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„Dialog und Diskurs sind zentrale Anliegen der Architektur“

Christian von Wissel, wissenschaftlicher Leiter des Bremer Zentrums für Baukultur, im Gespräch.

Katja Gazey
15.06.2026 2min
Porträtfoto eines Mannes mittleren Alters mit ergrauten, lockigen Haaren und Bart. Er trägt einen schwarzen Pullover mit Reißverschluss über einem strukturierten Unterhemd und blickt freundlich in die Kamera. Der Hintergrund ist neutral grau gehalten.
Christian von Wissel, Stadtforscher Professor für Theorie der Stadt an der School of Architecture der Hochschule Bremen. Der Wahlbremer ist seit 2018 wissenschaftlicher Leiter des Bremer Zentrums für Baukultur.
© Claudia A. Cruz

DAB Redaktion Bremen: Das Bremer Zentrum für Baukultur (b.zb) koordiniert seit vielen Jahren den Bremer Stadtdialog. Warum ist dieses Format der Architekturvermittlung so wichtig?  

Christian von Wissel: Der Bremer Stadtdialog ist eine Diskussionsveranstaltung, dank der die Menschen an der baulichen Veränderung ihrer Stadt teilhaben. Seit 2005 werden in diesem Rahmen städtebauliche Projekte, aktuelle Wettbewerbe oder generelle Fragen zu Architektur, Landschaft und Raum in Bremen und Bremerhaven öffentlich erörtert. Damit schaffen wir ein Forum, in dem verschiedene Stimmen gehört werden können – denn Baukultur ist die gemeinsame Aufgabe, um die Qualitäten der gebauten Umwelt zu sichern.

Wer ist am Stadtdialog beteiligt?

Der Bremer Stadtdialog ist eine Gemeinschaftsproduktion von vielen baukulturell engagierten Institutionen der Stadt. Die Architektenkammer, der BDA, die Hochschule, die Stadtverwaltung und weitere sind dabei. Auch Vereine und Verbände aus Landschaftsgestaltung, Ingenieurwesen und Verkehrsplanung tragen das Format. Dieser Reichtum an beteiligten Institutionen ist bereits eine Stärke: So stellen wir sicher, dass aus allen Bereichen die relevanten Themen auf den Tisch kommen.

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Welche Themen sind das für die kommenden Veranstaltungen?

2026 haben wir mit einer Diskussion über Qualitäten im Wohnungsbau begonnen und konstruktiv über die Zukunft der Innenstadt gestritten. Weitere Themen sind der Aufgabenbereich des neuen Senatsbaudirektors, das Zusammenspiel einer neuen Umbaukultur mit der Denkmalpflege sowie die baulichen Entwicklungen in Bremen-Nord und die Umsetzung des Bremer Schulbauprogramms.

Wen erreicht das Format und wie fügt es sich in die Vermittlungsarbeit des b.zb ein?  

Der Stadtdialog richtet sich an die allgemeine Öffentlichkeit, erreicht im Kern aber vor allem ein fachlich bereits interessiertes Publikum. Umso wichtiger ist es, den Nährboden für Beteiligung breit zu bestellen. Das b.zb organisiert deswegen Ausstellungen, Vorträge und Führungen; und wir produzieren einen Podcast. Dialog und Diskurs sind zentrale Anliegen der Architektur – sonst reden wir nur mit uns selbst und bleiben in unserer Bubble.  


Zuerst erschienen in der Printversion des Deutschen Architekt:innenblatts, Ausgabe Q2/2026 für die Region Bremen, Niedersachsen

Katja Gazey

Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Architektenkammer der Freien Hansestadt Bremen DAB Redaktion Bremen
Person mit lockigem Haar hält ein großes Blatt mit technischen Zeichnungen oder Plänen vor sich.
Mann in blauem Hemd hält zwei Papprollen und steht in einem Büro mit Computer und Kleidung im Hintergrund.
Person mit weißem Schutzhelm und orangefarbener Warnweste hält ein Tablet in einer Baustellenumgebung mit Gerüst im Hintergrund.

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