„Ausgangspunkt sollte Architektur sein, die über sich nachdenkt“
Eine Frage – mehrere Meinungen: Architekturvermittlung – eine Frage unserer Zeit. Architektur bewegt sich in veränderlichen Kontexten von Baukultur und Gesellschaft. Wie vermittelt man sie heute?
Architektur mit allen Sinnen aufnehmen. Architektur erleben. Architektur körperlich erfassen. Vor Ort. Das ist das Ideal. Doch meist nicht umsetzbar. „Über Architektur sollte man eigentlich nicht berichten, weil ihr in ihrer Darstellung immer das Wesentliche fehlt“, sagt der Münchner Architekt Andreas Hild. Wir sitzen zusammen und unterhalten uns über kommunikative Strategien in der Vermittlung der Baukunst. Klar, die vermeintliche Nichtdarstellbarkeit trifft auch andere Künste – den Film, die Malerei, die Bildhauerei, den Tanz. Ebenfalls schwer übersetzbar. Immer fehlt etwas. Wir reden darüber. Fast alle Architektur ist gebaut, aber nicht alles Gebaute ist Architektur.
Was Architektur ausmacht, ist das Bauen, das über sich nachdenkt. Dieses Nachdenken ist ein guter erster Schritt in der Vermittlung. Oft wird er in der Berichterstattung übersehen und es wird nur versucht, ein Gebäude in seiner Räumlichkeit oder in der Wirkung der Fassade zu beschreiben. Architektur ist mehr. Sie ist komplex. Dieser Komplexität lässt sich in der Vermittlung angemessen
gerecht werden.
Fazit
Gute Vermittlung ist wie das Einkochen eines Fonds. Bis sie funktioniert und trotzdem alles beinhaltet, dauert es lange. Wie beim Bauen selbst: Work in Progress.
Zuerst erschienen in der Printversion des Deutschen Architekt:innenblatts, Ausgabe Q2/2026 für Bayern.
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