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„Es geht, wenn man es will!“

Kammerkommentar: Neuer Wohnraum muss wieder bezahlbar werden. Der Hamburg-Standard zeigt, wie das zu schaffen ist.

Farbfoto: Nahaufnahme einer Person mit braunen, schulterlangen Haaren und dunkler Brille; neutraler Blick; heller, unscharfer Bürohintergrund.
© LRW

Karin Loosen

Präsidentin der Hamburgischen Architektenkammer

Katrin Loosen ist Präsidentin der Hamburgischen Architektenkammer und zudem Vorstandsvorsitzende der Hamburger Stiftung Baukultur (HSBK), deren Gründung sie 2021 in der Hamburgischen Architektenkammer initiierte. Karin Loosen ist ehrenamtlich tätig in zahlreichen Kommissionen und Institutionen und in Jurys zu Architektur- und Stadtplanungswettbewerben in ganz Deutschland vertreten. 

03.03.2026 3min
Kommentar Hamburg

Es hat gedauert, aber es hat sich gelohnt. Über ein Jahr ist es her, dass Hamburgs Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, Karen Pein, erstmals Repräsentant:innen der Immobilien- und Bauwirtschaft, Wohnungsbauunternehmen, Politik und Verwaltung sowie der Planungsberufe zu sich rief, um gemeinsam die Möglichkeiten für einen kostengedämpften Wohnungsbau zu identifizieren. Erklärtes Ziel war und ist es, einen Wohnungsbau für unter 3.000 EUR brutto pro Quadratmeter nicht nur zu ermöglichen, sondern Realität werden zu lassen, um so neuen Wohnraum wieder bezahlbar zu machen für die Menschen in der Stadt. 

Wir, die ehren- und hauptamtlich für die Hamburgische Architektenkammer sowie die Hamburgische Ingenieurkammer-Bau tätigen Vertreter:innen haben dabei in vielen Workshoprunden unsere Expertise und Erfahrung eingebracht und mitgeholfen, den neuen Hamburg-Standard zu definieren. Wir haben es geschafft, zentrale Kostentreiber zu identifizieren und rechtssichere, praxistaugliche Alternativen sowie neue Prozess- und Verfahrensansätze zu entwickeln, um so die Baukosten um über ein Drittel zu senken.  

Uns war es dabei besonders wichtig, dass die Kostenreduktion und die Effizienzgewinne keinesfalls zu schlechteren, unattraktiven Gebäuden und Wohnungen führen, sondern im Gegenteil, dass essenzielle Qualitäten definiert und gestärkt werden. Standards und Vorschriften werden immer da gesenkt oder abgeschafft, wo sie reduzier- oder verzichtbar sind. Der Hamburg-Standard bedeutet, neue Wege einzuschlagen, um sowohl bezahlbare als auch wohnliche, schöne und zeitgemäße und nicht zuletzt klimagerechte Lebensräume zu entwickeln.

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 Illustration: Kopf‑Schulter‑Porträt einer Person mit Brille und schulterlangem Haar; rote Aquarellakzente am Jackenkragen; weißer Hintergrund.
Karin Loosen, Präsidentin der Hamburgischen Architektenkammer
© Julian Rentzsch für das DAB 

Wer mit der Komplexität heutigen Planens und Bauens und den zahllosen, sich teils widersprechenden Anforderungen, Wünschen und Forderungen an den Wohnungsbau vertraut ist, ahnt, welch dicke Bretter da zu bohren waren. Umso erfreulicher ist es, dass sich die heterogen zusammengesetzten Arbeitsgruppen allesamt auf Lösungsansätze in ihren Feldern einigen konnten. Und es sind bereits 13 Pilotprojekte in allen Hamburger Bezirken in der Planung oder Umsetzung, noch dazu wissenschaftlich begleitet, um herauszufinden, welche Maßnahmen und Prozesse besonders effektiv Kosten sparen. Die bundesweite Aufmerksamkeit für den Hamburg-Standard zeigt, dass Hamburg hier eine Vorreiterrolle einnimmt und die Ergebnisse und Erkenntnisse werden dem kostengünstigen Bauen in ganz Deutschland zugutekommen. Und wir, die Architektinnen und Architekten, sind ganz vorne dabei bei der Gestaltung dieser Bauwende.

Der Hamburg-Standard zeigt: Mit neuen Prozessen und klaren Prioritäten lassen sich Baukosten um über ein Drittel senken – ohne Abstriche bei Qualität, Gestaltung und Klimagerechtigkeit.

Farbfoto: Nahaufnahme einer Person mit braunen, schulterlangen Haaren und dunkler Brille; neutraler Blick; heller, unscharfer Bürohintergrund.
© LRW

Katrin Loosen

Architektin und Stadtplanerin, Präsidentin der Hamburgischen Architektenkammer

Dieser Artikel erschien in der Printversion des Deutschen Architekt:innenblatts, Ausgabe Q1/2026 für die Region Küste (Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern).

Person mit lockigem Haar hält ein großes Blatt mit technischen Zeichnungen oder Plänen vor sich.
Mann in blauem Hemd hält zwei Papprollen und steht in einem Büro mit Computer und Kleidung im Hintergrund.
Person mit weißem Schutzhelm und orangefarbener Warnweste hält ein Tablet in einer Baustellenumgebung mit Gerüst im Hintergrund.

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