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„Der Kopf ist voller Ideen und man wartet nur darauf, diese in die Tat umzusetzen“

Eine Frage – mehrere Meinungen aus Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland: Mehr Selbstständigkeit wagen. Ines Streit und Dominik Marx aus Niehl erzählen, was ihnen beim ersten eigenen Projekt wirklich geholfen hat.

© Ideenschmiede, Niehl

Ines Streit, Dominik Marx

Architekt:innen

Ines Streit und Dominik Marx sind Inhaber:innen des Architekturbüros IDEENSCHMIEDE in Niehl.

29.09.2026 2min
Selbstständigkeit Junge Büros Baukultur Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland

Mehr Selbstständigkeit wagen. Viele Architektinnen und Architekten scheuen den Schritt in die Selbstständigkeit. Dabei sprechen gute Gründe dafür.


Der Wunsch, eigenständig Projekte zu entwickeln, begleitete uns schon früh. Praktische Erfahrungen im Architekturbüro während des Studiums sowie Dominiks Ausbildung zum Bauzeichner bildeten die Grundlage für unseren Weg in die Selbstständigkeit. Nach ersten kleineren Planungen im familiären Umfeld eröffnete der Umbau der Scheune der Föhringsmühle die Möglichkeit, ein eigenes Projekt von der ersten Skizze bis zur Fertigstellung zu realisieren. Dieses Vorhaben war schließlich der Anlass, unser Architekturbüro IDEENSCHMIEDE im Nebenerwerb zu gründen.

Rückblickend verlief nicht alles reibungslos – und sicherlich gehörte eine gewisse Portion Naivität dazu. Doch genau das war unsere Stärke: Wir hatten den Mut, ein stark verfallenes Gebäude nicht als Problem, sondern als Potenzial zu betrachten, etablierte Standards zu hinterfragen und alternative Lösungen zu entwickeln. Das Bedürfnis, Neues auszuprobieren, teilen viele Absolventinnen und Absolventen: Nach dem Studium ist der Kopf voller Ideen, oft fehlt jedoch die Gelegenheit, diese umzusetzen. Für uns wurde das Projekt Umbau Scheune Föhringsmühle zu genau dieser Chance.

Dass das Projekt mehrfach ausgezeichnet und publiziert wurde, freut uns sehr. Noch wertvoller sind die Kontakte, Gespräche und Netzwerke, die daraus entstanden sind. Sie haben uns gezeigt, dass viele junge Büros vor ähnlichen Herausforderungen stehen: wenige Aufträge, unsichere Perspektiven und die Notwendigkeit, die Selbstständigkeit zunächst durch eine Tätigkeit in einem Architekturbüro oder an einer Hochschule abzusichern. 

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Fazit

Ein Patentrezept für die Selbstständigkeit gibt es nicht. Für uns war es letztlich ein Glücksfall, dass die Bauherrin den Mut hatte, das Projekt gemeinsam mit uns umzusetzen. Empfehlenswert sind Angebote wie Seminare der Architektenkammern sowie (über-)regionale Veranstaltungen rund um das Thema Bauen. Unsere Erfahrung zeigt: Der Schritt in die Selbstständigkeit erfordert Mut, bietet aber zugleich die Chance, Verantwortung zu übernehmen, eine eigene Haltung zu entwickeln und Architektur nach den eigenen Vorstellungen zu gestalten.


Zuerst erschienen in der Printversion des Deutschen Architekt:innenblatts, Ausgabe Q3/2026 für die Region Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland.

Person mit lockigem Haar hält ein großes Blatt mit technischen Zeichnungen oder Plänen vor sich.
Mann in blauem Hemd hält zwei Papprollen und steht in einem Büro mit Computer und Kleidung im Hintergrund.
Person mit weißem Schutzhelm und orangefarbener Warnweste hält ein Tablet in einer Baustellenumgebung mit Gerüst im Hintergrund.

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