Deutsches Architektenblatt Logodab-logo
Finden Sie genau die Themen,
die Sie interessieren

Die beliebtesten Themen:

Deutsches Architektenblatt Logodab-logo Deutsches Architektenblatt Logodab-logo-description

Das war das Kammerjahr 2025 in Hessen

Gerhard Greiner, Präsident der Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen, zieht eine Bilanz des vergangenen Jahres. Er blickt auf zentrale Entscheidungen und Entwicklungen zurück und formuliert die Ziele für 2026.

Mann mit Brille vor hellem Hintergrund.
© AKH Kirsten Bucher

Gerhard Greiner

ArchitektPräsident der Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen Architekt

Präsident der Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen und waschechter Nordhesse mit einem Büro in Kassel. Nach verschiedenen ehrenamtlichen Positionen im Berufsverband BDA und in der Kammer wählte die Vertreterversammlung ihn 2024 zum Präsidenten der AKH.  
Greiner möchte das Bauen umweltverträglicher gestalten und setzt sich für das Bauen im Bestand ein.

13.01.2026 4min

Ja ist denn heut scho’ Weihnachten? Dieser Satz von Franz Beckenbauer beschreibt anschaulich die Situation zum Jahresende. Ehe man sich versieht, stehen die Feiertage vor der Tür. Zwischen Mails, Meetings und Meilensteinen rauscht das Jahr vorbei. Man übersieht leicht, was man alles geschafft hat. Besinnlich ist anders. Daher möchte ich an dieser Stelle auf ein ereignisreiches Kammerjahr 2025 zurückblicken. 

Das Jahr endete so turbulent, wie es begann. Mitte Januar 2025 schlossen wir die Reihe der regionalen Transformationswerkstätten ab. Die Ergebnisse aus Kassel, Darmstadt und Marburg flossen direkt in die Vorstandsklausur Ende Januar ein. Nach zwei intensiven Tagen standen die Leitlinien der neuen Legislatur und die Ziele der kommenden Jahre fest. Gebündelt haben wir sie in den drei Handlungsfeldern: Leichter arbeiten. Besser bauen. Vernetzt durchstarten. 

Strategische Weichenstellungen für die neue Wahlperiode  

Zwei zentrale Projekte zur Zukunftssicherung der Kammer konnten wir dann bereits 2025 abschließen: Die Vertreterversammlung hat auf Antrag des Vorstands eine neue Beitragsordnung und eine neue Fortbildungsordnung beschlossen. Sie treten zum 1. Januar 2026 in Kraft. 

Als Erfolg der AKH ist auch die Novelle der Hessischen Bauordnung (Baupaket I) zu sehen. Zahlreiche Anregungen der Kammer sind in das Mitte Oktober in Kraft getretene Gesetz eingeflossen: insbesondere die Stärkung des Bauens im Bestand, die Erleichterung von Dachausbauten und Aufstockungen sowie die vereinfachten Abweichungen nach § 73 HBO zur Förderung des Gebäudetyps E.  

Neue Spielräume 

Im Rahmen der Holzbauoffensive Hessen konnte die AKH als Kooperationspartner des Hessischen Landwirtschaftsministeriums wichtige Fortschritte erzielen. Besonders hervorheben möchte ich den von der AKH herausgegebenen „Leitfaden zum klimagerechteren Planen & Bauen – Ökobilanzierung in der Praxis“. Er steht auf der AKH-Website kostenlos zum Download bereit und ich kann Ihnen versichern: Ökobilanzierung ist ein gutes Werkzeug für Architektinnen und Architekten. Bereits im Entwurf können Sie auf der Basis von Bauteilkennwerten die Umweltfolgen Ihrer Planung ermitteln und diese, ähnlich wie Sie es aus der Kostenermittlung kennen, leistungsphasengerecht fortschreiben. 

Wir dürfen dann auf die Ergebnisse der Studie zum elementierten Bauen in Holz gespannt sein. Unsere Arbeitshypothese lautet: Vielfalt in Serie ist möglich.

Einer der Höhepunkte im Kammerjahr ist der Hessische Architektentag (HAT). 2025 stand er unter dem Motto „Klimaoase Architektur – Fundamente einer neuen und nachhaltigen Umweltgestaltung“. Ein Tag voller Impulse, Austausch und Inspiration. 2026 wird der HAT mit dem Fokus auf die „produktive Stadt“ den Dreiklang der Neuen Leipzig-Charta (gerecht, grün und produktiv) vervollständigen. 

Ganz im Zeichen von Vernetzung, Begegnung und Gemeinschaft stand ein Sommertag im August: Rund 300 Neumitglieder verzeichnet die AKH in diesem Jahr, über 40 konnte ich persönlich in der Kammer willkommen heißen. Die Begrüßungsveranstaltung und das anschließende Sommerfest zeigten eindrucksvoll, wie lebendig und wertvoll das AKH-Netzwerk ist. 

Austausch, Gemeinschaft und Ausblick 

Das Kammerjahr hatte mit dem Tag der Architektur und dem bundesweiten „Women in Architecture Festival 2025“ weitere Höhepunkte. Besonders der Pink-Summer-Abend im Kammergarten ist ein gelungenes Beispiel dafür, was mit ehrenamtlichem Engagement möglich ist. Zum 30-jährigen Jubiläum des Tags der Architektur entwickelte die Kammer eine Wanderausstellung, die den planerischen und politischen Wandel in Bauten und Leitbildern der letzten Jahrzehnte zeigt. Ich lade Sie herzlich ein, sie in Ihrer Region zu präsentieren und als Ausgangspunkt für den regionalen Dialog über Wohnungs- und Stadtentwicklung zu nutzen. 

Ein weiterer Meilenstein ist die Vorbereitung der Architektenkooperative e.G. (ArKo). Der Businessplan und die Satzungsentwürfe sollen noch 2025 vorliegen. Die Gründung der Architektenkooperative kann dann 2026 erfolgen. 

Auch kommunikativ geht die AKH neue Wege: Ab Januar erscheint das Deutsche Architekt:innenblatt bundesweit vorwiegend digital und die AKH geht diesen Weg der Digitalisierung ihrer Medien mit. Dazu gehört auch der Eintritt in die Social-Media-Welt. Die Kammer wird im ersten Quartal 2026 mit eigenen Kanälen auf Instagram und LinkedIn an den Start gehen. Ziel ist es, die Sichtbarkeit und Relevanz der Kammer zu erhöhen und u. a. jüngere Zielgruppen besser zu erreichen.

2025 war ein sehr produktives Jahr. Wir haben viel erreicht und werden auch 2026 durchstarten, für unseren Berufsstand und die Baukultur. Ich wünsche Ihnen ein glückliches, erfolgreiches Jahr 2026! 

Person mit lockigem Haar hält ein großes Blatt mit technischen Zeichnungen oder Plänen vor sich.
Mann in blauem Hemd hält zwei Papprollen und steht in einem Büro mit Computer und Kleidung im Hintergrund.
Person mit weißem Schutzhelm und orangefarbener Warnweste hält ein Tablet in einer Baustellenumgebung mit Gerüst im Hintergrund.

Bauen Sie Ihre
Zukunft – jetzt
Stellen entdecken

Das könnte Sie auch interessieren

Von Feelings, Fakten und Verschiebungen

Die niedersächsische Wettbewerbsstatistik 2025 verzeichnet entgegen allen oft zu hörenden Verlautbarungen einen Aufwärtstrend. Wie sind die Zahlen einzuschätzen?

Berufspolitik Niedersachsen
03.03.2026
Eine monumentale, symmetrisch aufgebaute Gebäudefassade aus hellem Stein mit stark gegliederten Wandflächen und tiefen Fenstergittern dominiert den Stadtraum, der zentrale Eingang ist zurückgesetzt und wird von wenigen Personen im Maßstab erfahrbar gemacht, wodurch das Bild ein bedeutendes Verwaltungs- oder Kulturbauwerk zeigt und für die Auseinandersetzung mit historischer Architektur, Denkmalwert und zeitgenössischer Nutzung steht.

Denk mal modern! Nachkriegsarchitektur und ihre Zukunft

Die Bauten der Nachkriegszeit prägen Rheinland-Pfalz bis heute. Thomas Dang, Vorstandsmitglied der Landesarchitektenkammer, thematisiert, wie damit in Zukunft umgegangen werden kann und sollte.

Baukultur Rheinland-Pfalz
15.01.2026
Illustration eines Mannes

„Schnell und bezahlbar – ein Märchen“

Jahrzehnte beschwört die Politik das schnelle, günstige Bauen – und ignoriert einfachste Wahrheiten

Berufspolitik Baden-Württemberg
19.03.2026
Mann mit dunklem Hemd und beiger Hose steht vor einer Glasfront mit Blick auf Garten und Bäume.
Geschwungene Holzstruktur mit parallelen Linien, die eine organische, fließende Form bilden.
Freitreppe mit grasbedeckten Seitenflächen vor einem modernen, geschwungenen Gebäude mit weißer Fassade und dunklem Unterbau.
Blick über eine große, gepflasterte Fläche auf ein modernes Gebäude mit schrägen Stützen und Glasfassade, im Hintergrund Stadtgebäude und Bäume.

Neues Wissen,
smarte Projekte und
inspirierende Ideen

Entdecken Sie die Welt der Architektur – 
jetzt im exklusiven Newsletter!

Bitte gültige E-Mail-Adresse eingeben. Bestätigung der Datenschutzerklärung ist erforderlich.