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„Unsere Schulprojekte schärfen das Bewusstsein dafür, selbst für eine bessere Umwelt aktiv werden zu wollen“

Eine Frage – mehrere Meinungen: Brauchen wir ein Schulfach Architektur? Die Sensibilisierung für Fragen unserer gebauten Umwelt muss schon bei den Jüngsten beginnen

Katja Domschky

Präsidentin der Architektenkammer NRW

Nach dem Architekturstudium an der RWTH arbeitete Katja Domschky zunächst in verschiedenen Architekturbüros, bevor sie sich 2004 mit der Agentur ACUBE für Kommunikation, Marketing, Strategie selbstständig machte. Seit 2005 Mitglied der Vertreterversammlung der Architektenkammer NRW; ab 2021 Vizepräsidentin. Am 21.03.26 wählte die VVS sie zur Präsidentin der AKNW.

16.07.2026 1min
Bildung Baukultur Nordrhein-Westfalen

Ich halte nichts von illusorischen Forderungen. Insofern: Ein neues Schulfach Architektur wird es kaum geben angesichts der vielfältigen Erwartungen, die wir als Gesellschaft heute an das System Schule richten. Ich bin aber überzeugt davon, dass Architektur und Stadtentwicklung als Querschnittsthemen hervorragend in bestehende

Fächer integriert werden können – von Mathematik über gesellschaftswissenschaftliche Fächer bis zum Kunstunterricht. Diese Erfahrung bestätigen auch die rund 40 Projekte, die Mitglieder der Architektenkammer NRW jedes Jahr im Rahmen des Förderprogramms „Kultur und Schule“ des Landes NRW an Schulen aller Formen durchführen. 

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Was wir dringend erreichen müssen, ist die Aufnahme von Architekturthemen in die Curricula. Nur dann wird aus dem individuellen Engagement, das unsere Kammermitglieder mit uns und mit vielen Mitstreiter:innen aus dem baukulturellen Raum zeigen, eine systematische Wissensvermittlung an alle Kinder und Jugendliche. Ein Verständnis dafür, wie unsere Lebensräume gestaltet werden, dient auch der Selbstermächtigung: Es schärft das Bewusstsein dafür, selbst für eine bessere Umwelt aktiv werden zu können und zu wollen.  

Finnland beschreitet diesen Weg bereits seit 1998. Vielleicht trägt auch das dazu bei, dass die Menschen dort bei der jüngsten Erhebung zum elften Mal in Folge den internationalen „Glücks-Index“ anführen.

 


Zuerst erschienen in der Printversion des Deutschen Architekt:innenblatts, Ausgabe Q2/2026 für Nordrhein-Westfalen

Person mit lockigem Haar hält ein großes Blatt mit technischen Zeichnungen oder Plänen vor sich.
Mann in blauem Hemd hält zwei Papprollen und steht in einem Büro mit Computer und Kleidung im Hintergrund.
Person mit weißem Schutzhelm und orangefarbener Warnweste hält ein Tablet in einer Baustellenumgebung mit Gerüst im Hintergrund.

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