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Unter dem Viadukt: Raum neu teilen

Unter dem Berliner Hochbahnviadukt erprobt die Radbahn, wie sich Verkehrsflächen klimaresilient umgestalten und neu zwischen Menschen, Mobilität und Natur verteilen lassen.

Architektenkammer Mecklenburg-Vorpommern
23.10.2026 2min
Fahrradfahrer unter einer Stahlbrücke auf einem Radweg mit weißen Markierungen und grünen Bäumen am Rand
Eine Kooperation zwischen Berlin und Wismar: Das Reallabor untersucht wie sich bestehende Infrastrukturen in ihrer Nutzung weiterdenken lassen.
© Fabulism+Nuko

Was lange als Parkplatz diente, ist in Berlin-Kreuzberg zu einem ungewöhnlichen Stadtraum geworden. Mit dem „Testfeld Reallabor Radbahn“ wurde unter dem Hochbahnviadukt an der Skalitzer Straße ein rund 200 Meter langer Abschnitt in einen linearen Park für Radfahrende und Fußgänger umgewandelt. Zwei unterschiedlich programmierte Bereiche – die Interaktionsinsel und die Radinsel – sind über ein dicht bepflanztes grünes Band miteinander verbunden. 

Der Entwurf setzt auf einfache Mittel. Vorhandene Materialien wurden wiederverwendet, Flächen entsiegelt und ein Regenwassermanagement integriert. Mehr als 90 Gehölze sowie mehrere Tausend Stauden und Gräser verbessern das Mikroklima und schaffen Lebensräume für Pflanzen und Tiere. 

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Isometrische Grafik einer länglichen, bepflanzten Interaktionsinsel mit Sitzgelegenheiten, Bäumen und einem gelben Straßenbahnwagen an einem Bahnsteig
Ein multifunktionaler Ort, der Infrastruktur, Architektur und Landschaft miteinander verbindet.
© Fabulism
Mann mit Turban und Bart lädt E-Bike an Ladestation in urbaner Umgebung auf
Luftpumpe und Flickzeug machen die Nutzung solcher Orte für Radfahrende interessanter.
© Hanns Josten
Mann mit Kapuzenjacke sitzt auf grüner Bank an Bahnsteig und liest Buch, im Hintergrund zwei Männer mit Fahrrad und Rucksack gehen
Unter dem Viadukt sind auch Verweilorte vorgesehen.
© Hanns Josten

Das Projekt versteht sich als Reallabor, weil es untersucht, wie sich bestehende Verkehrsflächen an neue Anforderungen anpassen lassen. Damit liefert das Testfeld konkrete Antworten auf Fragen der klimaresilienten Stadtentwicklung, aber auch auf Fragen der Neuverteilung des öffentlichen Raums. 

Das Projekt erhielt den Deutschen Landschaftsarchitektur-Preis 2025 (Auszeichnung Infrastruktur und Mobilität). Verantwortlich zeichnet neben dem Berliner Büro fabulism auch das Wismarer Büro nuko – „nu“ ist plattdeutsch und bedeutet „jetzt“, „ko“ steht für kollektiv: gemeinsam planen in Mecklenburg-Vorpommern mit dem Ziel ganzheitlicher Projekte, die Landschaft, Infrastruktur und Architektur miteinander verbinden. Ein Ansatz, der sich in diesem Entwurf auf ganzer Linie ablesen lässt.

Projektdaten

Testfeld Reallabor Radbahn

Ort: Skalitzer Straße, 10997 Berlin-Kreuzberg  
Landschaftsarchitektur: fabulism+nuko  
Bauherr: Reallabor Radbahn gUG (haftungsbeschränkt) i.L.  
Fertigstellung: 2024

nuko.team/radbahn-berlin
fabulismoffice.com/project/testfeld-reallabor-radbahn


Zuerst erschienen in der Printversion des Deutschen Architekt:innenblatts, Ausgabe Q3/2026 für die Region Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein.

Architektenkammer Mecklenburg-Vorpommern

DAB Redaktion Mecklenburg-Vorpommern
Person mit lockigem Haar hält ein großes Blatt mit technischen Zeichnungen oder Plänen vor sich.
Mann in blauem Hemd hält zwei Papprollen und steht in einem Büro mit Computer und Kleidung im Hintergrund.
Person mit weißem Schutzhelm und orangefarbener Warnweste hält ein Tablet in einer Baustellenumgebung mit Gerüst im Hintergrund.

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