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„Dem Nachwuchs eröffnen sich mehr Chancen“

Die Amtszeitbegrenzung bei der AKBW war ein wichtiger Schritt, sagt der Kommunikationswissenschaftler Frank Brettschneider

Gabriele Renz
21.04.2026 2min
Porträtfoto einer mittelalten Person mit kurz grau melierten Haaren und runder Brille, im dunklen Sakko und schwarzem Hemd; neutraler Blick, Kopf-und-Schultern-Aufnahme vor unscharfem Bücherregal im Hintergrund.
Dr. Frank Brettschneider, Kommunikationswissenschaftler, Professor an der Universität Hohenheim
© Marijan Murat/picture alliance/dpa

Gabriele Renz: Herr Prof. Brettschneider, die Architektenkammer Baden-Württemberg (AKBW) hat sich einen Sparkurs verordnet: kleinere Gremien, mehr Amtszeitbegrenzung, Strukturanpassungen. Wird Sparen belohnt? 

Frank Brettschneider: Grundsätzlich ist es immer ein gutes Signal, Veränderungen nicht nur einzufordern, sondern sie selbst vorzuleben. Erst recht in Zeiten, die von Transformation geprägt sind. Spielräume für kommende Generationen zu schaffen, kann daher wie eine vertrauensbildende Maßnahme wirken. Gleichzeitig zeigt die Erfahrung auch ein Paradox: Die Zustimmung zum Sparen ist größer bei Nichtbetroffenheit von Einschränkungen. Geht es an die eigenen Vorhaben, hängt die Maßnahmenakzeptanz sehr von der Glaubwürdigkeit der Organisation ab. Und von dem Gefühl, Teil eines sinnvollen Prozesses zu sein. 

Die Kammer hat etwas getan, was vielen Politikern schwerfällt: in eigener Sache harte Entscheidungen zugunsten eines übergeordneten Ziels zu treffen – mit hoher demokratischer Legitimation.

Dr. Frank Brettschneider

Kommunikationswissenschaftler, Professor an der Universität Hohenheim.

In der AKBW gibt es neu eine Begrenzung auf zwei Amtszeiten à fünf Jahre.  Die Landesvertreterversammlung beschloss zudem ihre eigene Verkleinerung. 

Für und gegen die Begrenzung von Amtszeiten gibt es ja jeweils gute Argumente. Im Hinblick auf die Verkleinerung ist bemerkenswert, dass die Architektenkammer etwas getan hat, was einigen Politikern schwerfällt: nämlich in eigener Sache auch mal harte Entscheidungen zugunsten eines übergeordneten Ziels zu treffen. Die teilweise Selbstabschaffung wurde nicht Top down verordnet, sondern nach Dialog mit den Mitgliedern von den Mitgliedern beschlossen. Das hat hohe demokratische Legitimation.

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2026 sind Kammerwahlen im Präsidium, in Bezirken und Kammergruppen …  

Natürlich wird es das eine oder andere Mitglied geben, das gern länger aktiv wäre. Die Kammer täte deshalb gut daran, ihre Innovationsfähigkeit kommunikativ herauszustreichen. Es geht um die Fähigkeit, in einer sich verändernden Welt mit neuen Antworten dem Berufsstand gerecht zu werden. Das kann auch die Rekrutierung von Kandidat:innen für Wahlämter erleichtern, insbesondere beim Nachwuchs. Ihm eröffnen sich nun mehr Chancen, in die etablierten Strukturen einzusteigen und die Kammerpolitik mitzuprägen.

© Marijan Murat/ picture alliance / dpa
Zur Person

Dr. Frank Brettschneider

Dr. Frank Brettschneider ist Kommunikationswissenschaftler und Professor an der Universität Hohenheim.

Gabriele Renz

Leitung Kommunikation/ Pressesprecherin Architektenkammer Baden-Württemberg DAB Redaktion Baden-Württemberg
Person mit lockigem Haar hält ein großes Blatt mit technischen Zeichnungen oder Plänen vor sich.
Mann in blauem Hemd hält zwei Papprollen und steht in einem Büro mit Computer und Kleidung im Hintergrund.
Person mit weißem Schutzhelm und orangefarbener Warnweste hält ein Tablet in einer Baustellenumgebung mit Gerüst im Hintergrund.

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