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„Der Bremer Weg“

Ein erster Schritt zur „Bau-Ermöglichungskultur“. Schneller, kostengünstiger Wohnungsbau ist das Ziel.

© Caspar Sessler

Oliver Platz

Präsident der Architektenkammer der Freien Hansestadt Bremen

Platz ist seit 2016 Präsident der Architektenkammer und einer von drei geschäftsführenden Inhabern von gruppeomp Architektengesellschaft mbH BDA mit Standorten in Bremen, Hannover und Rastede.

10.03.2026 6min

Es war klar, dass wir uns am Bremer Weg beteiligen würden, der in nur sechs Monaten, von Mai bis November 2025, unter Koordination des Bremer Bauressorts beschritten wurde. In drei Arbeitsgruppen (Baustandards, Planungsprozesse und Verwaltungsverfahren) sowie einer Lenkungsrunde diskutierten viele Behördenvertreter, einige Wohnungsbauunternehmen und vielleicht zu wenig freiberuflich Planende, wie man die Baukosten im Bereich des Wohnungsneubaus senken kann.

Vorbild für die Vorgehensweise war der Hamburg-Standard, der schon ein halbes Jahr veröffentlicht war. Im Raum stand die Frage, ob wir das in Bremen nicht „einfach abschreiben“ könnten. Nein, konnten wir nicht – abweichende Ausgangsvoraussetzungen in der Landesbauordnung, in den Behördenstrukturen und in den kommunalen Gepflogenheiten bedingten dann doch einigen Diskussionsbedarf.

Das Ergebnis ist ein Senatsbeschluss zugunsten eines gemeinsam getragenen Papiers, in dem 70 konkrete Maßnahmen beschrieben sind.

Es wird dauern, bis sich die erhofften Effekte tatsächlich einstellen werden – viele der Maßnahmen werden erst verzögert wirken, da Regularien angepasst werden müssen (Landesgesetze, Ortsgesetze, Verwaltungsvorschriften). Auch die Tatsache, dass der Wohnungsbestand, der Gewerbe- und der Bildungsbaubereich bisher gar nicht erfasst wurden vom Bremer Weg, wurde von uns kritisch in den Prozess eingebracht. Um die Effekte einschätzen zu können, ist es wichtig, auch den Bremer Weg an konkreten Projekten auszuprobieren – wie es gerade in Hamburg geschieht.

Der Bremer Weg ist ein notwendiger Anfang: Wenn Regeln gemeinsam überprüft und vereinfacht werden, kann eine neue Bau-Ermöglichungskultur für einfaches, kluges und ressourceneffizientes Bauen entstehen.

Oliver Platz

Architekt, Präsident der Architektenkammer der Freien Hansestadt Bremen
© Julian Rentzsch für das DAB

Der Bremer Weg ist der gute und notwendige Anfang für einen Prozess, der hoffentlich eine neue „Bau-Ermöglichungskultur“ einläutet. Die Erkenntnis von Überkomplexität in den Regularien und Verfahren ist nicht neu. Anstatt der erwartbaren und vielleicht auch verständlichen Bewahrung der Regularien, die im eigenen Zuständigkeitsbereich liegen, stand bei verschiedenen Diskussionen das gemeinsame politische Ziel im Vordergrund: Wie schaffen wir es, das Bauen von Wohnungen günstiger und schneller zu machen?  

Diese Entwicklung macht Hoffnung. Denn der Bremer Weg ist – trotz vorliegendem Abschlussbericht – hoffentlich erst am Anfang. Der Themenspeicher ist gut gefüllt mit Vorschlägen, die im Prozess erst neu aufgekommen sind, und auch einigen Maßnahmen, zu denen noch keine Einigung erzielt wurde. Wir sprechen uns dafür aus, den Bremer Weg zu verstetigen in eine praktikable Form der dauerhaften Selbstüberprüfung von Regeln und Verfahren. Eine „Entschlackung“ kann dann gelingen, wenn ein gemeinsames Ziel verfolgt wird: einfaches, kluges, ressourceneffizientes Bauen.

Person mit lockigem Haar hält ein großes Blatt mit technischen Zeichnungen oder Plänen vor sich.
Mann in blauem Hemd hält zwei Papprollen und steht in einem Büro mit Computer und Kleidung im Hintergrund.
Person mit weißem Schutzhelm und orangefarbener Warnweste hält ein Tablet in einer Baustellenumgebung mit Gerüst im Hintergrund.

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