„Unterschätzt kleine Projekte nicht!“
Eine Frage – mehrere Meinungen: Wie geht erfolgreiches Gründen? Persönliche Überzeugung, belastbares Netzwerk, fachliche Kompetenz – welche Weichen entscheiden über den Erfolg?
Für unseren Start war es entscheidend, nicht einem großen Wettbewerbsgewinn oder dem perfekten Großauftrag hinterherzujagen. Viel wichtiger war es, mit mehreren kleinen, lokalen Projekten zu beginnen und die ersten Jahre als intensive Lernphase zu nutzen. Gerade in einem kleinen Büro ist Effizienz entscheidend – und sie verbessert sich am schnellsten durch kurze Feedbackschleifen. Jedes Projekt wurde zu einem Labor: Wie treffen wir Entscheidungen, erklären Ideen, organisieren Zeichnungen und kontrollieren Kosten?
Für unseren Lernprozess waren reale Projekte unterschiedlicher Typologien, direkte Rückmeldungen von Auftraggebern und kurze Bearbeitungszyklen wichtiger als ein großes Leuchtturmprojekt. Zudem ist ein einzelnes großes Projekt, das die gesamten Kapazitäten eines kleinen Büros bindet, bei Verzögerungen auch ein finanzielles Risiko. Mehrere kleinere Projekte schaffen dagegen verschiedene Einnahmequellen und damit zusätzliche Sicherheit.
Fazit: Mein Rat an junge Planer:innen: Unterschätzt kleine Projekte nicht. Sie geben Geschwindigkeit, Sicherheit, finanzielle Stabilität und ein klares Verständnis dafür, wie euer Büro funktioniert.
Zuerst erschienen in der Printversion des Deutschen Architekt:innenblatts, Ausgabe Q3/2026 für die Region Berlin, Brandenburg.
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