Unter dem Viadukt: Raum neu teilen
Unter dem Berliner Hochbahnviadukt erprobt die Radbahn, wie sich Verkehrsflächen klimaresilient umgestalten und neu zwischen Menschen, Mobilität und Natur verteilen lassen.
Was lange als Parkplatz diente, ist in Berlin-Kreuzberg zu einem ungewöhnlichen Stadtraum geworden. Mit dem „Testfeld Reallabor Radbahn“ wurde unter dem Hochbahnviadukt an der Skalitzer Straße ein rund 200 Meter langer Abschnitt in einen linearen Park für Radfahrende und Fußgänger umgewandelt. Zwei unterschiedlich programmierte Bereiche – die Interaktionsinsel und die Radinsel – sind über ein dicht bepflanztes grünes Band miteinander verbunden.
Der Entwurf setzt auf einfache Mittel. Vorhandene Materialien wurden wiederverwendet, Flächen entsiegelt und ein Regenwassermanagement integriert. Mehr als 90 Gehölze sowie mehrere Tausend Stauden und Gräser verbessern das Mikroklima und schaffen Lebensräume für Pflanzen und Tiere.
Das Projekt versteht sich als Reallabor, weil es untersucht, wie sich bestehende Verkehrsflächen an neue Anforderungen anpassen lassen. Damit liefert das Testfeld konkrete Antworten auf Fragen der klimaresilienten Stadtentwicklung, aber auch auf Fragen der Neuverteilung des öffentlichen Raums.
Das Projekt erhielt den Deutschen Landschaftsarchitektur-Preis 2025 (Auszeichnung Infrastruktur und Mobilität). Verantwortlich zeichnet neben dem Berliner Büro fabulism auch das Wismarer Büro nuko – „nu“ ist plattdeutsch und bedeutet „jetzt“, „ko“ steht für kollektiv: gemeinsam planen in Mecklenburg-Vorpommern mit dem Ziel ganzheitlicher Projekte, die Landschaft, Infrastruktur und Architektur miteinander verbinden. Ein Ansatz, der sich in diesem Entwurf auf ganzer Linie ablesen lässt.
Projektdaten
Testfeld Reallabor Radbahn
Projektdaten
Testfeld Reallabor Radbahn
Ort: Skalitzer Straße, 10997 Berlin-Kreuzberg
Landschaftsarchitektur: fabulism+nuko
Bauherr: Reallabor Radbahn gUG (haftungsbeschränkt) i.L.
Fertigstellung: 2024
nuko.team/radbahn-berlin
fabulismoffice.com/project/testfeld-reallabor-radbahn
Zuerst erschienen in der Printversion des Deutschen Architekt:innenblatts, Ausgabe Q3/2026 für die Region Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein.
Architektenkammer Mecklenburg-Vorpommern
DAB Redaktion Mecklenburg-VorpommernDas könnte Sie auch interessieren
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