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Im Saarland entsteht ein Bündnis für zirkuläres Bauen

Zirkuläres Bauen fördert Klima- und Ressourcenschutz durch Wiederverwendung und Recycling von Bauteilen. Im Saarland entsteht ein Bündnis, um diese Praxis voranzutreiben und Innovationen zu fördern.

Dr. Rebecca Schmitt
11.02.2026 1min
Zirkuläres Bauen Ressourcen und Recycling Beruf Saarland
Gelber Radlader auf einem Schutt- und Recyclinggelände.
© MWIDE_C.S

Zirkuläres Bauen ist ein wichtiger Baustein für den Klima- und Ressourcenschutz. Es nimmt den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes inklusive Nachnutzung und Rückbau mit Wiederverwendung und Recycling von Bauteilen in den Blick. Innerhalb weniger Jahre wurde es vom Nischenthema zum Innovationstreiber. Normen für zirkuläres Bauen, Bewertungsverfahren für die Wiederverwendung von Bauteilen und digitale Tools, wie Gebäuderessourcenpässe, wurden entwickelt. Marktplätze für gebrauchte Baumaterialien entstehen. Zerstörungsarme Rückbautechniken, zerstörungsfreie Prüfverfahren und rückbaufreundliche Verbindungstechniken werden an Hochschulen erforscht und weiterentwickelt. 

Um das große Wertschöpfungspotenzial dieser Innovationen in der von kleinen und mittleren Unternehmen geprägten Bauwirtschaft zu realisieren und die Prinzipien des zirkulären Bauens in der Baupraxis zu etablieren, müssen sich die Akteure der Bauwirtschaft anders vernetzen als bisher. Besonders leistungsstark sind regionale Bündnisse, die entlang der neu entstehenden Wertschöpfungskreisläufe geschmiedet werden.

Solche Bündnisse existieren bisher in Vorreiterregionen. Auch im Saarland haben sich nun öffentliche Aufraggeber, Kammern und Wirtschaftsverbände auf den Weg gemacht, ein Bündnis für zirkuläres Bauen zu schließen und gemeinsam zu gestalten. Ein Fokus liegt dabei auf der Vorreiterrolle öffentlicher Auftraggeber und auf Implikationen für die Weiterbildung von Ingenieuren, Architekten und Handwerkern sowie auf der grenzübergreifenden Zusammenarbeit in der Großregion „Saar – Lor – Lux – Rheinland-Pfalz – Wallonie“ mit Beteiligung an bereits existierenden Rückbaunetzwerken, Bauteilebörsen und digitalen Materialkatastern. Ein weiterer Fokus liegt auf intelligenter Logistik mit lokalen Aufbereitungs- und Lagerungsplätzen und Prozessen, um lokale Materialkreisläufe zu stärken.  

Dr. Rebecca Schmitt

Referentin für Handel, Handwerk und Kreativwirtschaft im Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitales und Energie des Saarlandes