KI in der Planung: Mitglieder der Architektenkammer Sachsen befragt
Wie nutzen Architektinnen und Architekten künstliche Intelligenz im Alltag? Eine Umfrage zeigt: In Sachsen gibt es großes Interesse, erste Anwendungen – und klare Erwartungen an die Kammer.
Die Architektenkammer Sachsen hat ihre Mitglieder zur Nutzung und Einschätzung von künstlicher Intelligenz (KI) im Planungsalltag befragt. Insgesamt nahmen 564 Personen teil. Die Ergebnisse zeigen ein differenziertes Bild: KI ist im Berufsstand angekommen, wird jedoch überwiegend punktuell und mit Zurückhaltung eingesetzt.
In der grundsätzlichen Haltung überwiegt eine offene bis neutrale Einstellung gegenüber KI. Gleichzeitig wird die zukünftige Entwicklung eher als schrittweise Veränderung denn als grundlegender Umbruch eingeschätzt. Viele Befragte erwarten, dass KI die Arbeit ergänzen, jedoch nicht ersetzen wird.
Die tatsächliche Nutzung konzentriert sich derzeit vor allem auf unterstützende Tätigkeiten. Besonders häufig wird KI für das Verfassen, Strukturieren und Zusammenfassen von Texten eingesetzt. Auch die Auswertung von Daten und die Vorbereitung von Präsentationen spielen eine Rolle, allerdings in geringerem Umfang. Demgegenüber ist der Einsatz im entwurfsnahen Kontext oder im CAD- und BIM-Umfeld bislang deutlich weniger verbreitet.
Bei der Wahl der Werkzeuge dominieren etablierte Anwendungen wie ChatGPT oder integrierte Lösungen in Bürosoftware. Die Verlässlichkeit der Ergebnisse wird von vielen Befragten als begrenzt eingeschätzt, weshalb KI häufig als unterstützendes Werkzeug unter Kontrolle genutzt wird, nicht als eigenständige Entscheidungsgrundlage.
Im Bereich Entwurf zeigt sich eine klare Tendenz: KI wird aktuell vor allem als Inspirationsquelle verstanden, weniger als Arbeitsgrundlage. Viele Teilnehmende betonen, dass zentrale Aufgaben wie Gestaltung, Kommunikation mit Bauherr:innen und die architektonische Verantwortung weiterhin beim Menschen liegen sollen.
Auch im Bereich Kommunikation und Social Media wird KI bislang nur zurückhaltend eingesetzt. Ein Teil der Befragten nutzt Social Media beruflich kaum, während andere es vor allem für Präsentation und Öffentlichkeitsarbeit einsetzen. Der Einsatz von KI zur Erstellung von Inhalten erfolgt überwiegend punktuell.
Die Rolle der Architektenkammer
Gleichzeitig zeigen die Ergebnisse einen deutlichen Wunsch nach Orientierung und Unterstützung. Eine Mehrheit der Befragten spricht sich dafür aus, dass die Architektenkammer KI selbst nutzt und dabei transparent sowie reflektiert vorgeht. Als besonders relevante Einsatzfelder werden die Auswertung von Umfragen, die Aufbereitung komplexer Fachthemen sowie die Unterstützung in der Mitgliederkommunikation genannt.
In den offenen Antworten wird deutlich, welche Aspekte aus Sicht der Befragten im Umgang mit KI besonders wichtig sind. Begriffe wie „Kontrolle“, „Kreativität“, „Verantwortung“ und „Kommunikation“ stehen im Mittelpunkt. Viele sehen KI als hilfreiches Werkzeug, betonen jedoch, dass zentrale Werte des Berufs – insbesondere die gestalterische Qualität und die individuelle Handschrift – erhalten bleiben müssen.
Die Ergebnisse verdeutlichen insgesamt, dass sich der Berufsstand in einer Phase der Orientierung befindet. KI wird zunehmend erprobt und in Teilbereichen genutzt, gleichzeitig bestehen weiterhin Unsicherheiten und ein Bedarf an strukturierten Angeboten, Austauschformaten und praxisnahen Leitlinien.
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