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„Die größte Herausforderung unseres Berufsstands ist die Erhaltung von Demokratie“

Eine Frage — mehrere Meinungen: Welche Herausforderungen sieht der Nachwuchs? Zwischen Klima, Krise und Verantwortung: junge Planerinnen zu den Themen, für die sie Lösungen finden wollen

"Frontalansicht einer Frau mit welligem, schulterlangem rötlich-braunem Haar. Sie trägt ein schwarzes Oberteil mit V-Ausschnitt und blickt direkt in die Kamera. Der Hintergrund zeigt eine weiße Backsteinmauer, an der grünes Efeu mit roten Blüten hochrankt."
© Mark Bentrup

Luisa Kappen

Vizepräsidentin von nexture+ e. V.

Luisa Kappen ist Innenarchitektin und Vizepräsidentin von nexture+ e. V.. Sie arbeitet in der Stadtplanung im Forschungsprojekt UrbanPulse an der Technischen Hochschule OWL. Ihre Arbeit bewegt sich an der Schnittstelle von Raum und Gesellschaft.

 

09.09.2026 2min

In Gemeinschaft handeln! Die größte Herausforderung unseres Berufsstands ist nicht das Umbauen im technischen Sinne. Es ist die Erhaltung von Demokratie. Innenarchitektur produziert nicht nur Strukturen und Räume, sondern gesellschaftliche Verhältnisse. Sie organisiert Begegnung und Ausschluss, Teilhabe und Macht. In einer Zeit, in der autoritäre und rechte Narrative erneut an Einfluss gewinnen, muss sich der Berufsstand mit seiner gesellschaftlichen Wirkung auseinandersetzen und nicht hinter vermeintlicher Neutralität verstecken. 

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Die Aufgabe liegt darin, Räume als prägende Orte des demokratischen Aushandelns zu verstehen und den Planungsprozess selbst als Aushandlungsprozess und nicht als Machtinstrument zu gestalten. Das verlangt eine gelebte Praxis des Kooperierens über Generationen, Disziplinen und Fachgrenzen hinweg, ebenso wie den Dialog mit Sozialwissenschaften, Klimawissenschaften und Zivilgesellschaft. Wer heute plant oder entwirft, manifestiert immer auch ein Gesellschaftsbild. Diese Verantwortung sollten wir als Kern unserer gemeinsamen Arbeit statt als Nebenwirkung begreifen. Und so ist die Frage nicht, ob Innenarchitektur politisch ist, sondern, in welche Richtung sie wirkt. 


Zuerst erschienen in der Printversion des Deutschen Architekt:innenblatts, Ausgabe Q3/2026 für Nordrhein-Westfalen.

Person mit lockigem Haar hält ein großes Blatt mit technischen Zeichnungen oder Plänen vor sich.
Mann in blauem Hemd hält zwei Papprollen und steht in einem Büro mit Computer und Kleidung im Hintergrund.
Person mit weißem Schutzhelm und orangefarbener Warnweste hält ein Tablet in einer Baustellenumgebung mit Gerüst im Hintergrund.

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