„Schule und Umfeld bilden einen gemeinsamen Lern- und Lebensraum“
Barbara Pampe, Vorständin der Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft, über innovative Ansätze im Schulbau
Warum ist gute Bildung auf gute Bildungsbauten angewiesen?
Barbara Pampe: Gute Bildung umfasst heute vielfältige Lernsettings für formales, non-formales und informelles Lernen, die in herkömmlichen, auf Frontalunterricht ausgerichteten Klassenraum-Flur-Schulen kaum funktionieren können. Gute Bildungsbauten ermöglichen und unterstützen die vielfältigen Angebote, weil sie selbst vielfältiger, offener und wandelbarer sind. Nur wenn der Bildungsbau auf die Anforderungen guter Bildung reagiert, kann es gelingen, Bildung und Gebäude zukunftsfähig zu gestalten.
Bauen hat sich gewandelt. Bestandsbau, Kreislaufwirtschaft und Teilhabe spielen eine große Rolle: Was zeichnet zeitgemäße Schulgebäude aus?
Die gute Nachricht: Innovativer Schulbau ist auch im Bestand möglich, und zwar sowohl im Bestand herkömmlicher Schulgebäude als auch im Bestand fremder Gebäudetypologien. Das Ziel und der Anspruch gesellschaftlicher Teilhabe spiegeln sich in der Öffnung von Räumen, aber auch der Öffnung der Schule zum Quartier. Schule und Umfeld bilden einen gemeinsamen Lern- und Lebensraum.
Sie fordern eine Qualitätsoffensive im Schulbauwesen, auch mit Mitteln aus dem „Sondervermögen Infrastruktur“. Wie lässt sich ein solches Vorhaben effizient und zielführend umsetzen?
Das Wichtigste für eine effiziente Umsetzung: jeden Bauanlass und jeden Euro zu nutzen, um Schulgebäude fit für die Zukunft zu machen. Deshalb haben wir in dem Paper, auf das Sie anspielen, zusammen mit dem Bund Deutscher Architektinnen und Architekten sowie dem Verband Bildung und Erziehung Eckpunkte definiert, wie diese Qualitätsoffensive gelingen kann. Dort sind Qualitätskriterien und Elemente einer Strukturreform für mehr Effizienz bei Sanierung, Umnutzung und Neubau von Schulgebäuden zusammengefasst. Auf unseren Webseiten „Schulbau Open Source“ und „Schule umbauen“ bieten wir weitere Materialien für den Schulumbau.
Zuerst erschienen in der Printversion des Deutschen Architekt:innenblatts, Ausgabe Q2/2026 für Bayern
Bayerische Architektenkammer
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