All-in-one
REAR Award: Architektur lebt von Ideen und Entwürfen. Und manchmal passen genau diese Vielzahl an Gedanken nicht zusammen. Anders ist es bei den beiden nominierten Wohnungsbauprojekten für den REAR Award. Denn sie vereinen verschiedene Aspekte und bringen sie zu einem Element zusammen.
Die Planung von neuen Bauten verfolgt meist ein Ziel oder einen Zweck. Oft reicht es aber nicht nur einen Aspekt zu bedenken. Genauso ist es auch bei der Siedlung Geroldsäcker in Karlsruhe. Ihren Ursprung hat die ökologische Siedlung Ende der 80er-Jahre. Die Idee: bürgerschaftliches Engagement und energieeffizientes Bauen vereinen.
Miteinander gedacht – ökologisch gebaut
Auch das Projekt der ökologischen Siedlung Geroldsäcker in Karlsruhe hat seinen Ursprung Ende der 80er-Jahre. Die Idee: bürgerschaftliches Engagement und energieeffizientes Bauen vereinen. Das Projekt prägten etwa 40 Bauherren, die neben dem Gemeinschaftsgedanken auch die individuellen Bedürfnisse der Bürger mitdachten. Entstanden ist eine Siedlung mit 21 Wohneinheiten in Reihenhausbauweise, 18 Wohnungen in Geschossbauweise und zudem zwei Büroeinheiten und ein Gemeinschaftshaus. Bei all diesen Elementen wurden ökologische Materialien eingesetzt. Dazu gehören Dämmungen aus recyceltem Zeitungspapier oder Wärmedämmverglasungen und Holzverschalungen aus regionalem Holz. Auch für den Entstehungszeitpunkt der Siedlung war die Energie- und Wasserversorgung nachhaltig gestaltet.
Mehrgenerationen-Siedlung
Nicht nur vereint das Projekt in Karlsruhe viele Wohnformen, sondern denkt auch soziales Miteinander mit: Ein Gemeinschaftshaus, ein Backhaus und mehrere große Freiflächen können von den Bewohnern gemeinschaftlich genutzt werden. Das Konzept funktionierte für viele Bewohner so gut, dass sie noch heute in der Siedlung wohnen. Einige Einheiten wurden aber auch von der nächsten Generation übernommen und weitere Bewohner schlossen sich an. So entwickelte sich aus dem Projekt mit der Zeit ein Mehrgenerationenwohnen. Nach über 30 Jahren des Bestehens bewährt sich das Konzept also noch immer. Hier zeigt sich, wie sehr sich hohe bauliche Qualität und Ästhetik auszahlen können.
Projektdaten
Ökologische Siedlung Geroldsäcker
Projektdaten
Ökologische Siedlung Geroldsäcker
Ort: Karlsruhe Hagsfeld
Bauherr: Gesellschaft für Bauherrenschaft ökologisches Bauen GbR
Architektur: Löffler_Schmeling Architekten
Typologie: Wohnungsbau, Büros
Fertigstellung: 1994
Kategorie: REAR Award (Finalist)
So kompakt wie möglich
Wohnraum ist knapp. Und das war er auch schon in den 80er- und 90er-Jahren. Mit der Freigabe der Gartenstädte außerhalb des Stadtzentrums für eine Bebauung durch das Stadtplanungsamt München entstand auch das Dreiwohnhaus in der Gartenstadt München-Solln. Anstelle eines Einfamilienhauses war das architektonische Ziel, „Drei Häuser in Einem“ zu vereinen. Und das möglichst kompakt und den gestalterischen Eigenschaften des Viertels entsprechend.
Tetris der Architektur
Mit dem Ziel, drei private Einheiten in einem zu schaffen, entstand ein ganz besonderer Grundriss. Bei Dreiwohnhaus vereinen sich ein rechteckiger Baukörper nach Westen, ein Quadrat nach Süden ausgerichtet und ein Satteldach, das sich in Ost-West-Richtung erstreckt. So fügen sich alle Einzelteile zu einem gesamten Baukörper zusammen. Trotz dieser geschaffenen Einheit wurde die Privatsphäre der Eigentümer keineswegs vergessen. Jeder Eigentümer verfügt über eine eigene Dachterrasse oder über einen Garten.
Projektdaten
Dreiwohnhaus
Projektdaten
Dreiwohnhaus
Ort: München-Solln
Bauherr: Prof. Klaus Daniels (Haus 01), Manuel Rauchfuss (Haus 02), Brigitte Behr und Ernst-Ulrich Behr (Haus 03)
Architektur: Bernd Meyerspeer
Typologie: Wohnhaus
Fertigstellung: 1994
Kategorie: REAR Award
Über den REAR Award
Über den REAR Award
Der REAR Award zeichnet sich schon durch seine Namensgebung aus: der Reflect Architecture Award. Der REAR Award sucht die Architektur aus, die verschiedensten Bedingungen ausgesetzt waren– angefangen beim Wetter, über die alltägliche Nutzung bis hin zur gewöhnlichen Alterung. Aber wie verändern sich die Gebäude wirklich? Genau das nimmt der Preis in den Blick und kürt die Architektur, die zwar schon über Generationen hinweg besteht, aber dennoch zu aktuellen Architekturdiskursen beitragen kann.
Bei der Kategorie REAR Transformation wird Architektur gesucht, die sich durch neue Perspektiven, Umbau und Erweiterung auszeichnen. Im Fokus steht die Frage, wie Architektur auf Veränderungen reagieren kann, ohne von Abriss oder Neubeginn zu sprechen. Es werden diejenigen Gebäude ausgewählt, die ihre Qualität, Präsenz und kulturelle Bedeutung bewahren konnten. Der Blick liegt darauf, was bleibt und was noch werden kann.
Die Initiatoren des Awards sind die Publizistin Katharina Benjamin, der Architekt Fabian Onneken und der Grafikdesigner Patrick Martin. Diese haben den Award 2025 in Leipzig ins Leben gerufen.
Das könnte Sie auch interessieren
Neues Wissen,
smarte Projekte und
inspirierende Ideen
Entdecken Sie die Welt der Architektur –
jetzt im exklusiven DAB Update!