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Digital Mondays – Wie KI und digitale Methoden das Planen verändern

Die siebte Staffel der Digital Mondays der Architektenkammer NRW zeigte eindrücklich, wie stark digitale Technologien die Architektur- und Planungswelt verändern.

Lea Pawelzik
29.04.2026
Zwei Personen stehen an einem runden Tisch mit weißem Architekturmodell; eine Person gestikuliert, hinter ihnen ein Roll‑up „Architektenkammer Nordrhein‑Westfalen“.
© Lea Thormeyer / Architektenkammer NRW

Rund 1.500 Teilnehmende zum Auftakt und ähnlich hohe Zahlen in den folgenden Terminen machten deutlich: Die Branche sucht Orientierung und praktische Antworten darauf, wie sie KI & Co. sinnvoll in den Berufsalltag integrieren kann. Drei Abende, die vielfältige Perspektiven auf das digitale Planen und Bauen zeigten.

Digitale Stadtplanung

Zum Auftakt stand der Einsatz von digitalen Tools in der Stadtentwicklung im Fokus. Mirko Mühlpfort, Teamleiter „Digitale Infrastrukturen“, Stadt Leipzig, demonstrierte mit dem Projekt „Connected Urban Twins“, wie digitale Zwillinge gesamte Städte in ein datenbasiertes Update ihrer realen Gegenstücke verwandeln können. Aus Geodaten, Fachdatensystemen und mithilfe von Analyse- und KI-Komponenten entstehen Modelle, die Planungsprozesse nicht nur beschleunigen, sondern auch transparenter machen.

Besonders anschaulich wurde es im Studio: Ein KI‑basiertes Modell von Johannes Schwutke (vizz.build) zeigte, wie sich städtebauliche Varianten in Echtzeit visualisieren lassen – durch das Bewegen analoger Bausteine im physischen Modell. Die Botschaft: Digitale Tools können Planung für Fachwelt wie Öffentlichkeit verständlicher machen und Partizipation auf ein neues Niveau heben. 

Parametrik vs. generatives Design

Der zweite Digital Monday widmete sich dem parametrischen Entwerfen – und der Frage, wie sich klassische Entwurfsmethodik und KI‑gestützte Prozesse zueinander verhalten.

Jacqueline Peter (Universität Duisburg-Essen) ordnete ein: Parametrische Systeme funktionieren deterministisch und beruhen auf klaren Regeln und nachvollziehbaren Parametern, während generatives Design probabilistisch arbeitet und Varianten auf Basis von Zielvorgaben erzeugt. Damit ist der Entscheidungsweg von generativer KI nicht vollständig transparent – nicht zuletzt deshalb dürfe man der KI niemals blind vertrauen.

Wie Büropraxis mit KI aussieht, zeigte Leo Stuckardt (MVRDV, Rotterdam) am Projekt „The Valley“ in Amsterdam: Tausende computergenerierte Varianten standen am Ende erstaunlich nah an einer ursprünglichen intuitiven Entwurfsidee. Parametrik wird so zum Analyse- und Bewertungstool – gerade auch mit Blick auf Themen wie CO₂‑Bilanzierung. Die gestalterische Handschrift muss aber menschlich bleiben. 

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KI in der Planungspraxis  

Im dritten und letzten Termin ging es vollumfänglich um Künstliche Intelligenz. Eine Live-Umfrage zeigte ein heterogenes Bild: Knapp 40 % nutzen KI zumindest gelegentlich, ein Fünftel sogar regelmäßig – während ein ebenso großer Anteil bislang ganz darauf verzichtet.

Im Eröffnungstalk machten AKNW‑Vorstandsmitglied Matthias Pfeifer und Dr. Dietmar Köring (Arphenotype, Köln) deutlich: KI verändert Prozesse, aber nicht die Verantwortung der Architekt*innen. Schulung, Austausch und ein gemeinsamer „KI‑Kodex“ wurden als zentrale Bausteine genannt.

Christina Gresser und Philipp Eichstädt zeigten konkrete methodische Ansätze für die Arbeit mit KI im Planungsalltag – vom Rapid Prototyping über Bildgeneratoren bis hin zu KI‑gestützten Checklisten in Genehmigungsprozessen. Ihr Fazit: KI kann keine Architektur, aber sie kann helfen, besser zu planen.

Wolfram Putz (Graft, Berlin) ordnete die KI‑Debatte in große Transformationsentwicklungen ein und zeigte Experimente seines Büros – inklusive der eigenen KI „EDDI“. Neben Kreativitätspotenzial verwies er auf Risiken: Datenschutz, Datenhoheit und eine mögliche Verwässerung der Baukultur, wenn „jeder zum Autor werden“ könne.

Sechs Personen stehen nebeneinander vor grauer Wand mit blauer Bodenbeleuchtung und blicken lächelnd in die Kamera; Gruppenfoto bei einer Veranstaltung.
Sprachen beim dritten Digital Monday über Künstliche Intelligenz in der Planungspraxis (v. l.): Christof Rose (stellvertretender Geschäftsführer der Architektenkammer NRW und Moderator der Digital Mondays), Matthias Pfeifer (AKNW-Vorstand), Christina Gresser und Philipp Eichstädt (Se.g Architekten), Wolfram Putz (Graft Architects) sowie Dr. Dietmar Köring (Arphenotype). © Lea Thormeyer / Architektenkammer NRW
Drei Personen posieren vor grauer Wand mit blauer Beleuchtung; die rechte Person hält eine Karte mit dem Logo der Architektenkammer Nordrhein‑Westfalen.
Gaben im zweiten Digital Monday Impulse zum Thema „Parametrisches Entwerfen“ (v. l.): Leo Stuckardt (Associate bei MVRDV, Rotterdam) und Jacqueline Peter (Universität Duisburg-Essen) mit Christof Rose (stellvertretender Geschäftsführer der Architektenkammer NRW und Moderator der Digital Mondays). © Melina Beierle / Architektenkammer NRW
Drehsituation: Zwei Personen erklären ein Architekturmodell am runden Tisch; vorn filmt eine Kameraperson, Softbox‑Licht und Banner „Architektenkammer Nordrhein‑Westfalen“ sichtbar.
Johannes Schwutke von vizz.build stellte beim ersten Digital Monday sein eigens entwickeltes KI-Tool mit einem 3D-Stadtmodell vor. © Lea Thormeyer / Architektenkammer NRW

Fazit: Mehr Zeit für das Wesentliche – wenn wir die Systeme verstehen

Die drei Digital Mondays machten deutlich: KI und digitale Methoden finden zunehmend Eingang in den Arbeitsalltag von Architekt:innen. Durch KI lassen sich Routinen automatisieren, Entwurfsvarianten schneller vergleichen sowie komplexe Zusammenhänge verständlicher machen und vermitteln. Damit einher geht ein Zeitgewinn im Büroalltag, der neue kreative Potenziale freisetzen kann – auch in Zusammenarbeit mit Künstlicher Intelligenz. Entscheidend bleibt dabei der Mensch: als Systemführer*in, der genau wissen muss, wie die Tools einzusetzen sind. Eine präzise und strenge Überwachung der KI ist dabei unabdingbar. Denn am Ende steht immer der Mensch in der Verantwortung für sein Werk.

Porträt einer lächelnden Person mit langen blonden Haaren in Innenraumkulisse; unscharfer Hintergrund, graues kariertes Sakko sichtbar.

Lea Pawelzik

Sachbearbeiterin in der Abteilung Medien, Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit

Sachbearbeiterin in der Abteilung Medien, Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit 

Architektenkammer Nordrhein-Westfalen 

Kunsthistorikerin M.A. 

Person mit lockigem Haar hält ein großes Blatt mit technischen Zeichnungen oder Plänen vor sich.
Mann in blauem Hemd hält zwei Papprollen und steht in einem Büro mit Computer und Kleidung im Hintergrund.
Person mit weißem Schutzhelm und orangefarbener Warnweste hält ein Tablet in einer Baustellenumgebung mit Gerüst im Hintergrund.

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