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„Stadtplanung ist eine gesellschaftliche Herausforderung"

Im Interview spricht Jens Stahnke als neuer Präsident der Architektenkammer Saarland über Nachwuchsförderung, Netzwerke und Stadtplanung.

Kim Ahrend
28.04.2026 4min
Mann mittleren Alters steht hinter einem Rednerpult und spricht ins Mikrofon; er trägt ein dunkles Hemd, gestikuliert mit der rechten Hand und blickt leicht nach rechts; hinter ihm ein blaues Roll‑up mit weißem Schriftzeichen als Hintergrund.
Jens Stahnke, Architekt und Stadtplaner Präsident der Architektenkammer des Saarlandes © Iris Maurer

Kim Ahrend: Welche Schwerpunkte möchten Sie in Ihrer Präsidentschaft setzen? 

Jens Stahnke: Nachwuchs, Netzwerke und Nachhaltigkeit. Wir arbeiten eng mit der Schule für Architektur Saar an der htw saar zusammen. Mit der Juniormitgliedschaft haben wir formale Leitplanken geschaffen, die wir nun mit Leben füllen. Gerade im Saarland brauchen wir aufgrund der kleinteiligen Bürostruktur Netzwerke, um auch größere Bauobjekte planen und umsetzen zu können. Wichtig sind außerdem strukturelle Netzwerke über das Saarland hinaus. Wir nutzen bereits Synergien mit unseren Schwesterkammern und in unseren Nachbarländern Luxemburg und Frankreich. Nachhaltigkeit ist das größte Thema. Wir brauchen lebenswerte Räume – urban und rural. Stadtplanung ist eine gesellschaftliche Herausforderung. 

Die Bundesarchitektenkammer und die einzelnen Länderarchitektenkammern sind stark verzahnt. Welche Impulse möchten Sie aus dem Saarland in das Bundesgebiet senden? 

Die sogenannten kleinen Kammern haben mit anderen Problemen zu kämpfen als die großen: weniger Mitglieder, weniger Einnahmen, weniger Personal, aber gleiche Aufgaben. Es ist wichtig, ein gegenseitiges Verständnis aufzubauen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Ziel wäre es, ein Gleichgewicht herzustellen. Das ist schwer umsetzbar, zeigt aber das gegenwärtige Strukturproblem und die Notwendigkeit, kleine Kammern zu unterstützen.

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Sie sind nicht nur Präsident, sondern auch Vertreter der Fachrichtung Stadtplanung. Welchen Einfluss wird das auf Ihre Präsidentschaft haben? 

Die Anforderungen an die Stadt und an öffentliche Räume sind sehr groß. Sei es die Klimaanpassung, sei es der gesellschaftliche Zusammenhalt. Wir müssen mit der Gebäudesubstanz umgehen, Flächen umnutzen, Leerstand mit Wohnungen füllen, ohne neu zu bauen. Dafür werden wir bei der Politik, Städten und Gemeinden Klinken putzen, auf die Problematik hinweisen und die fachliche Expertise unserer Mitglieder in die Waagschale werfen.

Wir müssen mit der Gebäudesubstanz umgehen, Flächen umnutzen und Leerstand mit Wohnungen füllen, ohne neu zu bauen – dafür braucht es politische Überzeugungsarbeit und fachliche Expertise.

Jens Stahnke

Architekt und Stadtplaner Präsident der Architektenkammer des Saarlandes

Kim Ahrend

Team Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Person mit lockigem Haar hält ein großes Blatt mit technischen Zeichnungen oder Plänen vor sich.
Mann in blauem Hemd hält zwei Papprollen und steht in einem Büro mit Computer und Kleidung im Hintergrund.
Person mit weißem Schutzhelm und orangefarbener Warnweste hält ein Tablet in einer Baustellenumgebung mit Gerüst im Hintergrund.

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