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Neues aus der Normung: Schon fit für XPlanung und DiPlanung?

Ab 31.10.2026 müssen in Bayern Bauleitpläne dem Datenstandard XPlanung genügen und auf der Plattform DiPlanung übermittelt werden.

Marcus Ebert, Jutta Heinkelmann
17.09.2026 4min
„Ein grafischer Stadtplan als Hintergrund mit einem orangefarbenen Banner am unteren Rand und dem Schriftzug ‚NN Neues aus der Normung‘.“
© Bayerische Architektenkammer

Im Bereich der Bauleitplanung stehen grundlegende Änderungen an: Zum 31.10.2026 werden XPlanung und DiPlanung für alle Verfahren nach BauGB verbindlich. Ziel sind unter anderem effizientere und rechtssichere Beteiligungsverfahren. Die Prozesse sollen transparenter gestaltet werden, damit notwendige Entscheidungen einfacher und fundierter getroffen werden können. Zudem eröffnet der einheitliche Datenstandard neue Möglichkeiten, städtebauliche Planung digital und interaktiv zu nutzen, sowie Szenarien dreidimensional darzustellen, um diese besser beurteilen zu können. Hiervon profitieren die Landes- und die Regionalplanung, die Bauleitplanung sowie die Landschaftsplanung. Auch für Planfeststellungsverfahren ist die Einführung vorgesehen.  

Aber was steckt nun genau hinter den Begriffen XPlanung und DiPlanung?

XPlanung ist ein deutschlandweit einheitlicher Datenaustauschstandard für die digitale Raum-, Flächen- und Stadtplanung. Durch das einheitliche Format XPlanGML können Schnittstellen verlustfrei überwunden werden und Planungsdaten unter anderem von Bauleitplänen, Landschafts- oder Regionalplänen miteinander verknüpft, ausgetauscht beziehungsweise aufeinander aufbauend verarbeitet werden. Stichwort: Interoperabilität. XPlanung ist damit die gemeinsame digitale Sprache dieser Planungen.  

Mit der Einführung von XPlanung geht zugleich ein Paradigmenwechsel einher: weg von einer rein grafischen Planzeichnung hin zu voll vektorisierten Planungsinformationen. Planinhalte werden dadurch zunehmend objektbezogen und qualitativ beschrieben und können digital ausgewertet, verknüpft sowie weiterverarbeitet werden.

Für Planungsbüros, die in den Bereichen Raum-, Flächen- und Stadtplanung tätig sind, bedeutet dies, dass die eingesetzte Fachsoftware in der Lage sein muss, die erstellten Planungen im Format XPlanGML auszugeben. Ist dies im bestehenden System nicht möglich, bieten viele Softwarehersteller inzwischen entsprechende Erweiterungen an.

Im Kontext von XPlanung gewinnt auch die Plattform DiPlanung zunehmend an Bedeutung. Die Plattform ermöglicht die durchgängige digitale Abwicklung von Planungsverfahren, insbesondere in der Bauleitplanung, Raumordnung und Planfeststellung. Planunterlagen, Beteiligungsverfahren, Stellungnahmen und Verfahrensstände werden dabei zentral und strukturiert erfasst und verwaltet. Für Planende schafft dies eine gemeinsame digitale Arbeitsumgebung mit Kommunen, Fachbehörden und Trägern öffentlicher Belange, während Bürgerinnen und Bürger einen zentralen Zugang zu Planinformationen und Beteiligungsverfahren erhalten. Die auf Basis von XPlanung bereitgestellten Daten können darüber hinaus in nachfolgenden Planungs- und Genehmigungsprozessen weiterverwendet werden. In Bayern erfolgt die landesweite Einführung von DiPlanung seit 2025. 

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Zum Schluss nochmals ganz übersichtlich ...

Zusammengefasst halten wir fest: Bauleitpläne sind künftig mit digitalen Planungstools zu erstellen oder zu bearbeiten, die das Ausgabeformat XPlanGML unterstützen. Hierbei sind unterschiedliche Erfassungstiefen möglich. Neben vollvektoriellen Planzeichnungen können auch teilvektorielle Umsetzungsformen nach dem sogenannten Minimalstandard angewendet werden. Entscheidend ist die standardisierte Bereitstellung und Weiterverarbeitung der Planungsinformationen im Dateiformat XPlanGML. Hierdurch werden sie maschinell einheitlich auslesbar, analysierbar, interoperabel und medienbruchfrei austauschbar. Ab dem 31.10.2026 sind diese Daten verpflichtend auf der Plattform DiPlanung zu veröffentlichen und für die Beteiligungs- und Verfahrensschritte bereitzustellen.

Ausblick

Die Einführungsphase von XPlanung und DiPlanung nähert sich Ihrem Ende. Ab dem 31.10.2026 wird deren Anwendung verbindlich sein. Erste Verfahren wurden bereits digital abgewickelt, Schulungs- und Unterstützungsangebote stehen zur Verfügung und der bayernweite Rollout läuft. Bei allen Vorteilen ist absehbar, dass die Umstellung für Planungsbüros und Kommunen zunächst mit zusätzlichem Aufwand verbunden sein wird: Technische Voraussetzungen müssen geschaffen, Softwarelösungen angepasst und Mitarbeitende entsprechend geschult werden. Langfristig bieten die neuen Standards die Chance auf effizientere, transparentere und medienbruchfreie Planungs- und Beteiligungsprozesse.  

Wer sich dafür fit machen will, kann am 15. Oktober 2026 das Seminar „Digitale Bauleitplanung in Bayern: XPlanung und DiPlanung kompakt“ der Akademie für Fort- und Weiterbildung der Bayerischen Architektenkammer besuchen. Mit dem Seminarangebot bietet die Bayerische Architektenkammer ihren Mitgliedern und Interessierten eine umfängliche Einführung in das Thema, sowie praxisorientierte Hinweise für die Planung mit XPlanung und DiPlanung.

Weitere Informationen  

Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr

Marcus Ebert, Jutta Heinkelmann

Bayerische Architektenkammer DAB Redaktion Bayern

Marcus Ebert, M.A., ist Architekt und arbeitet im Bereich Architektur und Technik der Bayerischen Architektenkammer an Digitalisierungsthemen.

 

Dipl.-Ing. Univ. Jutta Heinkelmann ist Architektin und Stadtplanerin und arbeitet bei der Bayerischen Architektenkammer als Referentin Wohnen, Standards und Normung

Person mit lockigem Haar hält ein großes Blatt mit technischen Zeichnungen oder Plänen vor sich.
Mann in blauem Hemd hält zwei Papprollen und steht in einem Büro mit Computer und Kleidung im Hintergrund.
Person mit weißem Schutzhelm und orangefarbener Warnweste hält ein Tablet in einer Baustellenumgebung mit Gerüst im Hintergrund.

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