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Zukunftsvisionen und nachhaltige Lösungen für Stadt und Land

Die IBA der Metropolregion München zeigt innovative Projekte für die Lebensräume von morgen. Unter dem Motto „IBA Miteinand“ fördert sie bis 2034 Maßnahmen für nachhaltige Mobilität und Vernetzung.

DAB Redaktion
19.01.2026 4min
Ein Foto zeigt eine Brücke über eine Grünfläche mit einem Rad- und Fußweg, auf dem mehrere Menschen Fahrrad fahren, während darüber eine Bahntrasse verläuft; das Bild veranschaulicht die gleichzeitige Nutzung von Infrastruktur für Verkehr, Freizeit und Landschaft und steht für die Verbindung von Mobilität und öffentlichem Raum.
Die stillgelegte Bahntrasse der Braunauer Eisenbahnbrücke in München soll im Rahmen der IBA-M temporär revitalisiert werden. © Stephan Rumpf/picture alliance/SZ Photo

Was wäre, wenn die aufgegebene Gastwirtschaft wieder öffnete und der lokalen Strickgruppe als Treffpunkt diente? Oder wenn eine Nachbarschaft ihre Autos teilte, um das Mobilitätsangebot vor Ort zu verbessern? Was nach gängigen Konzeptvisionen klingt, erproben künftig die ersten 16 „Projektkandidaten“ – die sich aus Kommunen, Stiftungen, Unternehmen, Vereinen, Hochschulen und Privatpersonen zusammensetzen – im Rahmen der Internationalen Bauausstellung (IBA) der Metropolregion München. Unter dem Motto „IBA Miteinand“ (IBA-M) entstehen bis 2034 unterschiedliche Projekte, die sich mit Mobilität und der Vernetzung von Orten und Menschen befassen.

Die IBA-M untersucht, wie man Lebensräume der Zukunft gestaltet und den unterschiedlichen Bedürfnissen von Stadt und Land gerecht wird. Bisher wirken die Ideen noch vage, doch in den kommenden Monaten und Jahren werden sie konkreter. dabonline.de begleitet diesen Prozess. Wie vielfältig die Projekte dabei mit Themen und Maßstabsebenen umgehen, zeigen folgende Beispiele.

Nachbarschaftsregion

Rund um den Münchner Flughafen sollen Landkreise und Gemeinden stärker vernetzt werden, um neue Angebote und Aufenthaltsorte für die Bewohnenden zu schaffen. Bahnhöfe können unterschiedliche Orte der Daseinsvorsorge und Mobilität bündeln, während bestehende Einrichtungen wie Schulen oder Altenheime als zusätzliche Begegnungsräume dienen, etwa das „Gasthaus 2.0“. Ein mobiles Kulturangebot auf Rädern soll als Treffpunkt für Jung und Alt dienen. In den nächsten zehn Jahren planen die Projektbeteiligten, zukunftstaugliche Alternativen zu Autos und Motorrädern zu entwickeln. Kooperationen sollen zudem die Nachbarschaften in der Region stärken.

  • Standorte: 24 Mitgliedsgemeinden des Nachbarschaftsbeirates Flughafen München, Landkreise Erding und Freising und der Flughafen München
  • Art: Diskursraum, Beteiligungsformat, Projektraum
  • Projekteinreichende: Nachbarschaftsbeirat Flughafen München / Projektgruppe „Ideenwerkstatt IBA“ 
Eine illustrierte Regionskarte mit Orten, Verkehrswegen und Symbolen für Mobilität, Nachbarschaft und Zusammenarbeit stellt Zusammenhänge zwischen Stadt, Umland und Infrastruktur dar und verdeutlicht, wie regionale Planung Menschen, Bewegung und Möglichkeiten verbindet.
Architektur der Nachbarschaftsregion © Nachbarschaftsbeirat Flughafen München; Grafik STUDIO | STADT | REGION

Die grüne Brücke

Die Braunauer Eisenbahnbrücke verbindet den Münchner Hauptbahnhof mit dem Ostbahnhof. Eine Bahntrasse der Brücke wird jedoch seit über 40 Jahren nicht befahren und soll im Rahmen der IBA-M als Fußgängerbrücke reaktiviert werden. Die Brücke, die südlich der Münchner Innenstadt über die Isar verläuft, wird temporär der Bevölkerung zugänglich gemacht und als grüner Aufenthaltsort mit Sitzgelegenheiten und einem Kiosk genutzt. Nach der Zwischennutzung werden alle eingesetzten Materialien rückgebaut. Das Projekt dient als Reallabor, um zu zeigen, wie historische Infrastruktur ressourcenschonend weitergenutzt werden kann.

  • Standort: Braunauer Eisenbahnbrücke, München

  • Art: Bauvorhaben, Service- / Mobilitätsangebot, Temporäres Projekt

  • Projekteinreichende: Isarlust e.V., Zeichen & Wunder

Eine zeichnerische Darstellung eines überdachten Holzstegs mit Pflanzen, Sitzflächen und gehenden Personen zeigt einen grünen Übergang zwischen Stadträumen, der Erholung, Begegnung und nachhaltige Mobilität miteinander kombiniert.
Die grüne Brücke soll neue Orte für Verweilen und Begegnung in München schaffen © Zeichen & Wunder

Transformation im Herzen

Die öffentlichen Räume an Durchfahrtsstraßen in Städten und Gemeinden sind durch Verkehr zu Unorten geworden, obwohl sie wichtige Funktionen als Einkaufs-, Wohn- und Begegnungsorte besitzen. Das Projekt „Transformation im Herzen“ plant, zunächst in zwei Kommunen die Bedeutung dieser Räume zu stärken und in lebendige, grüne, sichere Verweilorte umzuwandeln. Im Fokus steht, die städtebaulichen Ansprüche dieser Orte zu priorisieren und neben rechtlichen Anpassungen, gestalterische Grundsätze, neue Leitlinien sowie Regelwerke zu erarbeiten. Der kokreative Prozess, der ein modulares Baukastensystem vorsieht, steht als Blaupause für weitere Projekte, die in anderen Kommunen umgesetzt werden können.

  • Standorte: Feldkirchen-Westerham, Markt Holzkirchen
  • Art: Bauvorhaben, Beteiligungsformat zu Rechtlicher Rahmen
  • Projekteinreichende: USP Projekte GmbH 
Eine Architekturzeichnung zeigt einen begrünten Platz mit Bäumen, Sitzgelegenheiten und Gebäuden im Hintergrund, auf dem Menschen stehen, gehen und sich aufhalten; die Darstellung vermittelt eine Vision von öffentlichem Raum als Ort der Begegnung, des Aufenthalts und des sozialen Austauschs.
Skizze einer neu gestalteten Ortsmitte © USP Projekte GmbH / Rube, Over Landschaftsarchitekten

A dritts Platzl

Das Projekt „A dritts Platzl“ konzentriert sich auf das Konzept des Dritten Ortes – kommerzfreie Räume, die allen offenstehen und Gemeinschaft fördern. Im Münchner Speckgürtel Gräfelfing und im rund 40 km entfernten Weyarn sollen Bushaltestellen und kleine Bahnhöfe neue Funktionen erhalten und so zusätzliche Begegnungsorte für die Bevölkerung schaffen. Ziel ist es, die lokale Identität zu stärken und nachhaltige Mobilität zu fördern. So könnten beispielsweise Bushaltestellen als Ladestation für Mobiltelefone dienen oder Trinkbrunnen beherbergen. Aber auch die Wissensvermittlung ist geplant, etwa durch Audioformate, die über die Geschichte und Gestaltung des Ortes informieren.

  • Standorte: Es gibt erste Gespräche mit Gräfelfing und Weyarn  
  • Art: Bauvorhaben, Diskursraum und Beteiligungsformat  
  • Projekteinreichende: Maria Fröhlich und Marco Kellhammer 
Eine skizzenhafte Illustration mehrerer kleiner Haltestellen entlang eines Weges mit Textzitaten zeigt Orte des Wartens, Verweilens und Austauschs und macht deutlich, wie Alltagsinfrastruktur soziale Begegnung, lokale Identität und nachhaltige Mobilität fördern kann.
Ideenskizze „A dritts Platzl“ © Kellhammer / Fröhlich

Zukunftsquartier Freising

Wie verbindet man das Zentrum mit einem neuen Wohnquartier und schafft gleichzeitig ein alternatives Mobilitätsangebot? In Freising, nördlich von München, entsteht auf einer der letzten Innenentwicklungsflächen ein neues Wohnquartier. Die Lage ist ideal, um ein verkehrsarmes Quartier zu entwickeln: Es liegt wenige Gehminuten von der Innenstadt und dem Bahnhof entfernt und grenzt an den Landschaftsraum der Isar. Eine Brücke soll die Barriere der Bahntrassen und Bundesstraße überwinden, ohne stark in den Naturraum einzugreifen. In einem partizipativen und kokreativen Prozess sollen die Bedarfe an das Quartier ermittelt werden.

  • Standort: Bahnhof Freising und angrenzendes Quartier
  • Art: Bauvorhaben und Projektraum
  • Projekteinreichende: Amt für Stadtplanung, Umwelt und Klimaschutz, Stadt Freising 
Eine farbige, gezeichnete Landschaftskarte zeigt Flüsse, Wege, Orte und Gebäude, die durch geschwungene Linien miteinander verbunden sind; Begriffe wie Gemeinschaft, Teilhabe, Baukultur, Mobilität und Bahnhofsumfeld sind in die Illustration eingebettet und machen sichtbar, wie räumliche Planung soziale, ökologische und infrastrukturelle Themen miteinander verknüpft.
Vision des Zukunftsquartiers © Britta Krondorf / Stadt Freising

Weitere Informationen zu den Projektkandidaten der IBA-M finden Sie hier.

DAB Redaktion

Berlin
Person mit lockigem Haar hält ein großes Blatt mit technischen Zeichnungen oder Plänen vor sich.
Mann in blauem Hemd hält zwei Papprollen und steht in einem Büro mit Computer und Kleidung im Hintergrund.
Person mit weißem Schutzhelm und orangefarbener Warnweste hält ein Tablet in einer Baustellenumgebung mit Gerüst im Hintergrund.

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