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Ein KI-Werkzeug für das zirkuläre Bauen

Im Bauwesen klafft häufig eine Wissenslücke. Sie zeigt sich dort, wo ambitionierte Leitbilder auf regulatorische Anforderungen und konkrete Projektentscheidungen treffen. An dieser Stelle setzt der KI-Chatbot des Circular Construction Hub der IBA’27 an.

DAB Redaktion
10.02.2026 2min
Handwerker mit Schutzbrille und Handschuhen arbeitet mit einem Bohrhammer am Türdurchbruch in einem Innenraum.
Re-Use-Aktion im IBA’27-Projekt Hangweide in Kleinen im Remstal. Das ausgebaute Material soll später wieder verbaut werden. © IBA’27 / Franziska Kraufmann

Zirkuläres Bauen gilt zwar als Schlüssel für Ressourcen- und Klimaschutz, ist in vielen Planungs- und Bauprozessen jedoch schwer umzusetzen. Mit dem „Circular Construction Hub“ hat die Internationale Bauausstellung 2027 StadtRegion Stuttgart (IBA’27) eine digitale Plattform geschaffen, die zirkuläres Bauen erläutert und in anwendbare Handlungsschritte übersetzt. Zentrales Element ist ein KI-basierter Chatbot, der Fachleute ebenso wie interessierte Bauherr:innen bei konkreten Fragestellungen unterstützt – von der Materialwahl über Möglichkeiten der Wiederverwendung bis hin zur Rückbau- und Umbauplanung.

Vier Personen mit Schutzhelmen stehen in einer alten, teils verrosteten Industriehalle und besprechen die Gebäudebegutachtung.
Beispielhafte Erfassung von verbautem Material beim IBA-Tag „Bauen“ zum IBA’27-Festival #1 am 07.07.23 in Backnang © IBA’27 / Franziska Kraufmann
 Person mit gelbem Schutzhelm dokumentiert eine Wand mit einem Tablet; im Hintergrund schreibt eine weitere Person Notizen.
Beispielhafte Erfassung von verbautem Material beim IBA-Tag „Bauen“ zum IBA’27-Festival #1 am 07.07.23 in Backnang © IBA’27 / Franziska Kraufmann
Übersicht eines Baustoffwerks mit Kieshaufen, gestapelten Betonblöcken, Lagerhallen und einem Lkw mit Schüttgut.
Baustoff-Recycling bei der Firma Feeß in Kirchheim unter Teck © IBA’27 / Tobias Schiller

Das System ist nicht als reine Informationssammlung angelegt. Der Chatbot greift auf eine kuratierte Wissensbasis aus Fachliteratur, Fallstudien und Forschungsberichten zurück, die kontinuierlich erweitert wird. Entwickelt wurde das System in Zusammenarbeit mit internationalen Partnern wie Fibree, Endeavour, Metabolic und Concular. Im Gegensatz zu generischen KI-Tools arbeitet der Chatbot ausschließlich mit geprüften und verlässlichen Quellen, auf die er transparent verweist. Dadurch bleiben die Antworten kontextbezogen und auf konkrete Fragestellungen aus Planung und Umsetzung ausgerichtet. KI wird hier als vermittelndes Werkzeug zwischen Theorie und Praxis verstanden. Der Chatbot ist in den Circular Construction Hub eingebettet, eine digitale Plattform, die neben der KI-gestützten Beratung auch eine Materialdatenbank für wiederverwendbare Bauteile sowie die Ergebnisse exemplarischer Stoffstromanalysen aus ausgewählten IBA’27-Projekten bündelt. Das Projekt wurde vom Umweltministerium Baden-Württemberg gefördert.  

Wie sich diese Ausrichtung in der Praxis zeigt, macht ein eigener Test des Chatbots deutlich. Darin beschreibt das System seine Rolle selbst erstaunlich präzise: Zirkuläres Bauen sei ein interdisziplinäres Feld, das neue Denkweisen, veränderte Planungslogiken und einen hohen Koordinationsaufwand erfordere. Daraus ergebe sich seine Funktion sowohl als niedrigschwelliger Einstieg als auch als vertiefendes Arbeitsinstrument. Er beschleunige den Zugang zu Informationen und sensibilisiere für die Dringlichkeit, zirkuläre Prinzipien in die Praxis zu integrieren.

Der Circular Construction Hub mit KI-Chatbot ist unter knowledge.iba27.de öffentlich zugänglich. Ein Test lohnt sich! 

DAB Redaktion

Person mit lockigem Haar hält ein großes Blatt mit technischen Zeichnungen oder Plänen vor sich.
Mann in blauem Hemd hält zwei Papprollen und steht in einem Büro mit Computer und Kleidung im Hintergrund.
Person mit weißem Schutzhelm und orangefarbener Warnweste hält ein Tablet in einer Baustellenumgebung mit Gerüst im Hintergrund.

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