Deutsches Architektenblatt Logodab-logo
Finden Sie genau die Themen,
die Sie interessieren

Die beliebtesten Themen:

Deutsches Architektenblatt Logodab-logo Deutsches Architektenblatt Logodab-logo-description

„Bezahlbarer Wohnraum, aber wie?“

Intelligente Planung und die Abwägung von Standards sind wichtige Weichen, um kostengünstig zu bauen.

Mann mit Brille vor hellem Hintergrund.
© AKH Kirsten Bucher

Gerhard Greiner

Architekt Präsident der Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen

Präsident der Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen und waschechter Nordhesse mit einem Büro in Kassel. Nach verschiedenen ehrenamtlichen Positionen im Berufsverband BDA und in der Kammer wählte die Vertreterversammlung ihn 2024 zum Präsidenten der AKH.  
Greiner möchte das Bauen umweltverträglicher gestalten und setzt sich für das Bauen im Bestand ein.

05.03.2026 2min

Bundesweit fehlen mehr als 800.000 Wohnungen, bezahlbarer Wohnraum ist Mangelware, das Ziel von 400.000 Neubauten pro Jahr bleibt unerreicht und der Bedarf wächst. Nötig sind Lösungen, die schnell und günstig wirken, denn bezahlbares Wohnen ist kein Luxus, sondern Basis für ein gutes Leben. 

Auch die wohnungspolitischen Ziele des Landes Hessen sind ambitioniert. Dem jährlichen Wohnungsbedarf von 26.400 neuen Wohnungen stehen knapp 18.000 fertiggestellte Wohnungen gegenüber. Nicht nur fehlt es an ausreichenden Fördermitteln; hinzu kommt, dass wegen steigender Materialkosten immer seltener gebaut wird. 

Einen Lösungsweg sehen wir in einer Wohnungsbauoffensive verbunden mit der Etablierung eines Hessen-Standards, der auf die drei Säulen setzt: Kosteneffizienz, schlanke Verfahren und Klimafreundlichkeit. Konkret braucht es folgende Elemente:   

Durch Flächeneffizienz, einfache, robuste Bauweisen, modulare Vorfertigung und effiziente Planung soll Wohnraum schneller und kostengünstiger geschaffen werden. Dazu kann ein neuer Gebäudetyp E beitragen, wie ihn andere Bundesländer in Form von Pilotprojekten erproben. Statt langer Prozesse sollen Vergaben, Bauleitplan-Verfahren oder Planungswettbewerbe schlank gehalten und vereinfacht werden. Ressourcenschonung, Bauen im Bestand vor Neubau, Stärkung grüner Infrastruktur und klimagerechte Standards sind integrale Bestandteile, um die Lebensgrundlagen nachfolgender Generationen nicht weiter zu gefährden. Dabei spielt das Weiterbauen im Bestand eine wichtige Rolle.

Schwarz-weiße Porträtzeichnung einer lächelnden erwachsenen Person mit Kurzhaar und Brille, in dunklem Hemd und Jacke; blaue Aquarellakzente auf Schultern.
© Julian Rentzsch für das DAB 

Können wir heute bezahlbar, schnell und zugleich klimafreundlich bauen? Dafür brauchen wir den Mut, Prozesse sinnvoll weiterzuentwickeln. Nachhaltigkeit ist kein Kostentreiber, sondern häufig die effizienteste Lösung. So bietet der Werkstoff Holz Chancen für schnelles und effizientes Bauen. Im Rahmen der Holzbauoffensive Hessen konnte die AKH als Kooperationspartner des Hessischen Landwirtschaftsministeriums wichtige Fortschritte erzielen. Die Ergebnisse der Studie zum elementierten Bauen in Holz zeigen, dass unsere Hypothese „Vielfalt in Serie ist möglich“ zutrifft.

Bezahlbares Wohnen ist kein Luxus: Mit einem Hessen-Standard aus Kosteneffizienz, schlanken Verfahren und Klimafreundlichkeit kann schneller und nachhaltig gebaut werden.

Halbnahes Farbfoto einer lächelnden erwachsenen Person mit Kurzhaar und Brille, in schwarzem Hemd und Sakko, vor heller, klassischer Türwand; Blick in die Kamera.
© AKH Kirsten Bucher

Gerhard Greiner

Architekt

Teil des Selbstverständnisses und eine der wesentlichen Aufgaben der Kammern ist die Politikberatung. Wir engagieren uns intensiv und pflegen einen konstruktiven Dialog mit politischen Entscheidungsträger:innen. Erfolge wie im Herbst 2025 bei der Novelle der Hessischen Bauordnung (HBO), in die zahlreiche Anregungen der AKH einflossen, bestärken uns. 
Grundlage politischen Handelns sind die in Wahlen festgelegten inhaltlichen Leitplanken. Mit unserer Stimme legitimieren wir demokratische Entscheidungen. Die Ausübung des Wahlrechts ist nicht nur ein Recht, sondern auch ein Privileg. Machen Sie davon Gebrauch bei den hessischen Kommunalwahlen am 15. März 2026. 

Person mit lockigem Haar hält ein großes Blatt mit technischen Zeichnungen oder Plänen vor sich.
Mann in blauem Hemd hält zwei Papprollen und steht in einem Büro mit Computer und Kleidung im Hintergrund.
Person mit weißem Schutzhelm und orangefarbener Warnweste hält ein Tablet in einer Baustellenumgebung mit Gerüst im Hintergrund.

Bauen Sie Ihre
Zukunft – jetzt
Stellen entdecken

Das könnte Sie auch interessieren

Von Feelings, Fakten und Verschiebungen

Die niedersächsische Wettbewerbsstatistik 2025 verzeichnet entgegen allen oft zu hörenden Verlautbarungen einen Aufwärtstrend. Wie sind die Zahlen einzuschätzen?

Berufspolitik Niedersachsen
03.03.2026
3D‑Rendering: Stapel aus vier Modulen – Holzsockel, Ziegelblock, blaues Betonobergeschoss, grüne Fassadenmodule – mit großen Fenstern und Balkonen.

Das große Missverständnis

Warum es nicht reicht, schneller zu bauen, und Tempo allein keine Entlastung schafft

Baukultur Bundesweit
02.03.2026
Eine abstrakte digitale Visualisierung zeigt eine Stadtlandschaft aus leuchtenden Punkten, Linien und Datenstrukturen in Blau-, Grün- und Violetttönen vor schwarzem Hintergrund, Hochhäuser und Straßenzüge erscheinen als digitale Raster, wodurch das Bild die Verschmelzung von Stadt, Daten und Technologie darstellt und für die Rolle von Künstlicher Intelligenz, Simulation und digitalen Werkzeugen in der Planung und Gestaltung zukünftiger Städte steht.

Kann KI auch Baukultur?

Künstliche Intelligenz eröffnet Chancen für Planung und Baukultur. Julia Holzemer-Thabor, Vorstandsmitglied der Architektenkammer Rheinland-Pfalz, zeigt, welche Chancen für Planende in der KI stecken.

Meldungen Rheinland-Pfalz
28.01.2026
Mann mit dunklem Hemd und beiger Hose steht vor einer Glasfront mit Blick auf Garten und Bäume.
Geschwungene Holzstruktur mit parallelen Linien, die eine organische, fließende Form bilden.
Freitreppe mit grasbedeckten Seitenflächen vor einem modernen, geschwungenen Gebäude mit weißer Fassade und dunklem Unterbau.
Blick über eine große, gepflasterte Fläche auf ein modernes Gebäude mit schrägen Stützen und Glasfassade, im Hintergrund Stadtgebäude und Bäume.

Neues Wissen,
smarte Projekte und
inspirierende Ideen

Entdecken Sie die Welt der Architektur – 
jetzt im exklusiven Newsletter!

Bitte gültige E-Mail-Adresse eingeben. Bestätigung der Datenschutzerklärung ist erforderlich.