„Diese Objekte spiegeln eine neue Realität des Bauens“
Was interessiert das Publikum am Tag der Architektur? Oliver Platz, Präsident der Architektenkammer der Freien Hansestadt Bremen, nennt im Interview einen Schwerpunkt mit steigender Tendenz.
DAB Redaktion Bremen: Welche Bedeutung hat der Tag der Architektur als Veranstaltung der Architektenkammern?
Oliver Platz: Der Tag der Architektur ist das wichtigste öffentliche Event der Architektenkammern, weil er allen Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit bietet, mit den verantwortlichen Architektinnen und Architekten und deren Auftraggebenden ins Gespräch zu kommen – nicht nur über prominente Bauten, sondern gerade auch über interessante Anlagen abseits der bekannten Pfade. Die Teilnahme ist bewusst niedrigschwellig gehalten, ohne Anmeldung und ohne Gebühr.
Wie werden die Objekte im Land Bremen ausgewählt?
Wir kooperieren bei der Durchführung des Tags der Architektur mit der Architektenkammer Niedersachsen. Die Auswahl trifft eine Jury, die aus Kammermitgliedern aus beiden Bundesländern zusammengesetzt ist. Eine gemeinsame Broschüre und ein gemeinsamer Internetauftritt präsentieren dann alle ausgewählten Objekte.
Inwiefern hat sich die Hitzewelle auf die Besucherzahl ausgewirkt?
Schwer zu sagen. Sicherlich haben sich nicht alle auf den Weg machen können oder haben jeweils weniger Projekte besucht. Architektinnen und Architekten haben bei den Besichtigungen, wenn vorhanden, kühlere Orte aufgesucht, um Gespräche zu führen. Einige hatten Wasserkaraffen bereitgestellt. Dieser heiße Tag der Architektur bleibt in Erinnerung.
Welche Besonderheiten gab es 2026 beim Tag der Architektur?
Einen Schwerpunkt bildete diesmal das Bauen im Bestand – die Tendenz ist steigend und spiegelt eine neue Realität des Bauens wider. Umnutzung, Aufstockung, Wiederverwendung von Rohstoffen, das Erreichen der Ziele mit möglichst einfachen Mitteln: Das sind wichtige Aspekte des Bauens in naher Zukunft. Von 13 Projekten in der Stadt Bremen sind fünf Beispiele für das Bauen im Bestand, so der Umbau des ehemaligen Bundeswehrhochhauses zum Q45 mit über 100 Wohnungen. Solche Entwicklungen scheinen die Menschen sehr zu interessieren.
Zuerst erschienen in der Printversion des Deutschen Architekt:innenblatts, Ausgabe Q3/2026 für die Regionen Bremen und Niedersachsen.
Katja Gazey
Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Architektenkammer der Freien Hansestadt Bremen DAB Redaktion BremenDas könnte Sie auch interessieren
Neues Wissen,
smarte Projekte und
inspirierende Ideen
Entdecken Sie die Welt der Architektur –
jetzt im exklusiven DAB Update!