„Schüler:innen sollten Fachleuten aus der gesamten Baupraxis begegnen“
Eine Frage – mehrere Meinungen: Brauchen wir ein Schulfach Architektur? Die Sensibilisierung für Fragen unserer gebauten Umwelt muss schon bei den Jüngsten beginnen
Wir brauchen kein neues Fach, sondern mehr Raum für echte Erfahrungen in der Schule. Genau hier liegt das Potenzial der bewussten Auseinandersetzung mit Architektur. Ich wünsche Schülerinnen und Schülern Begegnungen mit Fachleuten aus der gesamten Baupraxis – aus Handwerk, Stadt- und Sozialraumplanung sowie Architektur. Ich plädiere für Schulen, die durch informelle Lernpfade ihre Baugeschichte erzählen, und dafür, dass Bauen, Um- und Weiterbauen mit intensiver Beteiligung von Schülerinnen und Schülern geschieht.
So wird Erfahrung zur Alltagskompetenz: Wie muss ein Raum gestaltet sein, damit konzentriertes Lernen gelingt? In welcher Atmosphäre fühle ich mich entspannt? Die strukturelle Verankerung von Architektur als Querschnittsthema wäre sogar vergleichsweise einfach: Die Räume und Bauaufgaben sind da – wir müssen sie nur als Lernanlässe begreifen. Dann entsteht daraus mehr als Bildung: ein Gewinn für uns als Gesellschaft, weil wir lernen, wie sehr Gestaltung unsere Lebensqualität beeinflusst. Und wie wir sie gemeinsam verbessern können.
Zuerst erschienen in der Printversion des Deutschen Architekt:innenblatts, Ausgabe Q2/2026 für Nordrhein-Westfalen
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