„Die größte Herausforderung unseres Berufsstands ist die Erhaltung von Demokratie“
Eine Frage — mehrere Meinungen: Welche Herausforderungen sieht der Nachwuchs? Zwischen Klima, Krise und Verantwortung: junge Planerinnen zu den Themen, für die sie Lösungen finden wollen
In Gemeinschaft handeln! Die größte Herausforderung unseres Berufsstands ist nicht das Umbauen im technischen Sinne. Es ist die Erhaltung von Demokratie. Innenarchitektur produziert nicht nur Strukturen und Räume, sondern gesellschaftliche Verhältnisse. Sie organisiert Begegnung und Ausschluss, Teilhabe und Macht. In einer Zeit, in der autoritäre und rechte Narrative erneut an Einfluss gewinnen, muss sich der Berufsstand mit seiner gesellschaftlichen Wirkung auseinandersetzen und nicht hinter vermeintlicher Neutralität verstecken.
Die Aufgabe liegt darin, Räume als prägende Orte des demokratischen Aushandelns zu verstehen und den Planungsprozess selbst als Aushandlungsprozess und nicht als Machtinstrument zu gestalten. Das verlangt eine gelebte Praxis des Kooperierens über Generationen, Disziplinen und Fachgrenzen hinweg, ebenso wie den Dialog mit Sozialwissenschaften, Klimawissenschaften und Zivilgesellschaft. Wer heute plant oder entwirft, manifestiert immer auch ein Gesellschaftsbild. Diese Verantwortung sollten wir als Kern unserer gemeinsamen Arbeit statt als Nebenwirkung begreifen. Und so ist die Frage nicht, ob Innenarchitektur politisch ist, sondern, in welche Richtung sie wirkt.
Zuerst erschienen in der Printversion des Deutschen Architekt:innenblatts, Ausgabe Q3/2026 für Nordrhein-Westfalen.
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