„Bezahlbarer Wohnraum, aber wie?“
Intelligente Planung und die Abwägung von Standards sind wichtige Weichen, um kostengünstig zu bauen.
Bundesweit fehlen mehr als 800.000 Wohnungen, bezahlbarer Wohnraum ist Mangelware, das Ziel von 400.000 Neubauten pro Jahr bleibt unerreicht und der Bedarf wächst. Nötig sind Lösungen, die schnell und günstig wirken, denn bezahlbares Wohnen ist kein Luxus, sondern Basis für ein gutes Leben.
Auch die wohnungspolitischen Ziele des Landes Hessen sind ambitioniert. Dem jährlichen Wohnungsbedarf von 26.400 neuen Wohnungen stehen knapp 18.000 fertiggestellte Wohnungen gegenüber. Nicht nur fehlt es an ausreichenden Fördermitteln; hinzu kommt, dass wegen steigender Materialkosten immer seltener gebaut wird.
Einen Lösungsweg sehen wir in einer Wohnungsbauoffensive verbunden mit der Etablierung eines Hessen-Standards, der auf die drei Säulen setzt: Kosteneffizienz, schlanke Verfahren und Klimafreundlichkeit. Konkret braucht es folgende Elemente:
Durch Flächeneffizienz, einfache, robuste Bauweisen, modulare Vorfertigung und effiziente Planung soll Wohnraum schneller und kostengünstiger geschaffen werden. Dazu kann ein neuer Gebäudetyp E beitragen, wie ihn andere Bundesländer in Form von Pilotprojekten erproben. Statt langer Prozesse sollen Vergaben, Bauleitplan-Verfahren oder Planungswettbewerbe schlank gehalten und vereinfacht werden. Ressourcenschonung, Bauen im Bestand vor Neubau, Stärkung grüner Infrastruktur und klimagerechte Standards sind integrale Bestandteile, um die Lebensgrundlagen nachfolgender Generationen nicht weiter zu gefährden. Dabei spielt das Weiterbauen im Bestand eine wichtige Rolle.
Können wir heute bezahlbar, schnell und zugleich klimafreundlich bauen? Dafür brauchen wir den Mut, Prozesse sinnvoll weiterzuentwickeln. Nachhaltigkeit ist kein Kostentreiber, sondern häufig die effizienteste Lösung. So bietet der Werkstoff Holz Chancen für schnelles und effizientes Bauen. Im Rahmen der Holzbauoffensive Hessen konnte die AKH als Kooperationspartner des Hessischen Landwirtschaftsministeriums wichtige Fortschritte erzielen. Die Ergebnisse der Studie zum elementierten Bauen in Holz zeigen, dass unsere Hypothese „Vielfalt in Serie ist möglich“ zutrifft.
Bezahlbares Wohnen ist kein Luxus: Mit einem Hessen-Standard aus Kosteneffizienz, schlanken Verfahren und Klimafreundlichkeit kann schneller und nachhaltig gebaut werden.
Gerhard Greiner
ArchitektTeil des Selbstverständnisses und eine der wesentlichen Aufgaben der Kammern ist die Politikberatung. Wir engagieren uns intensiv und pflegen einen konstruktiven Dialog mit politischen Entscheidungsträger:innen. Erfolge wie im Herbst 2025 bei der Novelle der Hessischen Bauordnung (HBO), in die zahlreiche Anregungen der AKH einflossen, bestärken uns.
Grundlage politischen Handelns sind die in Wahlen festgelegten inhaltlichen Leitplanken. Mit unserer Stimme legitimieren wir demokratische Entscheidungen. Die Ausübung des Wahlrechts ist nicht nur ein Recht, sondern auch ein Privileg. Machen Sie davon Gebrauch bei den hessischen Kommunalwahlen am 15. März 2026.
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