„Aus Forschung und guten Ideen müssen konkrete Ergebnisse entstehen“
Anke Karmann-Woessner leitet den Strategiedialog „Bezahlbares Wohnen und innovatives Bauen“ in Baden-Württemberg und nennt im Interview zentrale Themen: den BW-Standard, Sekundärrohstoffzentren und KI-gestützte Robotik im Bauwesen.
DAB Redaktion Baden-Württemberg: Mit der Erfahrung aus der Bayerischen Staatsbauverwaltung und dem Stadtplanungsamt Karlsruhe: Was reizt Sie an Ihrer neuen Aufgabe?
Anke Karmann-Woessner: Die Wohnungs- und Baubranche steht vor gewaltigen, vielschichtigen Herausforderungen. Im Strategiedialog arbeiten Wissenschaft, Handwerk, Industrie und Praxis gemeinsam daran. Die Geschäftsstelle bringt die Akteure zusammen, koordiniert den Austausch und gibt Impulse. Mich reizt besonders, unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen und tragfähige Lösungen zu entwickeln.
Worauf legen Sie den Fokus?
Die Themen für die nächste Phase stimmen wir eng mit der Landesregierung ab. Erste Ansätze liefert der Koalitionsvertrag: der „BW-Standard“ für Neubau und Umbau, regionale Sekundärrohstoffzentren, KI-gestützte Robotik. Zugleich fordert er, Handlungsspielräume mutig zu nutzen – bei 208 unteren Baurechtsbehörden mit unterschiedlicher Entscheidungspraxis eine große Aufgabe, zumal sich ländlicher Raum und Verdichtungsräume unterscheiden. Weiterer Schwerpunkt: Die Ergebnisse des Strategiedialogs müssen sichtbarer werden und alle Regionen Baden-Württembergs erreichen.
Komplexe Prozesse und Rechtsrahmen erschweren es oft, neue Konzepte umzusetzen. Welche Lösung hat der SDB?
Der Strategiedialog kann Verfahren nicht direkt verändern, aber der Politik fundierte Handlungsempfehlungen geben. Aus Forschung und guten Ideen müssen konkrete Ergebnisse entstehen – entscheidend für einen starken Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg. Manche Maßnahmen sind kurzfristig umsetzbar, andere brauchen mehr Vorbereitung. Wichtige Grundlagen sind bereits gelegt, etwa mit der Gründungsmitgliedschaft am Bundesforschungszentrum für klimaneutrales, ressourceneffizientes Bauen. Auch Programme wie „Clever Bauen BW“, der Förderaufruf zur Bauteilwiederverwendung oder „Mehr Leben im Eigenheim“ zeigen, wie Innovationen in die Praxis finden.
Zuerst erschienen in der Printversion des Deutschen Architekt:innenblatts, Ausgabe Q3/2026 Baden-Württemberg.
Architektenkammer Baden-Württemberg
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