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Architektur ist Kommunikation

Studiobesuch: Zu Besuch im Büro Archwerk, mit dem Prof. Wolfgang Krenz innovative Planungskonzepte an zeichenhaften Bauten erprobt hat.

Christof Rose
30.07.2026 3min
Moderne Glasfassade eines Gebäudes mit beleuchtetem Innenraum.
Bekanntestes Bauwerk von Prof. Wolfgang Krenz: Die „BlueBox“ in Bochum ist heute ein internationales Lern- und Kompetenzzentrum Architektur
© Jens Kirchner, Düsseldorf

Seine Schaffenszeit umfasst nahezu fünf Jahrzehnte – aber Wolfgang Krenz strotzt weiterhin vor Energie und Ideen. Sein bekanntestes Projekt dürfte die „BlueBox“ an der Hochschule Bochum sein. Ein Gebäude, das in den 1960er-Jahren als Übergangsmensa für die Ruhr-Universität Bochum konzipiert worden war, dann als Speicherbibliothek diente, und erst auf Initiative von Prof. Wolfgang Krenz und Prof. Klaus Steilmann zu einem internationalen Lern- und Kompetenzzentrum Architektur umgebaut wurde. 

„Unser Ziel war, Lernen, Lehren und Studieren durch neue Konzepte zusammenzuführen und zeitgemäße Raum-Lern-Instrumente anbieten zu können“, blickt Wolfgang Krenz im Gespräch auf die Planungsphase rund um die Jahrtausendwende zurück. Heute erreiche der Fachbereich Architektur mithilfe des Lern- und Lehrinstruments BlueBox im aktuellen CHE-Hochschulranking Bestnoten. „Auf diese Auszeichnung mit dem Hochschul-Oscar bin ich schon ein wenig stolz, denn sie zeigt, dass unser Konzept aufgegangen ist.“

Von

1993 bis 2016

hielt Krenz Professuren an der Hochschule Bochum und an der EBZ Business School für Architektur in Bochum inne.

Seit

2000

leitet er das Architekturbüro in Bochum.

Porträt einer Person vor einer Glasfassade.
© Andrea Hold-Ferneck, Wuppertal

Über Archwerk

Archwerk ist ein Architekturbüro für Architektur, Städtebau und Konzeption. Gründung durch Prof. Dipl.-Ing. BDA DWB Wolfgang Krenz (Krenz + Partner – Planungsgruppe Bonn) im Jahre 1974. Die Archwerk Generalplaner KG wurde im Jahre 2000 in Bochum gegründet. Archwerk bearbeitet als Team mit Fachingenieur:innen alle Projekte interdisziplinär und verfügt über eine jahrzehntelange Erfahrung bei der Projektentwicklung und -realisierung, vor allem im Bereich Wohnungsbau und Büro- und Gewerbebau; Schwerpunkt: Bestand und Nachhaltigkeit.

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Wolfgang Krenz, 1943 in Celle geboren, begann seine Laufbahn mit einer Maurer- und Bauzeichnerlehre, die er in Bonn absolvierte. Seinem Architekturstudium an der Staatlichen Ingenieurschule Mainz schloss er ein Studium an der TU Karlsruhe an, unter anderem bei Egon Eiermann. Schon während dieser Phase, den frühen 1970er-Jahren, unterhielt er ein Büro in Athen und nach Abschluss des Studiums ein Büro in Bonn, bevor ihn seine Professuren dann in den 1990er-Jahren ins Ruhrgebiet brachten. „Wichtig war immer der enge Austausch mit den Studierenden“, betont Krenz, der seit 1993 Professor an der Hochschule Bochum mit dem Schwerpunkt „Entwerfen und Grundlagen des Entwerfens“ war. 

Den jungen Nachwuchskräften wollte Wolfgang Krenz schon früh vermitteln, dass der Gebäudebestand als wertvolle Ressource betrachtet und aktiv genutzt werden müsse. So gestaltete er – neben der BlueBox – in Bochum auch ein Parkhaus aus den 1960er-Jahren um. Das im Stahlbeton-Fertigteilsystem errichtete innerstädtische Parkhaus im BERMUDA3ECK beinhaltet nach der aufwendigen Sanierung und Neukonzipierung 575 Stellplätze sowie erdgeschossig vier Gaststätten und – nach Erweiterung – ein neues Ladenlokal mit großer Dachterrasse.

Modernes weißes Gebäude mit markantem Vordach an einer Straße.
KulturForumBurscheid: Das ehemalige Haus der Kunst wurde 2025 von Archwerk zu einem multifunktionalen Kulturforum weiterentwickelt.
© Guido Erbring, Köln

Mit seinem Büro „Archwerk Generalplaner KG“ realisierte Wolfgang Krenz zudem zahlreiche Kulturbauten, zuletzt etwa das KulturForumBurscheid, das im November 2025 eröffnet wurde. „Wir haben dort das Haus der Kunst zu einem multifunktionalen Kulturforum weiterentwickeln dürfen“, zeigt sich Krenz dankbar. Denn die Bestandsanalyse des kleinen Konzertsaals und der Gesamtanlage des Ursprungsarchitekten Hans Brandt habe gezeigt, dass der Bestand „vorbildlich konzipiert und gebaut“ war, so Krenz. „Ausgangspunkt einer verantwortungsvollen Architektur muss der genaue Blick auf den Bestand sein, auf das Vorhandene und die Umgebung.“ 

In Burscheid wurde mit der Erweiterung des Ursprungsbaus und dem Ergänzen eines markanten, konkav geformten Eingangsgebäudes ein Ort geschaffen, der als Konzerthaus, aber auch als sozio- und interkulturelle Begegnungsstätte fungiert – und der Stadt Burscheid ein neues Wahrzeichen geschenkt hat. „Architektur ist Kommunikation – und Kommunikation ist Architektur“, sagt Wolfgang Krenz. Diese Haltung habe ihn bei vielen Projekten dazu geführt, eine ikonische Architektursprache zu entwickeln. „Meine Bauten beweisen, dass dieser Anspruch sich auch in der Bestandsarbeit hervorragend umsetzen lässt.“

Dazu nutzte Wolfgang Krenz auch stets aktuelle Techniken und Planungstools. Die Digitalisierung der Planung trieb er schon vor 20 Jahren voran. Er warb für eine praxisorientierte Lehre, wofür er von der Studierendenzeitung „Unicum Beruf“ im Jahr 2012 mit dem Titel „Professor des Jahres“ in der Kategorie „Ingenieurwissenschaften/Informatik“ ausgezeichnet wurde. Diese Haltung weiterzugeben, war dem passionierten Hochschullehrer stets ein wichtiges Anliegen. 


Zuerst erschienen in der Printversion des Deutschen Architekt:innenblatts, Ausgabe Q2/2026 für Nordrhein-Westfalen

Ein Porträt zeigt eine einzelne erwachsene Person mit Brille vor unscharfem architektonischem Hintergrund, frontal zur Kamera ausgerichtet und freundlich lächelnd, wodurch das Bild eine professionelle Darstellung vermittelt und für fachliche Expertise, Engagement und persönliche Verantwortung innerhalb eines architektonischen oder kulturellen Kontextes steht.

Christof Rose

Pressesprecher und stellv. Geschäftsführer der Architektenkammer NRW DAB Redaktion Nordrhein-Westfalen
Person mit lockigem Haar hält ein großes Blatt mit technischen Zeichnungen oder Plänen vor sich.
Mann in blauem Hemd hält zwei Papprollen und steht in einem Büro mit Computer und Kleidung im Hintergrund.
Person mit weißem Schutzhelm und orangefarbener Warnweste hält ein Tablet in einer Baustellenumgebung mit Gerüst im Hintergrund.

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