Deutsches Architektenblatt Logodab-logo
Finden Sie genau die Themen,
die Sie interessieren

Die beliebtesten Themen:

Deutsches Architektenblatt Logodab-logo Deutsches Architektenblatt Logodab-logo-description

NAT:26: Aufbruch – Positionen – Teamgeist

Halb zehn am KIT in Karlsruhe. Die Architekturfakultät macht sich bereit. Und zwar für den Nachwuchsarchitekt:innentag 2026! Mit seinen strahlend grünen Hinweisschildern zieht der NAT in die für das KIT so typischen, weiß getünchten Flure der Architekturfakultät ein und verwandelt diese in ein Forum für junge Nachwuchsplaner:innen aus der ganzen Republik. Aufgeregte Freude, positive Energie und das eine oder andere Wiedersehen liegen in der Luft – der Geist des NAT ist geweckt.

Hanna Potulski
05.11.2026 5min
Menschen in einem Saal heben grüne und weiße Schilder mit Zahlen und Symbolen hoch
Impression aus dem Abschlussplenum beim NAT:26
Bernd Seeland KIT

Zuletzt begeisterte der Nachwuchsarchitekt:innentag 2024 die junge Planer:innenschaft an der Peter Behrens School of Arts (PBSA) in Düsseldorf und brachte Studierende, Absolvent:innen, Junior-Mitglieder und Voll-Mitglieder der Architektenkammern zusammen. Anders als bei den Fachrichtungstagen der Kammern vereint der Nachwuchsarchitekt:innentag nun schon zum dritten Mal alle vier Fachrichtungen und schafft ein gemeinschaftliches Forum für junge Architekt:innen, Innenarchitekt:innen, Landschaftsarchitekt:innen und Stadtplaner:innen. Dieser besondere Geist des NAT ist es, der junge Planer:innen früh morgens antreibt, den Zug Richtung Karlsruhe zu nehmen, um sich mit Kolleg:innen auszutauschen und die brennenden Themen unseres Berufsstandes zu diskutieren. Es ist der Zeitpunkt, an dem der Beruf zur Berufung wird und der Geist des NAT als große Gemeinschaft spürbar wird.

Auch bei der diesjährigen Organisation des NAT:26 wird Gemeinschaft großgeschrieben. Die drei Länderkammern aus Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland organisieren ihn dieses Mal zusammen mit der Bundesarchitektenkammer (BAK) und nexture+. Der gemeinschaftliche Spirit des NAT zieht mich nun mit seiner Stimmung aus Erwartungen, Ideen und großer Freude bereits zum zweiten Mal in seinen Bann.  

Kammerguide

„16 Wege. Ein Ziel. Dein Einstieg.“

Der vom Juniorausschuss gemeinsam mit der BAK und nexture+ erarbeitete Kammerguide bietet einen Überblick über die 16 verschiedenen Möglichkeiten für junge Planer:innen, in die jeweiligen Architektenkammern der Bundesländer aufgenommen zu werden. Aufgrund des föderalen Systems verfügen die einzelnen Kammern über unterschiedliche Zugangsvoraussetzungen. 

Weitere Informationen finden Sie unter: bak.de oder auf dabonline.de

ANZEIGE
ANZEIGE
Laptop mit Bildschirm, auf dem Nachwuchsarchitekt:innentag 2026 steht, vor einem Mikrofon und unscharfem Publikum in einem Konferenzraum
Impression vom NAT:26 in Karlsruhe
Bernd Seeland KIT
Gruppe junger Frauen steht an einem Tisch mit verschiedenen bunten Broschüren und Flyern in einem hellen Raum mit großen Fenstern
Impression vom NAT:26 in Karlsruhe
Bernd Seeland KIT
Frau mit Mikrofon spricht in einem voll besetzten Hörsaal mit mehreren Zuhörern, die aufmerksam schauen.
Impression vom NAT:26 in Karlsruhe
Bernd Seeland KIT

Vom Workshop zur Position  

Auch beim diesjährigen NAT soll wieder gemeinsam etwas Großes entwickelt werden. Nach dem gemeinsamen Start im großen Plenum geht es in zehn Themenworkshops weiter. Das Ziel besteht darin, bis zum Ende des NAT ein gemeinsames Positionspapier zu entwickeln und zu verabschieden. Die Themen der Workshops reichen von „Paradigmenwechsel: Welche Planungshaltung braucht es? über „Zwischen BIM und Bauchgefühl“ bis zu „Gemeinsam. Fair. Arbeiten“.  

Es geht um „Intersektionalität etablieren“, „Abriss war gestern. Perspektiven für morgen“, „Fach-Egos raus, Perspektiven rein“ und „Studium zwischen Krisen und Chancen – Lernen weiterdenken“.

Weitere Zukunftsthemen der Workshops sind: „Wohnen unbezahlbar. Was Planung leisten kann – und was nicht“, „Partizipation. Mitreden erwünscht – oder?“ und „Relevanz im Realitätscheck: Wen und was vertritt die Kammer?“

Im Workshop 10 zur Relevanz der Architektenkammern darf ich mitwirken. Unter der Leitung von Jana Krippleben, ebenfalls Mitglied im Juniorausschuss der Bundesarchitektenkammer, und Dr. Felix Goldberg, in der Architektenkammer Baden-Württemberg zuständig für nationale und internationale Berufspolitik, habe ich die Möglichkeit, aus meiner Perspektive als Lehrende an der RWTH Aachen über die Wahrnehmung der Kammern an Hochschulen zu sprechen. Lehrende an Hochschulen und Universitäten sind zwar schon besser vertreten als beim letzten NAT, aber dennoch unterrepräsentiert. Ihnen bleibt der Zugang zu den Kammern aufgrund mangelnder Praxisnachweise oft versperrt. Gerade in der Zusammenarbeit mit den Studierenden ist es aus meiner Sicht aber essenziell, Wissen und Informationen über die Kammern zu vermitteln. Im Workshop 10 sind viele Kammervertreter:innen anwesend. Vor und nach der Mittagspause wird intensiv diskutiert und um die bestmöglich formulierte Position gerungen.  

In meiner Arbeitsgruppe zur Außendarstellung der Architektenkammern einigten wir uns nach einer intensiven Diskussion über die gesellschaftliche Wahrnehmung unserer Berufsgruppe und unsere Einmischung in hochaktuelle Themen wie Hitzeschutz, Wohnungsnot und Bau-Turbo schließlich auf folgende Position: „Macht die Kammern gesellschaftsrelevant durch überraschende Bündnisse, zukunftsweisende Positionen und maximale Omnipräsenz.“ Wir sind gespannt, wie dringlich unsere Position im anschließenden allgemeinen Votum eingestuft werden wird.

Menschenmenge in einem hellen Ausstellungsraum, die sich an Stellwänden mit Texten und Bildern orientiert
Impression vom NAT:26 in Karlsruhe
Bernd Seeland KIT

21 Positionen, Forderungen und Selbstverpflichtungen

Kurz vor fünf füllt sich das Plenum wieder und der Höhepunkt des Nachwuchsarchitekt:innentags steht bevor. Das Ergebnis des Votums wird bekannt gegeben und das Positionspapier des NAT:26 mit einem Meer aus grünen, emporgestreckten NAT-Heften verabschiedet. Es ist ein Positionspapier mit 21 Positionen, Forderungen und Selbstverpflichtungen entstanden, das zunächst die fünf, durch Abstimmung ermittelten, dringendsten Forderungen herausstellt:

  1. „Gebäude sind zu erhalten und weiter zu nutzen. Jeder Abriss bedarf einer Zustimmung nach Prüfung der ökologischen und sozialen Auswirkung!“
     
  2. „Macht die Kammern gesellschaftsrelevant durch überraschende Bündnisse, zukunftsweisende Positionen und maximale Omnipräsenz.“
     
  3. „Experimentelle Planungsinstrumente erhalten Rückendeckung – Wohnen darf nicht mehr als Spekulationsgegenstand genutzt werden. Wertewandel jetzt!“
     
  4. „Wir fordern Standards, auch für Gehaltssituationen, und echtes Mentoring in der Einstiegsphase sowie Kostenübernahme und Freistellung für Fortbildungen.“
     
  5. „Die Architektur und Planungsberufe müssen an demokratische Grundwerte gebunden werden und sie in ihrer Praxis fördern.“

Hier geht es zur ausführlichen Abschlusserklärung des NAT:26 mit allen 21 Positionen.

Acht Personen stehen nebeneinander vor einem Publikum und einer Leinwand mit dem Text "So habt ihr abgestimmt... Die 10 Positionen, mit den meisten Stimmen aus dem physischen Voting"
Impression vom NAT:26 in Karlsruhe.
Bernd Seeland KIT

Die Energie und der Gestaltungswille des Nachwuchses beim NAT:26 haben mich inspiriert und darin bestärkt, unser Berufsfeld gemeinsam mutig weiterzuentwickeln.

Jana Krippleben

BAK Juniorausschuss

NAT:26 – was bleibt?  

Doch was nehmen wir vom NAT:26 mit – abgesehen vom großen Positionspapier?

Dem kann ich mich nur anschließen – neben der positiven Energie nehme ich eine unglaublich große Motivation mit! Eine Motivation, die den Aufbruch beschreibt: weg von vorhandenen Strukturen, hin zu neuen Wegen im Planen und Bauen, gegen Abriss und für eine nachhaltige Bestandsumnutzung. Eine Motivation, klare Positionen für ein demokratisches Miteinander, gemeinwohlorientierte Räume und gegen Spekulation mit Wohnraum zu beziehen. Und abschließend eine Motivation für Teamgeist, um das Planen und Bauen gemeinsam zu verändern und sich für unseren Berufsstand und faire Bedingungen für junge Planer:innen einzusetzen.  

Seien wir gespannt, was sich in den zwei Jahren bis zum nächsten, hoffentlich stattfindenden Nachwuchsarchitekt:innentag verändern wird, und tragen wir den Geist des NAT in unseren Berufsalltag! 

Hanna Potulski

Architektin und Junior-Stadtplanerin

Studium der Architektur und Stadtplanung an der RWTH Aachen sowie an der École Polytechnique Fédérale de Lausanne. Seit 2019 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Städtebau und Entwerfen der RWTH Aachen. Berufliche Stationen bei RHA Reicher Haase Assoziierte Architekten + Stadtplaner, seit 2024 Junior-Stadtplanerin. Mitglied im Vorstand der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen und im Juniorausschuss der Bundesarchitektenkammer.

Person mit lockigem Haar hält ein großes Blatt mit technischen Zeichnungen oder Plänen vor sich.
Mann in blauem Hemd hält zwei Papprollen und steht in einem Büro mit Computer und Kleidung im Hintergrund.
Person mit weißem Schutzhelm und orangefarbener Warnweste hält ein Tablet in einer Baustellenumgebung mit Gerüst im Hintergrund.

Bauen Sie Ihre
Zukunft – jetzt
Stellen entdecken

Das könnte Sie auch interessieren

 "Etwa 12 Personen knien und liegen auf dem Boden eines hell erleuchteten Ausstellungsraumes. Sie arbeiten an großen weißen Plänen mit botanischen Zeichnungen und Skizzen. An der Wand leuchtet eine grüne Neonskulptur. Schuhe und Taschen liegen verstreut umher."

„Die Uni bietet einen Safe Space, um neue Haltungen und Technologien erst einmal testen zu können“

Die Landschaftsarchitektin Prof. Antje Stokman plädiert für ein neues Verständnis des Planens. Im Interview erläutert sie, warum Landschaft nicht länger das Ergebnis eines Entwurfs ist, sondern dessen Ausgangspunkt, und warum Klima, Biodiversität und interdisziplinäre Zusammenarbeit die Architektur grundlegend verändern.

Nachwuchs Bundesweit
14.08.2026

Über Architektur wird viel geschrieben, über den Berufsalltag hingegen erstaunlich wenig

Nachwuchs-Kolumne: Architekturzeitschriften sind voller Gebäude, Entwurfsideen und großer Begriffe. Der Berufsalltag, in dem Architektur tatsächlich entsteht, wird hingegen selten thematisiert. Vielleicht, weil genau dieser Alltag schwerer zu beschreiben ist als ein fertiges Gebäude.

Nachwuchs Bundesweit
07.10.2026
Porträt eines jungen Mannes, frontal, mit großen Kopfhörern, beide Hände an den Hörmuscheln; das Bild ist mit unscharfen Bokeh‑Lichtpunkten überlagert, warme Farbtupfer und heller, verschwommener Hintergrund.

Landschaft auf die Ohren

Nachwuchs-Kolumne: Während ich als Werkstudentin Grundlagenpläne bereinigte oder auf dem Weg nach Hause in der Bahn saß, hörte ich gerne verschiedene Podcast-Folgen. Dabei waren auch immer wieder Landschaftsarchitektur-Podcasts.

Nachwuchs Bundesweit
16.04.2026
Mann mit dunklem Hemd und beiger Hose steht vor einer Glasfront mit Blick auf Garten und Bäume.
Geschwungene Holzstruktur mit parallelen Linien, die eine organische, fließende Form bilden.
Freitreppe mit grasbedeckten Seitenflächen vor einem modernen, geschwungenen Gebäude mit weißer Fassade und dunklem Unterbau.
Blick über eine große, gepflasterte Fläche auf ein modernes Gebäude mit schrägen Stützen und Glasfassade, im Hintergrund Stadtgebäude und Bäume.

Neues Wissen,
smarte Projekte und
inspirierende Ideen

Entdecken Sie die Welt der Architektur – 
jetzt im exklusiven DAB Update!

Bitte gültige E-Mail-Adresse eingeben. Bestätigung der Datenschutzerklärung ist erforderlich.