„Es ergeben sich Chancen durch Nachverdichtung, Umnutzung und Nutzungsmischung“
Der Bau-Turbo soll schnell neuen Wohnraum schaffen. Funktioniert das in der Praxis und um welchen Preis?
Es soll nun schneller gehen. Aber in der Praxis sind es zusätzliche komplexe Regeln, die neu ausgehandelt und vermutlich auch juristisch geklärt werden müssen. Deswegen wäre weniger Gesetzveränderungs-Aktionismus gefragt gewesen, um eine geübte, rechtssichere und damit zügigere Praxis entstehen zu lassen.
Und es geht ja nicht nur um den § 246e, sondern auch den § 31.3 und § 34.3b. Problematisch könnte werden, ob beim § 31.3 die Abweichung tatsächlich noch ein „Einzelfall“ ist, ob politisch oder städtebaulich entschieden wurde oder ob der ganze B-Plan funktionslos wird. Beim § 246e ist das Damoklesschwert natürlich das „Bauen auf der grünen Wiese“ mit den bekannten Folgen. Aber jetzt ist der Bau-Turbo da, wir alle gehen konstruktiv damit um. Voraussetzung ist, dass die Gemeinden genügend Personal und Geld für die Bearbeitung bekommen. Es ergeben sich Chancen: eine sorgsame Nachverdichtung im Bestand, Umnutzung von Büros zu Wohnungen oder eine neue Mischung von Wohnen und Arbeiten in bisher eher monofunktionalen Gebieten.
Fazit
Gerade wir Planer:innen – und auch Gestaltungsbeiräte – werden gebraucht für die Beratung der Kommunen, insbesondere was die städtebaulichen Konzepte und eine gute Ortsentwicklung anbelangt.
Dieses Meinungsstück aus der Rubrik „Eine Frage – mehrere Meinungen” stammt aus der Printversion des Deutschen Architekt:innenblatts, Ausgabe Q1/2026, Region Bayern.
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