eine Visualisierung zeigt eine breite Brücke über einen Fluss mit begrünten Randzonen, Sitzgelegenheiten und Verkehrsflächen, auf denen Busse, Autos und Menschen unterwegs sind, die Brücke ist als linearer öffentlicher Raum gestaltet und verbindet Ufer, Stadt und Landschaft, wodurch das Bild Infrastruktur als multifunktionalen Stadtraum darstellt und für nachhaltige Mobilität, Aufenthalt und urbane Vernetzung steht.
Florian Einbock, Florian Felber, Simon Gernlein, Maurice Müller © Institut für Massivbau – TU Dresden
Eine Perspektive auf der Brücke zeigt getrennte Verkehrsflächen für Straßenbahn, Radverkehr und Fußgänger, flankiert von Begrünung und Geländern, wodurch das Bild eine klare Organisation des Verkehrsraums darstellt und für sichere, nachhaltige und gleichberechtigte Mobilität steht.
Florian Einbock, Florian Felber, Simon Gernlein, Maurice Müller © Institut für Massivbau – TU Dresden
Eine weitere Brückenansicht zeigt den Übergang zwischen Verkehrsflächen und begrünten Randzonen mit Blick auf die Stadt im Hintergrund, Menschen nutzen die Wege zum Gehen oder Radfahren, wodurch das Bild die Brücke als verbindendes Element zwischen Stadt, Fluss und Freiraum darstellt und für integrierte Stadt- und Verkehrsplanung steht.
Florian Einbock, Florian Felber, Simon Gernlein, Maurice Müller © Institut für Massivbau – TU Dresden
Eine weite Perspektive zeigt dieselbe Brücke im städtebaulichen Kontext mit Blick auf Flusslandschaft, Grünräume und die Silhouette einer historischen Stadt, Verkehrsströme und Freiräume sind klar gegliedert, wodurch das Bild die Brücke als verbindendes Element zwischen Stadt und Landschaft zeigt und für integrierte Verkehrs- und Freiraumplanung steht.
Florian Einbock, Florian Felber, Simon Gernlein, Maurice Müller © Institut für Massivbau – TU Dresden

Das Institut für Massivbau der Technischen Universität Dresden lobte mit Unterstützung vom DFG-Sonderforschungsbereich/Transregio 280 und dem DFG-Schwerpunktprogramm 2388: SPP 100+ unter Schirmherrschaft der Landeshauptstadt Dresden einen studentischen Wettbewerb zur Gestaltung einer „ressourceneffizienten Elbquerung am Beispiel der Carolabrücke“ aus. Ziel war es, einen Entwurf für eine Brücke zu entwickeln, die die bestehende Lücke an dieser zentralen Stelle der Stadt schließt. Besonderes Augenmerk lag auf der zentralen Lage der Brücke sowie den vielfältigen Verkehrsströmen über und unter der Elbe.  

Am 6. Oktober 2025 kürte eine Fachjury aus Vertretern der TU Dresden, der TU Darmstadt und der Wirtschaft die Gewinner unter insgesamt zwölf eingereichten Arbeiten.

Die Wettbewerbsergebnisse und weitere Informationen finden Sie bei der TU Dresden.

 

3. Platz

Der Blick unter die Brücke zeigt einen großzügigen, überdeckten Raum mit Wegen entlang des Wassers, Menschen verweilen oder bewegen sich zwischen Stützen und Geländern, wodurch das Bild die Unterseite der Brücke als nutzbaren öffentlichen Raum sichtbar macht und für Mehrfachnutzung, Schutz und räumliche Tiefe im Infrastrukturbau steht.
Karim Ishak Fahmy Guirguis, Jose Luis Arellano Mendoza, Boril Naskov Nestorov, Andre Orsoni © Institut für Massivbau – TU Dresden
Ein langer, überdachter Steg auf der Brücke wird perspektivisch dargestellt, schlanke Stützen tragen das Dach, bepflanzte Bereiche und Sitzmöglichkeiten begleiten den Weg, wodurch das Bild die Brücke als wettergeschützten Aufenthalts- und Bewegungsraum interpretiert und für Komfort, Nutzungsvielfalt und neue Qualitäten im Alltagsverkehr steht.
Karim Ishak Fahmy Guirguis, Jose Luis Arellano Mendoza, Boril Naskov Nestorov, Andre Orsoni © Institut für Massivbau – TU Dresden
Eine Visualisierung zeigt einen landschaftlich gestalteten Brückenraum mit sanften Böschungen, Wegen und Aufenthaltsflächen, Menschen gehen zu Fuß entlang des Flusses oder unterqueren die Brücke, wodurch das Bild die Verknüpfung von Infrastruktur, Topografie und öffentlichem Raum darstellt und für barrierefreie Erschließung, Aufenthalt und landschaftsbezogene Stadtentwicklung steht.
Karim Ishak Fahmy Guirguis, Jose Luis Arellano Mendoza, Boril Naskov Nestorov, Andre Orsoni © Institut für Massivbau – TU Dresden
Eine Ansicht zeigt die Brücke aus größerer Entfernung in einer offenen Grünlandschaft, die Tragstruktur spannt sich ruhig über den Fluss, während Wege und Freiflächen das Umfeld gliedern, wodurch das Bild die Einbindung des Bauwerks in Landschaft und Stadtrandräume verdeutlicht und für Zurückhaltung, Maßstäblichkeit und landschaftliche Integration steht.
Karim Ishak Fahmy Guirguis, Jose Luis Arellano Mendoza, Boril Naskov Nestorov, Andre Orsoni © Institut für Massivbau – TU Dresden

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