Deutsches Architektenblatt Logodab-logo
Finden Sie genau die Themen,
die Sie interessieren

Die beliebtesten Themen:

Deutsches Architektenblatt Logodab-logo Deutsches Architektenblatt Logodab-logo-description

All-in-one

REAR Award: Architektur lebt von Ideen und Entwürfen. Und manchmal passen genau diese Vielzahl an Gedanken nicht zusammen. Anders ist es bei den beiden nominierten Wohnungsbauprojekten für den REAR Award. Denn sie vereinen verschiedene Aspekte und bringen sie zu einem Element zusammen.

Laura Pollmann
27.08.2026 4min
Mit verschiedensten Farben und einer Vielzahl an Elementen zeigt die Siedlung Geroldsäcker wie Architektur aus einer Vielfalt eine Einheit machen kann
Mit verschiedensten Farben und einer Vielzahl an Elementen zeigt die Siedlung Geroldsäcker wie Architektur aus einer Vielfalt eine Einheit machen kann.
© Löffler_Schmeling Architekten / REAR Award

Die Planung von neuen Bauten verfolgt meist ein Ziel oder einen Zweck. Oft reicht es aber nicht nur einen Aspekt zu bedenken. Genauso ist es auch bei der Siedlung Geroldsäcker in Karlsruhe. Ihren Ursprung hat die ökologische Siedlung Ende der 80er-Jahre. Die Idee: bürgerschaftliches Engagement und energieeffizientes Bauen vereinen.  

Miteinander gedacht – ökologisch gebaut 

Auch das Projekt der ökologischen Siedlung Geroldsäcker in Karlsruhe hat seinen Ursprung Ende der 80er-Jahre. Die Idee: bürgerschaftliches Engagement und energieeffizientes Bauen vereinen. Das Projekt prägten etwa 40 Bauherren, die neben dem Gemeinschaftsgedanken auch die individuellen Bedürfnisse der Bürger mitdachten. Entstanden ist eine Siedlung mit 21 Wohneinheiten in Reihenhausbauweise, 18 Wohnungen in Geschossbauweise und zudem zwei Büroeinheiten und ein Gemeinschaftshaus. Bei all diesen Elementen wurden ökologische Materialien eingesetzt. Dazu gehören Dämmungen aus recyceltem Zeitungspapier oder Wärmedämmverglasungen und Holzverschalungen aus regionalem Holz. Auch für den Entstehungszeitpunkt der Siedlung war die Energie- und Wasserversorgung nachhaltig gestaltet.  

ANZEIGE
ANZEIGE
Die Freiflächen werden von Bewohnern mehrerer Generationen freizeitlich genutzt
Die Freiflächen werden von Bewohnern mehrerer Generationen freizeitlich genutzt.
© Löffler_Schmeling Architekten / REAR Award
Die Siedlung vereint kompaktes Bauen und private Garteneinheiten
Die Siedlung vereint kompaktes Bauen und private Garteneinheiten.
© Löffler_Schmeling Architekten / REAR Award

Mehrgenerationen-Siedlung 

Nicht nur vereint das Projekt in Karlsruhe viele Wohnformen, sondern denkt auch soziales Miteinander mit: Ein Gemeinschaftshaus, ein Backhaus und mehrere große Freiflächen können von den Bewohnern gemeinschaftlich genutzt werden. Das Konzept funktionierte für viele Bewohner so gut, dass sie noch heute in der Siedlung wohnen. Einige Einheiten wurden aber auch von der nächsten Generation übernommen und weitere Bewohner schlossen sich an. So entwickelte sich aus dem Projekt mit der Zeit ein Mehrgenerationenwohnen. Nach über 30 Jahren des Bestehens bewährt sich das Konzept also noch immer. Hier zeigt sich, wie sehr sich hohe bauliche Qualität und Ästhetik auszahlen können.

Projektdaten

Ökologische Siedlung Geroldsäcker

Ort: Karlsruhe Hagsfeld 
Bauherr: Gesellschaft für Bauherrenschaft ökologisches Bauen GbR 
Architektur: Löffler_Schmeling Architekten 
Typologie: Wohnungsbau, Büros 
Fertigstellung: 1994 
Kategorie: REAR Award (Finalist)

Das Dreiwohnhaus fügt sich mit seinen verschiedenen Elementen in die Umgebung ein
Das Dreiwohnhaus fügt sich mit seinen verschiedenen Elementen in die Umgebung ein.
© Bernd Meyerspeer/ REAR Award

So kompakt wie möglich 

Wohnraum ist knapp. Und das war er auch schon in den 80er- und 90er-Jahren. Mit der Freigabe der Gartenstädte außerhalb des Stadtzentrums für eine Bebauung durch das Stadtplanungsamt München entstand auch das Dreiwohnhaus in der Gartenstadt München-Solln. Anstelle eines Einfamilienhauses war das architektonische Ziel, „Drei Häuser in Einem“ zu vereinen. Und das möglichst kompakt und den gestalterischen Eigenschaften des Viertels entsprechend.  

Tetris der Architektur 

Mit dem Ziel, drei private Einheiten in einem zu schaffen, entstand ein ganz besonderer Grundriss. Bei Dreiwohnhaus vereinen sich ein rechteckiger Baukörper nach Westen, ein Quadrat nach Süden ausgerichtet und ein Satteldach, das sich in Ost-West-Richtung erstreckt. So fügen sich alle Einzelteile zu einem gesamten Baukörper zusammen. Trotz dieser geschaffenen Einheit wurde die Privatsphäre der Eigentümer keineswegs vergessen. Jeder Eigentümer verfügt über eine eigene Dachterrasse oder über einen Garten. 

Projektdaten

Dreiwohnhaus

Ort: München-Solln
Bauherr:  Prof. Klaus Daniels (Haus 01), Manuel Rauchfuss (Haus 02), Brigitte Behr und Ernst-Ulrich Behr (Haus 03)
Architektur: Bernd Meyerspeer 
Typologie: Wohnhaus 
Fertigstellung: 1994  
Kategorie: REAR Award   

Über den REAR Award 

Der REAR Award zeichnet sich schon durch seine Namensgebung aus: der Reflect Architecture Award. Der REAR Award sucht die Architektur aus, die verschiedensten Bedingungen ausgesetzt waren– angefangen beim Wetter, über die alltägliche Nutzung bis hin zur gewöhnlichen Alterung. Aber wie verändern sich die Gebäude wirklich? Genau das nimmt der Preis in den Blick und kürt die Architektur, die zwar schon über Generationen hinweg besteht, aber dennoch zu aktuellen Architekturdiskursen beitragen kann.  

Bei der Kategorie REAR Transformation wird Architektur gesucht, die sich durch neue Perspektiven, Umbau und Erweiterung auszeichnen. Im Fokus steht die Frage, wie Architektur auf Veränderungen reagieren kann, ohne von Abriss oder Neubeginn zu sprechen. Es werden diejenigen Gebäude ausgewählt, die ihre Qualität, Präsenz und kulturelle Bedeutung bewahren konnten. Der Blick liegt darauf, was bleibt und was noch werden kann. 

Die Initiatoren des Awards sind die Publizistin Katharina Benjamin, der Architekt Fabian Onneken und der Grafikdesigner Patrick Martin. Diese haben den Award 2025 in Leipzig ins Leben gerufen.

"Lächelnde Frau mit schulterlangen braunen Haaren und Brille. Sie trägt einen beigen Blazer über einem hellblauen Hemd und hat ihre Arme verschränkt. Der Hintergrund ist neutral grau."
© Laura_Pollmann

Laura Pollmann

Volontärin

Nach ihrem absolvierten Bachelorstudium in Medien- und Kommunikationsmanagement in Heidelberg und Stationen im Corporate Publishing, befindet sie sich jetzt in der Ausbildung zur Redakteurin von der Axel Springer Academy. Dort ist sie Teil der Redaktion von Vogel Corporate Solutions (ehem. Axel Springer Corporate Solutions).  

Person mit lockigem Haar hält ein großes Blatt mit technischen Zeichnungen oder Plänen vor sich.
Mann in blauem Hemd hält zwei Papprollen und steht in einem Büro mit Computer und Kleidung im Hintergrund.
Person mit weißem Schutzhelm und orangefarbener Warnweste hält ein Tablet in einer Baustellenumgebung mit Gerüst im Hintergrund.

Bauen Sie Ihre
Zukunft – jetzt
Stellen entdecken

Das könnte Sie auch interessieren

Historisches Steingebäude mit Kirchturm neben modernem, kubischem Neubau in ruhiger Hofsituation.

Innovation in Backstein-Architektur: Erich-Mendelsohn-Preis ausgelobt

Die Auslobung für den renommierten Erich-Mendelsohn-Preis für Backstein-Architektur 2026 hat begonnen. Bis zum 30. April 2026 können Projekte eingereicht werden.

Meldungen Bundesweit
09.01.2026
Frau mit brünetten Haaren und Pony sitzt an einem Holztisch in einem Büro. Sie trägt ein schwarzes Kurzarmshirt und gestikuliert mit beiden Händen während sie spricht. Im Hintergrund sind ein Whiteboard und eine Stadtplan-Karte an der Wand sichtbar.

„Architekturvermittlung ist ein strategisches Instrument“

Eine Frage – mehrere Meinungen: Architekturvermittlung – wozu eigentlich? Die Kommunikation mit Laien und anderen Fachdisziplinen ist kein Nice-to-have. Denn für den Bauprozess stellt sie entscheidende Weichen.

Berufspolitik Baden-Württemberg
03.07.2026
 Porträt von zwei Frauen (Katharina Benjamin und Angelika Hinterbrandner) in einem Fotostudio mit grünem Hintergrund. Die linke Frau sitzt in einem leuchtend orangefarbenen Oberteil auf einem dunklen Sitzsack, die rechte Frau trägt einen schwarzen Oversize-Anzug und sitzt auf einem knallroten Stuhl. Beide lächeln sich an.

Immer einen Schritt vor dem Architekturdiskurs

Jedes Format hat seine eigenen Spielregeln – und wer sie selbst aufstellt, kann Themen setzen, bevor andere sie erkennen. Katharina Benjamin und Angelika Hinterbrandner über die Logik hinter Kontextur.

Büropraxis Bundesweit
23.06.2026
Mann mit dunklem Hemd und beiger Hose steht vor einer Glasfront mit Blick auf Garten und Bäume.
Geschwungene Holzstruktur mit parallelen Linien, die eine organische, fließende Form bilden.
Freitreppe mit grasbedeckten Seitenflächen vor einem modernen, geschwungenen Gebäude mit weißer Fassade und dunklem Unterbau.
Blick über eine große, gepflasterte Fläche auf ein modernes Gebäude mit schrägen Stützen und Glasfassade, im Hintergrund Stadtgebäude und Bäume.

Neues Wissen,
smarte Projekte und
inspirierende Ideen

Entdecken Sie die Welt der Architektur – 
jetzt im exklusiven DAB Update!

Bitte gültige E-Mail-Adresse eingeben. Bestätigung der Datenschutzerklärung ist erforderlich.